Überblick der letzten Geschehnisse

Taten folgt Hoffnung, Zuversicht und bittere Realität

30. April 2021, 20:25 Uhr

Nein, so war das nicht geplant. Eigentlich wollte Dominik Rummel und die SG Barockstadt den Aufstieg bejubeln. Nun aber erlebte die SGB eine Bruchlandung. Foto: Charlie Rolff

Das Drehbuch, das die SG Barockstadt am 6. September 2020 zu schreiben begann, sollte mit Jubelstürmen am 29. April 2021 enden. Doch daraus wurde nichts. Ein Rückblick.

Es ist Sonntag, der 6. September des vergangenen Jahres. Die Barockstadt samt Anhang macht sich auf den Weg nach Eddersheim. Erster Spieltag der neuen Hessenligasaison. Das Ziel: die Meisterschaft. Alle Augen richten sich gen Regionalliga Südwest. Und der Blick dorthin bleibt. Elf Siege erreicht die Elf von Trainer Sedat Gören in den ersten zwölf Partien, nur eine Niederlage in Dietkirchen befleckt die weiße Weste. Der Grundstein für die Saison ist gelegt, die Mannschaft ließ den eigenen Ansprüchen Taten folgen.

Doch nach dem 4:0 Ende Oktober gegen den SV Neuhof sollte kein weiterer Sieg folgen. Corona funkte dazwischen. Die Hoffnung blieb, im Frühjahr den Spielbetrieb wieder aufnehmen zu können und über den sportlichen Weg den Gang in die höhere Liga zu packen. Aber nach und nach rannte die Zeit davon. Ende März diesen Jahres entschied der Hessische Fußball-Verband (HFV) schließlich die Annullierung der Saison. Eine klare Positionierung pro der SGB vermied der HFV zunächst, doch im Lager herrschte die Hoffnung, dass der Hessenliga-Spitzenreiter für die Regionalliga gemeldet würde.

Die Tendenzen im April sowie die Rückmeldungen der Landesverbände aus Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, die sich neben dem HFV für Aufsteiger in die Regionalliga stark machten, machten aus der Hoffnung Zuversicht. Die Regionalliga Südwest GbR ließ sich Zeit, schaltete gar Anwälte ein. Eine Klagewelle ob der Auf- und Abstiegsfrage wurde erwartet. Entsprechend mussten alle Entscheidungsmöglichkeiten genauestens begutachtet werden.

Unter vorgehaltener Hand rechnete sich ganz Fulda aus, bald Regionalligafußball im Stadion Johannisau genießen zu können. Bis zum gestrigen Tag, dem besagten 29. April. Dann nämlich entschieden sich die Regionalliga-Verantwortlichen gegen die Oberliga-Spitzenreiter und für die abstiegsbedrohten Vereine. Nur zwei Absteiger aus der Regionalliga statt derer sechs. Die Bombe schlug ein. Barockstadts Vorstand Martin Geisendörfer und Kapitän Patrick Schaaf waren enttäuscht und wütend zugleich. Überregionaler Fußball sollte es sein, doch der Sprung auf die große Bühne wurde Fulda nach 19 Jahren verwehrt. Die bittere Realität kehrte ein. Der Verband aber steht nun in der Pflicht. Das weiß nicht nur Johannes Götze, der Versagen beim Regeln machen feststellte.

Die Gemütslage lässt sich schwer beschreiben. Deutlich entspannter ist sie hingegen im Lager der Regionalligisten. Hessen Kassel beispielsweise profitiert, hat nun den Klassenerhalt fast in der Tasche. Für Stadtallendorfs Trainer Dragan Sicaja wäre es "absurd" gewesen, wenn nach so wenig Spielen es hätte Aufsteiger geben sollen. Was bleibt, sind weiterhin Fragen. Vor allem bei der Barockstadt, die mit den anderen Oberligisten juristische Schritte prüfen lassen möchte. Ob das Erfolg bringt? Das weiß niemand.

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