17.09.2019

Videobeweis mal anders

A-Liga Fulda: Diegelmann lässt Schiedsrichter gegnerische Rote Karte zurücknehmen

Philipp Diegelmann, Stürmer der FSV Steinau/Steinhaus (rot), ließ den Fairplay-Gedanken am vergangenen Wochenende hochleben Archivfoto: Charlie Rolff

Die FIFA wirbt seit Jahren für Fairplay, Philipp Diegelmann hat diesen Gedanken perfekt umgesetzt. Beim Stande von 1:0 hielt der Stürmer der FSVSteinau/Steinhaus den Schiedsrichter von einem Platzverweis gegen den Hauswurzer Schlussmann Tobias Neidert ab.

Es lief die 57. Spielminute in der A-Liga-Fulda-Partie zwischen Hauswurz und Steinau/Steinhaus, als der Steinauer Tobias Bleuel alleine vor Schlussmann Tobias Neidert auftauchte und von den Beinen geholt wurde. Schiedsrichter Jozsef Istvan Lukacs (Eichenzell) legte sich sofort fest und zeigte auf den Punkt. Zudem stellte der Unparteiische Neidert mittels einer Roten Karte vom Platz. Es folgten heftige Proteste der Gastgeber. Die Entscheidung stand aber und der Keeper zog sich die Torwarthandschuhe aus und platzierte sich regelkonform hinter der Barriere.

Dass der Hauswurzer fünf Minuten später wieder auf dem Platz stand, hat der Torwart Elfmeterschütze Philipp Diegelmann zu verdanken. „Der Schlussmann wollte klar zum Ball gehen, trifft dabei aber den Fuß von Tobias. Der Angriff galt folglich nicht dem Gegner, sondern dem Ball. Und nach den neuen Regeln wurde die Doppelbestrafung abgeschafft, weshalb Neidert die Gelbe Karte hätte sehen müssen“, gibt Diegelmann Einblicke in das Regelwerk.

Daraufhin ist der Ex-Horaser und -Bronnzeller zum Schiedsrichter gegangen, um ihn auf die Regeländerung aufmerksam zu machen. „Ich habe es ihm zweimal erklärt und der Referee hat seinen Fehler eingesehen, auch weil er wahrscheinlich weiteren Problemen aus dem Weg gehen wollte“, gibt der 27-Jährige Einblicke in das Gespräch mit dem Unparteiischen.

Eine tolle Aktion von Diegelmann, schließlich ist es beim Stande von 1:0 nicht selbstverständlich, einen solchen Fairplay-Gedanken umzusetzen. „Aber auch nicht jeder Schiedsrichter lässt sich von seiner ursprünglichen Entscheidung umstimmen. Zudem spielte Hauswurz zu diesem Zeitpunkt bereits mit zehn Mann und eine unberechtigte Rote Karte wäre in deren aktuellen Situation auch nicht hilfreich gewesen“, merkt der bescheidene Goalgetter an, der neben seinem Elfmetertor später ein zweites Mal erfolgreich war. Am Ende schraubte Steinau/Steinhaus das Ergebnis in die Höhe und gewann 7:0.

Autor: Michel Ickler

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