18.05.2018

TSO will als Derbysieger die Klasse halten

Verbandsliga Süd: Bad Vilbel kann Meister werden

Am 33. Spieltag kommt es zum Abstiegsduell zwischen Vatanspor Bad Homburg (Andre Stoss, rechts im Bild) und Viktoria Urberach (Tom Niegisch). Foto: Steffen Turban

In der Verbandsliga Süd könnten am Sonntag die ersten Teams den Klassenerhalt besiegeln, während der Tabellenführer aus Bad Vilbel in Alsbach die Meisterschaft perfekt machen könnte. Mit einem Sieg beim Stadtrivalen will sich die TS Ober-Roden aus dem Abstiegskampf verabschieden und auch der Gewinner der Partie Vatanspor Bad Homburg gegen Viktoria Urberach könnte einen entscheidenden Schritt in Richtung Ligaverbleib machen.

Germania Ober-Roden - TS Ober-Roden (Sonntag, 15 Uhr)

Nach dem 6:5-Erfolg im Halbfinale des Dieburger Kreispokals (wir haben berichtet) möchte die TS Ober-Roden in der Liga daran anknüpfen und erneut gegen die Germania als Sieger vom Platz gehen. Während es für die Gastgeber im Derby tabellarisch gesehen um nichts mehr geht, könnte die TSO mit einem Sieg den Klassenerhalt perfekt machen und es würde auch noch in der kommenden Saison zum Stadtduell kommen. "Wir freuen uns auf das Spiel, doch es geht für uns noch um ziemlich viel. Das ist eine zusätzliche Anspannung, weil wir die drei Punkte schnellstmöglich brauchen", so der Interimstrainer und Sportliche Leiter der TSO, Zivojin Juskic.

Juskic geht davon aus, dass die Partie ähnlich verlaufen könnte, wie das Halbfinale des Kreispokals. Die Gäste wollen nämlich früh den Spielaufbau der Germania stören und die Partie offen gestalten. Von der Akinwale-Elf erwartet der Coach der Turnerschaft, dass sie vor allem wieder über das Komibationsspiel gefährlich sein werden. "Wer seine Stärken besser ausspielt, wird am Ende gewinnen", ist sich Juskic sicher. Ob Cengiz Veisoglu, der aktuell angeschlagen ist, bis Sonntag fit sein wird, ist fraglich. Die Saison beendet ist hingegen für Ali Kazimi und Paul Wolf, die seit längerem verletzungsbedingt fehlen.

Nach dem 2:0-Erfolg über Türk Gücü Friedberg waren die Hausherren am vergangenen Wochenende spielfrei und freuen sich nun auf das Derby gegen den Stadtrivalen. "Wir werden das Derby hochkonzentriert bestreiten, denn auch wir registrieren das Durchhaltevermögen aller Beteiligten im Kampf um den Klassenerhalt", äußerte sich Teammanager Daniel Hoffstadt zur Partie und zum Abstiegskampf, mit dem die Akinwale-Elf nichts mehr zu tun hat. Zwar trennen die die Germania und die Turnerschaft nur sieben Zähler in der Tabelle, bis zum ersten Abstiegsplatz sind es für die Gastgeber aber sogar neun Punkte Vorsprung bei noch zwei ausstehenden Begegnungen. "Allein der Respekt gegenüber den vollbrachten Leistungen im unteren Tabellendrittel sowie unserem eigenen Anspruchsdenken ein Derby zu Hause gewinnen zu wollen, sind uns Ansporn genug, Vollgas zu geben", sagte Hoffstadt abschließend.

SV FC Sandzak - Viktoria Nidda (Sonntag, 15 Uhr)

Der SV FC Sandzak hat derzeit 40 Punkte und muss unbedingt auf dem heimischen Kunstrasenplatz in Bonames gegen Viktoria Nidda gewinnen, um womöglich den Klassenerhalt schon am Sonntag einzutüten. Mut gibt der Frankfurter Balkan-Formation die Tatsache, dass die direkten Vergleiche gegen Urberach und Vatanspor für den SV FC sprechen und diese Teams sich im direkten Duell die Punkte gegenseitig wegnehmen werden. "Wir wollen den Dreier holen und die Stimmung ist super. Wir sind hochkonzentriert und die Trainingsbeteiligung ist hoch", sagt Murat Sejdovic im Vorfeld des Spiels.

Sejdovic selbst wird momentan nicht als Torhüter gebraucht und wird als Feldspieler auflaufen, weil die Rotsperre von Kapitän und Stammtormann Elvis Nurkovic ausgelaufen ist. "Wir wollen am Sonntag alles festmachen, denn wir wollen am letzten Spieltag nicht mehr zittern", betont Sejdovic. Nidda steht momentan auf Rang fünf, aber beim Aufsteiger aus dem Büdinger Kreis war in den letzten Wochen eine rapide Abwärtstendenz zu beobachten. Von den letzten sieben Begegnungen wurden sechs verloren, lediglich beim 2:0 in Urberach konnte die Viktoria zuletzt einen Dreier verbuchen.

Das bedeutet aber nicht, dass Trainer Carsten Weber jetzt schon den Blick auf die kommende Spielzeit gerichtet hat. Vielmehr wirkt sich die aktuelle Personalmisere auf die Resultate aus. "Derzeit haben wir so viele Ausfälle und Probleme, dass ich hoffe, dass wir bei Sandzak mit elf Spielern auflaufen können. Zuletzt konnten wir die Ausfälle extrem vieler etablierter Spieler nicht kompensieren. Wir müssen nun Leuten aus dem zweiten Glied Einsatzzeiten und Perspektiven geben", erklärt Weber. Im Frankfurter Norden erwartet der Nidda-Coach eine "extrem aggressive Mannschaft, die den kurzen Weg zum Tor sucht und die Räume verdichtet. Das wird in unserer momentanen Besetzung eine Herkulesaufgabe."

