17.01.2019

Zufällig in Alzenau gelandet

Hessenliga: Torjäger Selishta trifft, wie er will

Führt die Torschützenliste der Lotto-Hessenliga an: Hedon Selishta. Foto: Steffen Turban

Hedon Selishta war im Sommer in Hessen ein unbeschriebenes Blatt. Ein halbes Jahr später ist der 26-jährige Deutsch-Kosovare in aller Munde. Eine der besten Phasen seiner Laufbahn erlebt der Mittelstürmer beim FC Bayern Alzenau, der auch dank der 21 Tore des Neuzugangs zur Winterpause als Tabellenzweiter der Hessenliga firmiert.

Der gebürtige Emsländer durchlief Jugendstationen bei Vorwärts Nordhorn, dem SV Bad Bentheim und dem SV Meppen. Nachdem Selishta 2011 von der U19 in den Seniorenbereich des heutigen Drittligisten aufgerückt war, konnte er in drei Jahren nur 26 Spiele in der Regionalliga Nord absolvieren und markierte dabei fünf Tore. Immer wieder warfen den variabel einsetzbaren Offensivmann Verletzungen zurück. So fiel Selishta in Meppen 2013 nach einer Knie-Operation fast ein halbes Jahr aus. 2014 wechselte Selishta zum Ligakonkurrenten Lüneburger SK Hansa und hatte dort mit 39 Einsätzen und zwei Toren eine erfolgreiche Zeit. Zwischendurch gab er ein Gastspiel beim heutigen West-Regionalligisten SV Rödinghausen, wo Selishta nur zu wenigen Einsätzen in der Zweiten Mannschaft kam. Nachdem sein Vertrag in Lüneburg ausgelaufen war, wagte Selishta ein Abenteuer und wurde vom rumänischen Zweitligisten Metalul Resita verpflichtet.

"Der Verein ging kurze Zeit später in die Insolvenz und benannte sich in CS Sportul Snagov um", erinnert sich Selishta an die kurze Episode in Südosteuropa, denn Ende Oktober war er wieder in Deutschland. Er unterschrieb beim TuS Erndtebrück in der Oberliga Westfalen und hatte mit neun Toren in der Rückrunde auch erheblichen Anteil am Aufstieg in die Regionalliga West. Eine Klasse höher reichte es nur noch zu zwei Toren in zwölf Spielen, der Verein aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein stieg sofort wieder in die Oberliga ab. "Dort war ich vom Pech und von Verletzungen verfolgt", berichtet Selishta und erzählt, dass er mehr oder weniger durch Zufall bei Bayern Alzenau gelandet ist: "Ich bin eigentlich noch nie in Frankfurt gewesen und habe mich dann in der Fußballschule von Ex-Profi Youssef Mokhtari fit gehalten. Da er ein guter Freund ist und mit Angelo Barletta zusammen gespielt hat, stellte er den Kontakt her."

Ende August doch für Verbleib entschieden

Bei den Unterfranken wollte Selishta eigentlich nur bis Ende August auf sich aufmerksam machen. Das gelang ihm dann auch mit sieben Toren in den ersten sechs Saisonspielen. Höherklassige Angebote lagen vor, "doch ich habe mich ganz bewusst gegen die Regionalliga entschieden. Das familiäre Umfeld in Alzenau und der erfolgreiche Start waren entscheidend für den Verbleib. Ich wollte einfach mal eine ganze Saison gesund bleiben und durchspielen", erklärt Selishta. Somit avancierte er zu einer der prägenden Figuren der Alzenauer Hinrunde: In 17 Einsätzen knipste Hedon Selishta 21 mal und bereitete vier weitere Treffer vor. Seine Bilanz in der Zeit von Ende September bis Ende November liest sich sogar noch beeindruckender: 15 mal netzte der beidfüßige Angreifer in neun Spielen ein und hat damit einen nicht unerheblichen Anteil am Alzenauer Höhenflug. "Es hätten auch ein paar Punkte mehr sein können, aber jetzt wollen wir in der Restrunde am FC Gießen dran bleiben", zeigt sich Selishta optimistisch.

"Ich habe mich gut eingelebt und mir gefällt es hier sehr gut." Vor allem mit Kapitän und Sturmpartner Salvatore Bari harmoniert der Neuzugang: "Salva ist ein cooler Typ und ich habe selten so einen gelassenen Kapitän gesehen", beschreibt Selishta seinen Offensivpartner. Selishta selbst agiert manchmal auch im Mittelfeld, kann als Zehner oder über links und rechts hängend kommen. In Sachen Aufstieg "machen wir uns keinen Druck. Wir sind eine geschlossene Truppe. Unsere Trainer Angelo Barletta und Dennis Bochow stellen uns gut ein. Wir sind positiv gestimmt", sagt Selishta. Vom Umfeld und dem begonnenen Stadionumbau zeigt sich der Stürmer begeistert: "Für die Hessenliga haben wir überragende Bedingungen. Der Club ist finanziell gesund und in allen Belangen auch für höhere Aufgaben gut strukturiert."

Autor: Pedro Acebes

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