Verbandsliga-Analyse

Trio will den CSC stolpern sehen

28. Dezember 2021, 08:30 Uhr

Der CSC Kassel (links mit Toni Lecke) wird gejagt. Unter anderem von der SG Bad Soden um deren Sommer-Neuzugang Fernando Martinez Bizcocho, der sich mit sechs Treffern in die Verbandsliga eingeführt hat. Foto: Oliver Müller

Eine Verbandsliga-Hinrunde, die Lust auf die Rückrunde macht. Die halbe Liga muss vor dem Abstieg zittern, während sich das Aufstiegsrennen so offen wie lange nicht mehr gestaltet.

Die Lage

Ein Vierkampf um den Aufstieg, eine kleine Zone befreit von vielen Sorgen und eine breite Masse, die gen Abstiegskampf blickt. Die Verbandsliga verspricht viel Spannung in der Rückrunde. An der Spitze hat sich Bad Soden dank des Erfolgs im letzten Spiel die Chance gewahrt, ein Wort um den Hessenliga-Aufstieg mitzureden. Fünf Punkte beträgt der Rückstand auf den Führenden CSC Kassel. Vorerst ein wenig befreit hat sich die SG Barockstadt II, die nach der Hinrunde sieben Punkte vor einem möglichen Abstiegsplatz steht.

Mitten im Abstiegskampf stecken dagegen gleich vier osthessische Teams, wobei den FSV Thalau bei gerade einmal zwei Punkten nicht einmal der kühnste Optimist auf dem Zettel haben dürfte. Viel eher steht da die SG Johannesberg, die nach einer enttäuschenden Hinrunde auf dem drittletzten Platz steht. Zwei Punkte vor der SGJ steht Ehrenberg, das besonders in der heimischen Rhön zu überzeugen wusste. Dank der erfolgreichen Heimspiele ist der Anschluss hergestellt. Nach einem guten Saisonstart ist der FC Eichenzell wieder im Abstiegskampf angekommen. Drei Punkte trennen das Team von Sebastian Sonnenberger von den Abstiegsplätzen.

Top

Die Spannung der Liga ist das große Plus in diesem Jahr. Bis auf Thalau, Sand und Lichtenau wird es für die restlichen 14 Mannschaften noch um den Aufstieg beziehungsweise gegen den Abstieg gehen. Ebenfalls eine Erwähnung wert ist die Auswärtsstärke der zweiten Barockstadt-Mannschaft. Dank sechs Siegen, zwei Remis und keiner Niederlage ist die Roth-Elf Siebter – und steht nicht auf einem Abstiegsplatz.

Flop

Eine desolate Hinrunde spielte der FSV Thalau. Zwei Punkte, 74 Gegentore in 16 Spielen, eine Absage wegen zu wenig Spielern und ein Trainer Meik Voll, der nach dem 1:10-Desaster bei Türkgücü Kassel seinen Hut nahm. Positives hat der FSV nicht hervorgebracht, wobei der Punktgewinn gegen Eichenzell am letzten Spieltag dafür spricht, dass sich die Mannschaft nicht ergeben hat. Dennoch, von Abstiegskampf kann keine Rede mehr sein. Schon eher bei Johannesberg. Gut gestartet, musste Zeljko Karamatic immer wieder verletzte und gesperrte Spieler ersetzen. Die SGJ glitt dadurch in einen Negativ-Strudel, zwischenzeitlich gab es aus sechs Spielen nur einen Punkt.

In Erinnerung bleibt

Der Johannesberger Trainer Zeljko Karamatic wollte bereits nach der 0:6-Niederlage in Willingen zurücktreten, wurde von seinen Spielern aber umgestimmt. Vorerst mit Erfolg, denn das folgende Spiel gegen Sandershausen gewannen die Johannesberger. Da sie in den folgenden fünf Partien jedoch nur noch drei Punkte einfuhren, schmiss ein entnervter Karamatic doch hin. Eher unerklärbar kommt eine Serie der SG Barockstadt II daher. Während die Mannschaft die Auswärts-Tabelle anführt, klappte zuhause überhaupt nichts. Erst im letzten Heimspiel gab es einen 1:0-Sieg gegen Ehrenberg. Nach zuvor sieben Niederlagen in sieben Spielen.

Zahlenspiel

Sechs und sieben. Die Anzahl der Platzverweise, die Johannesberg (sechs) und die SGB (sieben) hinnehmen mussten. Nur in der Hinrunde. Sowohl Karamatic als auch Florian Roth kritisierten die Disziplin ihrer Mannschaften während der Hinrunde. Für Spektakel sorgte an den letzten Spieltagen Türkgücü Kassel. Erst wurde Thalau mit 10:1 abgeschossen, dann unterlagen die Türken dem SSV Sand mit 4:6. Auch dadurch sahen die Verbandsliga-Zuschauer fast vier Tore im Schnitt (3,7).

Ausblick

Im Aufstiegsrennen wird der Start aus der Winterpause für alle vier Mannschaften entscheidend sein. Behält der CSC Kassel seine Abgezocktheit bei, wird dem Aufstieg in die Hessenliga nichts im Wege stehen. Für die osthessischen Vertreter um Johannesberg und Ehrenberg wird es bis zum Ende um Punkte gegen den Abstieg gehen, während die Barockstadt II und Eichenzell in den letzten Partien der Saison bereits genügend Punkte gesammelt haben werden. Eng wird es zudem für Gudensberg, TSG Sandershausen und Hombressen/Udenhausen.

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