24.05.2018

Steinbachs Abschied vor Minuskulisse?

Hessenliga: Letztes Spiel gegen Rot-Weiss Frankfurt

Im Hinspiel unterlag der SVS mit 2:5 am Frankfurter Brentanobad. Foto: Mithat Gürser

Für Schlusslicht SV Steinbach endet die Ära Hessenliga am Samstag mit dem Heimspiel gegen die SG Rot-Weiss Frankfurt. Die Gäste aus der Mainmetropole haben bei einem Sieg im Mühlengrund noch realistische Chancen auf den Klassenverbleib.

Eigentlich hätte das Spiel schon am 11. November letzten Jahres in Steinbach ausgetragen werden sollen, fiel aber seinerzeit witterungsbedingt aus und wurde von Klassenleiter Jürgen Radeck am 16. Dezember in Frankfurt neu angesetzt. Der SVS unterlag mit 2:5 und schon damals zeichnete sich der Abstieg nach zweijähriger Klassenzugehörigkeit ab. Vier Punkte haben die Steinbacher seitdem geholt, die letzten Ergebnisse waren dabei richtig deutlich: 2:10 in Hadamar, 0:9 gegen Alzenau, wobei gegen die Unterfranken Spielertrainer Petr Paliatka nur ein Kader von zwölf Spielern zur Verfügung stand. Viel besser wird die personelle Lage am Samstag im letzten Spiel nicht sein, zumal um 16 Uhr parallel 200 Meter weiter die Reserve in der Kreisoberliga Nord das alles entscheidende Spiel gegen den Abstieg gegen die SG Niederaula/Kerpenhausen vor der Brust hat.

Gut möglich, dass sich dort mehr Zuschauer einfinden als beim Hessenliga-Spiel, oder die wenigen Besucher nach der Halbzeit abwandern. Nicht abwägig, dass beim letzten Hessenliga-Auftritt eine zweistellige Minuskulisse registriert wird. Der lange verletzte Sebastian Bott soll jedenfalls bei der Reserve aushelfen. Trotzdem wollen sich die Steinbacher nicht auch noch gegen Rot-Weiss Frankfurt abschlachten lassen, die zuletzt mit dem 5:2-Sieg bei Hessen Dreieich für ein Ausrufezeichen sorgten. Ein einfacher Sieg würde den Frankfurtern schon reichen, um zumindest vor dem OSC Vellmar zu landen. Um ganz sicher nach dieser turbulenten Saison den Ligaerhalt noch feiern zu können, wäre noch ein Remis von Konkurrent Viktoria Griesheim optimal.

Selbstvertrauen nach dem Dreieich-Coup

Dann wäre Rot-Weiss auch nicht mehr von der Frage abhängig, ob Hessen Kassel in die Hessenliga absteigt oder nicht. Denn das entscheidet sich ja ohnehin erst am Sonntag. Nur wenn der 1. FC Saarbrücken und Waldhof Mannheim in die 3. Liga aufsteigen, bleibt Kassel in der Regionalliga und in der Hessenliga steigen neben Rückzieher Fulda und Steinbach nur noch ein weiterer Klub ab. Die Frankfurter wittern nach dem Coup in Dreieich natürlich die Chance, sich mit einem Sieg in Steinbach doch noch zu retten. "Wir trainieren ganz normal und bereiten uns auf das Spiel vor. Mit voller Konzentration gehen wir die Aufgabe an und wollen aufgabentreu spielen. Wenn wir das umsetzen, was wir können und das Tempo hochhalten, werden wir dort gewinnen", sagt Rot-Weiss-Trainer Hicham Tahrioui. In der Winterpause aus der abgemeldeten Verbandsliga-Reserve befördert, endet seine Mission in Steinbach womöglich doch noch mit dem Klassenerhalt.

"Stand jetzt bin ich mit vollem Herzen bei der Sache und konzentriere mich voll auf die Aufgabe", sagt Tahrioui. Obwohl das Engagement des jungen und smarten Trainers am Saisonende endet, will er sich keine Gedanken um seine fußballerische Zukunft machen. "Ich bin fünf Jahre hier und will Teil einer wundervollen Geschichte werden", so Tahrioui im Hinblick auf seine letzte Aufgabe beim SV Steinbach. Dabei setzt der Coach wieder auf die Talente aus der eigenen Hessenliga-U19, die zuletzt Hessen Dreieich durcheinanderwirbelten. "Ich setze gerne auf die Jugend und deswegen habe ich diese charakterstarken Spieler ins Boot geholt. Ich hätte sie gerne schon zur Winterpause fest zu mir geholt, aber um so schöner, dass wir sie jetzt in den Seniorenbereich integrieren können", so der Frankfurter Trainer abschließend.

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