25.11.2019

Webers Schachzug geht auf, Karamatic' Entscheidung nicht

Verbandsliga: Hünfeld lässt Johannesberg leiden und setzt sich ab

Hier ist Hünfeld um Nicolas Häuser mal nicht zuerst am Ball. Ein seltenes Bild am Samstag. Foto: Siggi Larbig

Viel wurde im Vorfeld des Verbandsliga-Topspiels darüber geredet, welche Akteure bei Hünfeld und Johannesberg denn nun auf dem Platz stehen würden. Doch nicht auf beiden Seiten wurden beim klaren 4:0-Heimsieg des HSV ausschließlich richtige Entscheidungen getroffen.

Mehrere Minuten wartete HSV-Abteilungsleiter Mario Rohde auf die Freigabe der Johannesberger Aufstellung, um den obligatorischen Spielbericht für die Presseleute auszudrucken. Die Hünfelder Truppe stand längst fest, alle elf erwarteten Namen fanden sich in der Aufstellung wieder. Nicht so bei Johannesberg: Erst kurz vor Anpfiff war klar, dass Mihai Alexandru Moise neben Paolo Mondo, NiklasRintelmann und Kornelius Raab der vierte Ausfall auf der Innenverteidiger-Position sein würde. Alexej Rexius musste nach hinten rücken, für ihn kehrte Niklas Zeller, das zweite große Fragezeichen, in die erste Elf zurück.

Doch Gäste-Trainer Zeljko Karamatic musste nach Schlusspfiff zugeben, dass Zellers Startelfmandat „eine falsche Entscheidung war. Man hat gesehen, dass Niklas noch nicht so weit ist.“ Der ansonsten meist herausragende Akteur verschoss nicht nur den Elfmeter zum möglichen 1:1 – Strafstoß-Verursacher Christoph Neidhardt war übrigens mit Gelb gut bedient, ballorientiert war sein Foul nämlich nicht –, sondern spielte manch ungewohnten Fehlpass, so dass Karamatic zur Pause reagierte und Lars Jordan brachte. Doch auch mit dem Angreifer wurde es nicht besser, weil Hünfeld gerade in der Zentrale klar tonangebend war.

Karamatic: "Hünfeld steht zurecht da oben"

Dort, ins defensive Mittelfeld, wurde etwas überraschend Marcel Dücker von Trainer Dominik Weber hinbeordert. Hatte der Rechtsverteidiger beim 0:3 im Hinspiel noch große Probleme gehabt, war Dücker diesmal einer der Besten und nahm mit seiner Aggressivität die spielstarken Johannesberger wie Zeller und Marcel Mosch voll aus dem Spiel.

„Im Hinspiel mussten wir leiden, diesmal hat Johannesberg gelitten und wir konnten uns revanchieren“, stellte Weber anschließend zufrieden fest, der zwar auch einige Ausfälle wie Kevin Krieger und Florian Münkel zu verkraften hatte, aber immer noch eine erste Elf stellte, die in dieser Liga vermutlich ihresgleichen sucht. Das wird auch beim Blick auf die Tabelle immer deutlicher. Fünf Punkte liegt der HSV, der als Erster in die Winterpause gehen wird, nun vor dem ersten Verfolger Johannesberg.

„Sie stehen zurecht ganz vorne“, wusste Karamatic, während Weber nach der Machtdemonstration auf die Euphoriebremse trat. „Wir sind in einer guten Position, haben aber noch nichts erreicht. Wir haben im neuen Jahr noch ganz schwere Auswärtsspiele.“

Autor: Steffen Kollmann

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