15.11.2019

"Verzögertes" Gelb-Rot: Neuansetzung steht weiter im Raum

A-Liga LAT/HÜN: Stockhausen verzichtet auf Einspruch

Die SG Stockhausen/Blankenau (hier Spielertrainer Christopher Erb) wird auf einen Einspruch gegen die Spielwertung vom 1:2 in Mackenzell verzichten. Foto: Charlie Rolff

Wenige Tage nach dem Topspiel der A-Liga Lauterbach/Hünfeld und der „verzögerten“ Gelb-Roten Karte gegen Mackenzells Maximilian Trapp haben sich die Wogen geglättet. Die Verantwortlichen der mit 1:2 unterlegenen SG Blankenau/Stockhausen werden keinen Einspruch gegen die Wertung einlegen – trotzdem ist eine Neuansetzung weiterhin möglich.

Denn der junge Referee Justus Dietrich (16), der Trapp in Minute 77 erst eine zweite Gelbe Karte gezeigt hatte, ehe er seine Entscheidung zwei Minuten später nach Intervention der Gäste korrigierte und den Mackenzeller mit Gelb-Rot des Feldes verwies, hat laut Aussagen von Einzelrichter Wolfgang Dittrich (Burghaun) und dem Abteilungsleiter der SG Stockhausen/Blankenau, Udo Brähler, seinen Regelverstoß im Spielbericht eingestanden.

„Klar war es ein Fehler, aber das passiert nun mal. Diese zwei Minuten haben unserer Ansicht keinen direkten Einfluss auf das Ergebnis gehabt“, sagt Brähler, dessen Verein deshalb auch von sich aus keinen Einspruch einlegen wird: „Gegen Schlitzerland II haben wir glücklich kurz vor Schluss 1:0 gewonnen, nun hatten wir halt mal Pech. Es gleich sich während einer Saison alles aus. Außerdem hat der Schiedsrichter insgesamt eine gute Leistung gezeigt. Wir brauchen die Referees für den Spielbetrieb und sollten daher das Thema Menschlichkeit groß schreiben.“

Dadurch, dass der Unparteiische den Fehler aber vermerkt, ist die Geschichte noch nicht durch. Der Ball liegt im Endeffekt nun bei der Sportgerichtsbarkeit – und damit in erster Instanz bei Einzelrichter Wolfgang Dittrich. Dieser will sich im Hinblick auf eine mögliche Neuansetzung aber noch nicht äußern: „Es handelt sich hierbei jetzt um ein schwebendes Verfahren.“ Dittrich will mit den Vereinen noch einmal das Gespräch aufsuchen, „dazu will ich mir die nötige Zeit nehmen, um sämtliche juristische Fallstricke zu umgehen. Es geht hier immerhin um eine Partie, die im Hinblick auf die Meisterschaftsfrage ganz entscheidend sein kann.“

„Spielentscheidend“ ist wohl das Wörtchen, um das es sich in den nächsten Tagen drehen dürfte. Paragraph 49 Nr. 1a der Spielordnung des Hessischen Fußball-Verbandes besagt nämlich, „dass ein Spiel neu angesetzt werden muss, wenn das Sportgericht einen spielentscheidenden Regelverstoß festgestellt hat.“ Ein Passus, der viel Interpretationsspielraum lässt.

Autor: Christian Halling

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