Vatanspor Bad Homburg - Viktoria Urberach (Sonntag, 15 Uhr)

40 Punkte gegen 40 Punkte - für beide Vereine geht es im Nordweststadion um alles. "Wir haben alles in der eigenen Hand. Vier Punkte sollten langen, bei drei wird es kritisch und wenn wir gegen Urberach nicht gewinnen, sieht es düster aus", rechnet Vatanspors Sportmanager Hüseyin Güven vor. Denn am letzten Spieltag steht noch die Reise in den Odenwald zu Eintracht Wald-Michelbach an, die ebenfalls noch in den Abstiegskampf verwickelt ist. Die sechs Punkte Abzug in der Yalin-Causa machen sich jetzt besonders bemerkbar, aber Güven ist weiterhin zuversichtlich: "Wir wissen, was wir brauchen. Die Situation ist ernst und es ist das Spiel der Spiele. Da brauchen wir gar nicht auf andere schauen. Wir haben gut trainiert und es gibt positive Entwicklungen in und um den Verein, was die Zukunft angeht", berichtete Güven, ohne auf nähere Details eingehen zu wollen.

Erfreulich ist auch, dass Trainer Jörg Loutchan mittlerweile auf dem Weg der Besserung ist und das Krankenhaus verlassen konnte. Das Team wird aber weiterhin von Güven selbst und Turan Pekdemir betreut. "Die Mannschaft hat gemerkt, dass es nur über den Zusammenhalt geht. Sie wird bis zuletzt alles geben. Wir müssen die kapitalen Schnitzer abstellen, damit es keine Zitterpartie am letzten Spieltag gibt", fordert der Sportmanager. Urberachs Trainer Lars Schmidt hat schon so viel im Fußball erlebt, dass er die aktuelle Lage nicht dramatisieren will: "Wir wissen, worum es geht und wollen an die Leistungen der letzten Wochen anknüpfen, ohne übermäßigen Druck aufzubauen. Wir sind natürlich auf den Sieg erpicht, der ein großer Schritt wäre. Unter Umständen ist uns auch schon mit einem Punkt geholfen", hofft der erfahrene Übungsleiter, dessen erste Station im Seniorenbereich die Spvgg. 05 Bad Homburg war, bevor es ihn 1985 zum Karlsruher SC zog.

Am Mittwoch beobachtete der Ex-Profi mit dem FC Bensheim den letzten Gegner in dieser Saison, der am 27. Mai im Urberacher Waldstadion aufkreuzt und sah engagierte Südhessen, die sich beim 5:2-Sieg gegen Hanau 93 energisch gegen den Abstieg stemmten. "Wir dürfen nicht denken, dass wir ja noch das Bensheim-Spiel in der Hinterhand haben und das irgendwie schon gut geht", warnt Schmidt und will schon bei Vatanspor die entscheidenden Punkte einfahren.

FC Alsbach - FV Bad Vilbel (Sonntag, 15 Uhr)

Für beide Vereine ist der Ausgang der Partie richtungsweisend für das Saionfinale am kommenden Wochenende. Während die Alsbacher in der Tabelle aktuell nach unten blicken, könnten die Brunnenstädter mit einem Sieg vorzeitig die Meisterschaft besiegeln. Der FCA hingegen steht im Tabellenkeller der Liga und hat einen Punkt Rückstand zum rettenden Ufer. Außerdem gab es in den vergangenen Wochen wenig Grund zur Freude. Die letzten vier Partien verloren die Bergsträßer, teilweise gegen die direkten Konkurrenten.

Alles andere als ein Sieg gegen den Tabellenführer würde der Mannschaft von Sascha Huy, der am Sonntag in seinem letzten Heimspiel als FCA-Coach an der Seitenlinie stehen wird, wohl nicht weiter helfen. Die Vorzeichen dafür stehen aber nicht so gut, wie Alsbachs Pressesprecher Andreas Rothermel verriet. "Die personelle Lage ist angespannt und unsere Ausgangslage hat sich verschlechtert. Aber das müssen wir aus den Köpfen bekommen und unsere Hausaufgaben machen", so Rothermel, der aber auch mit einem Auge darauf schauen wird, was die Konkurrenten am Sonntag machen.

Über die mannschaftliche Geschlossenheit soll es dabei gelingen, dem Tabellenführer aus Bad Vilbel, die am letzten Spieltag auf den Tabellenzweiten aus Friedberg treffen, ein Bein zu stellen. Zumindest die Heimbilanz spricht für die Alsbacher. 26 Zähler wurden vor heimischem Publikum geholt, auswärts waren es nur 13 und im Hinspiel kassierte der FCA in Bad Vilbel eine bittere 0:5-Niederlage. Wer im Heimspiel nun auf Seiten der Alsbacher dabei sein wird und wer nicht, bleibt abzuwarten. Während Abdulrahman Sancak wieder mittrainieren konnte und eine Alternative ist, muss das Trainerteam auf Dennis Bender, Tim Engelhardt und Alexis Bonias verzichten. Außerdem steht hinter dem Einsatz von Cengiz Gencer und Milorad Vukovic noch ein Fragezeichen.

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