22.09.2019

Yves Böttler wie einst Gerd Müller

Verbandsliga: Barockstadt-Reserve schlägt in letzter Sekunde Johannesberg

Bauchlandung? Mitnichten! Daniel Heil (rechts) und die SG Barockstadt feierten einen Sieg gegen Alexej Reksius und die SG Johannesberg. Foto: Charlie Rolff

Es deutete alles auf ein leistungsgerechtes Unentschieden zwischen der SG Johannesberg und der SG Barockstadt II hin. Yves Böttler hatte jedoch so gar keine Lust und knipste zum entscheidenden Treffer beim 2:1 (1:1)-Erfolg der SGB.

Der Neuzugang aus Hadamar avancierte mit seinem Doppelplack zum Mann des Tages. Selten bis gar nicht kam der 27-Jährige bislang in der Hessenliga-Elf zum Zug – strafte all seine Kritiker jedoch nun vorerst ab. Mit dem letzten Angriff der Partie erhielt der Rechtsfuß den Ball vom eingewechselten Marek Weber, drehte sich wie einst Gerd Müller im WM-Finale 1974 und vollendete wie der Bomber schlechthin. „Wir haben vor dem Spiel noch geflachst, weil Yves bislang immer nur gegen mich getroffen hat. Jetzt hat es zum Glück anders herum geklappt – und beide Tore hat er klasse erzielt“, lobte Barockstadt-Coach Marco Lohsse. Dessen Team jubelte langer Unterzahl, denn Hamed Noori musste nach 58 Minuten vom Platz. Erst spielte der Linksverteidiger Hand, ehe er eine Minute später Patrise Gjocaj am Trikot zerrte. Dass die SGJ ein Mann mehr am Platz war, wollte niemand so wirklich glauben, denn Gefahr brandete nie auf.

„Wir haben nicht den Faden verloren, sind taktisch sehr diszipliniert aufgetreten und einer ist für den anderen marschiert. Das war super, zumal wir gegen keine Laufkundschaft gespielt haben“, meinte Lohsse. Tatsächlich war es so, dass in der zweiten Halbzeit auf beiden Seiten wenig passierte. Ein Ballverlust reihte sich an den nächsten Ballverlust. Fast sinnbildlich kam es daher, als Niklas Zeller mit seinem Freistoß aus Nahdistanz den eigenen Stürmer, Sorin Sergiu Leucuta, abschoss.

Im ersten Durchgang passte diese Kombination hingegen noch besser, als Zeller einen Eckball punktgenau auf den Kopf von Leucuta bugsierte und dieser am ersten Pfosten einköpfte (35.). Die Antwort, nachdem Böttler zuvor vehement seinen Körper in einen Zweikampf war und anschließend zum ersten Mal eiskalt vor dem Kasten blieb (18.), war eine von wenigen gelungenen Aktionen. Intensiver war die erste Halbzeit als deren zweite, auf dem schwer zu bespielende Rasen wurde gefightet, doch Marcel Mosch und Gjocaj mit ihren Distanzknallern (12., 25.) sowie Jan-Henrik Wolf auf der Gegenseite per Freistoß (20.) zielten zu ungenau. „Die Niederlage ist bitter, aber unterm Strich verdient. Wir haben nie ins Spiel gefunden, meine Spieler waren teilweise körperlich und vom Kopf her nicht da. Das Feuer hat gefehlt und unser typisches Spiel über die Außenpositionen kam gar nicht zustande“, wusste Johannesbergs Trainer Zeljko Karamatic.

Die Statistik:

SG Johannesberg: Hofacker – Velkovski, Raab (54. Moise), Mondo Mouegni, Lembach – Reksius – Gjocaj (62. Jordan), Zeller, Mosch (74. Sorg), Löbig – Leucuta.
SG Barockstadt II: Schwarz – Weldetnsae, Heil, Torcuatro, Noori – Breunung, Friedrich (73. Wittke) – Sternstein, Wolf (74. Weber), Göbel (85. Zenuni) – Böttler.
Schiedsrichter: Pascal Loschke (SG Ahnatal).
Zuschauer: 320.
Tore: 0:1 Yves Böttler (18.), 1:1 Sorin Sergiu Leucuta (35.), 1:2 Yves Böttler (90.+3).
Gelb-Rote Karte: Hamed Noori (58., Barockstadt II).

Autor: Tobias Konrad

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