26.10.2016

„Steinbach verdient in der Region Respekt“

Hessenliga: Andre Vogt kehrt zu seinen Wurzeln zurück

Die Fäuste geballt: Andre Vogt durfte gegen Ederbergland auch aufgrund eines eigenen Treffers jubeln. Foto: Charlie Rolff

65 Hessenliga-Spiele in der Summe, in der aktuellen Saison gerade einmal 19 Minuten verpasst und als Linksverteidiger bereits zwei Tore geschossen. Bei Andre Vogt wird ganz schnell vergessen, dass er gerade einmal 20 Jahre alt ist und somit der mit Abstand jüngste unumstrittene Stammspieler im Kader des Hessenligisten TSV Lehnerz.

Just am Samstag (15 Uhr) steht für Vogt nun eine Reise in die eigene Vergangenheit bevor: Bis zur C-Jugend schnürte er die Schuhe für den SV Steinbach, bevor er sich erst Mainz 05 und dann dem TSV Lehnerz anschloss: „Natürlich ist das Spiel für mich ein besonderes. Ich werde allerdings versuchen, es wie jedes andere anzugehen.“ Besonderen Bezug hat er zu Steinbachs Sechser Michael Wiegand („Er ist mein bester Kumpel“) und Funktionär Hugo Kochanski („Mit ihm war ich oft im Urlaub, er ist ein guter Freund meines Vaters“). Kurioserweise spielte Vogt in der Jugend aber nur mit Wiegand und Daniel Hanslik zusammen, der private Kontakt zum restlichen Team hält sich dementsprechend in Grenzen.

Dass der SVS nun in der Hessenliga angekommen ist, befindet Vogt als logische Schlussfolgerung der vergangenen Jahre: „Da sind gerade im Vorstand jede Menge Fußballverrückte, was ich im positiven Sinne meine. Ich glaube, dass es deutschlandweit ganz wenige Oberligisten aus solch einem kleinen Dorf gibt, das verdient Respekt und den verdient sich Steinbach in der ganzen Region.“ So stünde sein Heimatverein - von seiner Wohnung bis zum Sportplatz sind es keine 200 Meter Luftlinie - keinesfalls zu Unrecht in der Hessenliga und darf auch mitnichten unterschätzt werden, gerade zuhause sei die Mannschaft immer für einige Tore gut.

„Drei, vier Spiele waren absolut katastrophal"

Immerhin zwei Tore erzielte Vogt im bisherigen Saisonverlauf selbst, dazu bereitete er ebenfalls zwei vor. Gerade beim 5:1-Sieg gegen Ederbergland überzeugte der 20-Jährige über die Maßen: „Es läuft wieder. Ich hatte in dieser Saison allerdings auch schon eine Phase, da waren drei, vier Spiele absolut katastrophal“, übt Vogt deutliche Selbstkritik. Der gelernte Stürmer hat sich mit seiner defensiven Position, die er allerdings sehr offensiv auslebt, arrangiert: „Ich bin zuerst einmal froh, dass ich in unserer Mannschaft Stammspieler bin, wir haben nämlich eine riesige Qualität. Und gerade in der Offensive weiß ich, dass ein Pierre Mistretta oder ein Alex Reith besser sind als ich und auch über einen Steven von der Burg brauchen wir nicht zu reden.“

Dementsprechend beantwortet Vogt die Frage, ob er sich in Zukunft wieder weiter vorne sieht derzeit mit einem „jein“. Dass er aktuell offensiv so sehr aufblüht, liegt seiner Meinung nach vor allem am linken Innenverteidiger Sebastian Sonnenberger: „Sonne gibt mir eine unheimliche Sicherheit. Da kann ich getrost nach vorne gehen und muss keine Angst haben.“ Sein bisher einziges Pflichtspiel im Mühlengrund gegen Steinbach verlor Vogt übrigens: 1:2 mit Lehnerz II vor über zwei Jahren. Vogt hatte damals Julian Pecks den Anschlusstreffer serviert und Michael Wiegand spielte noch an seiner Seite.

Autor: Johannes Götze

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