20.09.2018

Speuzer-Coach Somun pocht auf selbe Spielausrichtung

Verbandsliga Süd: Rotgesperrter Ilkiz muss ersetzt werden

Hofft auf die Fortsetzung der Auswärtsstärke: FFV-Trainer Mehmet Tunay Somun. Foto: Jörg Schulz

Auswärts schon drei Siege und nur eine Niederlage, zu Hause erst ein Sieg und schon vier Niederlagen - der FFV Sportfreunde 04 könnte froh, dass er am Samstag wieder auf Reisen gehen darf, denn an der heimischen Mainzer Landstraße haben die im Volksmund "Speuzer" genannten Frankfurter Nachholbedarf. Im Gastspiel bei der Turnerschaft Ober-Roden (16 Uhr) soll dem Verbandsliga-Aufsteiger möglichst der vierte Auswärtsdreier gelingen.

Die gute Auswärtsausbeute mit neun Punkten aus vier Spielen - in dieser Tabelle ist der FFV auf Rang sechs notiert - und die Gegenüberstellung der schwachen Heimbilanz mit lediglich drei Zählern aus fünf Spielen erklärt Trainer Mehmet Tunay Somun eher als eine Art Zufall: "Die Heimspiele sind in der Tat unglücklich verlaufen. Gegen Sandzak, Germania Ober-Roden und Wald-Michelbach haben wir die Spiele aufgrund von Platzverweisen in Unterzahl beenden müssen. Zudem hatten wir gegen Sandzak und Vatanspor Bad Homburg Chancen, um die Spiele mit drei Toren Unterschied zu gewinnen", erklärt Somun, warum sich der FFV auf eigenem Terrain bislang eher als Punktelieferant präsentierte. Denn lediglich das Heimspiel gegen Mitaufsteiger 1. FC Erlensee (4:2) konnte auf dem eigenen Kunstrasenplatz gewonnen werden. "Wir machen keinen Unterschied ob auswärts oder daheim, denn wir haben immer die selbe Spielausrichtung", unterstreicht der Chefcoach vor dem Auftritt bei der Turnerschaft Ober-Roden. "Wir waren in keinem Spiel unterlegen und haben gegen Topteams wie Erlensee oder Hanau 1960 sehr gut mitgehalten. Auch die zweite Halbzeit in Unterzahl gegen Wald-Michelbach war gut. Das stimmt mich optimistisch für die nächsten Spiele", sagt der FFV-Trainer.

Für Somun ist es es zunächst also egal, wo und wie der FFV den Dreier einfährt, wichtig seien einzig und allein die drei Punkte, die gegen die Odenwälder (0:2) auch deshalb nicht eingefahren wurden, weil Kapitän Okan Ilkiz sich schon in der 18. Minute die Rote Karte einhandelte. "In der Nachbetrachtung war der Platzverweis ein Genickbruch. In der Verbandsliga das Spiel mehr als 70 Minuten in Unterzahl zu gestalten, ist sehr schwierig", erklärt Somun. Die Negativerlebnisse mit drei 0:2-Niederlagen in Folge inklusive des Kreispokal-Auftritts beim Nachbarn SG Westend aus der Kreisoberliga macht Somun auch an der Neuausrichtung des Kaders fest: "Wir sind als Aufsteiger noch in der Findungsphase, diese sollte aber in den nächsten zwei Spielen abgeschlossen werden. Die verlorenen Spiele ergeben in der Betrachtung, dass wir teilweise mit drei oder vier Toren hätten gewinnen müssen. Gegen Vatanspor haben wir auch einen Elfmeter verschossen und gegen Wald-Michelbach ist es in Unterzahl unglücklich verlaufen. Das Pokalspiel unter der Woche auf dem Hartplatz ist dabei außen vor", blickt der Übungsleiter zurück.

"Es wird die eine oder andere Änderung geben müssen"

Und weist darauf hin: "Wir sind jetzt in der Verbandsliga und diese Liga verkraftet keine Ausreden und Entschuldigungen. Da wird jeder Fehler eiskalt bestraft. Jeder Spieler muss 90 Minuten seine Verbandsliga-Tauglichkeit unter Beweis stellen. Wir werden mit den Jungs eingehend die letzten Spiele besprechen und dann wird es die eine oder andere Änderung geben müssen." Zumal Ilkiz als Wiederholungstäter in den kommenden Wochen gesperrt ausfallen wird. Gegner TSO hat daheim mit vier Punkten ebenfalls noch keine Bäume ausgerissen. "Das wird nicht einfacher, denn jeder Gegner verfügt über Qualität. Wir müssen jetzt die Kurve bekommen und ich traue dieser Mannschaft jederzeit eine Serie von fünf, sechs Siegen zu", ist Somun optimistisch. "Vier Siege aus neun Spielen ist für einen Aufsteiger nicht so verkehrt, aber wir müssen natürlich aufpassen und wissen, dass es bei fünf möglichen Absteigern nur um den Klassenerhalt geht. Es war uns aber noch keine Mannschaft spielerisch überlegen und wir konnten gegen jeden Gegner mithalten", resümiert Somun.

Den Ausfall von Ilkiz zu kompensieren, das wird ein wichtiger Punkt auf der Tagesordnung sein. "Die Jungs im Offensivbereich müssen nun Akzente setzen, da Okan unser Mittelpunkt im Offensivspiel ist. Jetzt müssen wir uns etwas anders aufstellen und der eine oder andere muss aus dem Schatten von Okan Ilkiz heraustreten, um ihn in seiner Abwesenheit zu ersetzen", sagt Somun und sparte nicht mit Kritik am Kapitän: "Okan weiss selbst, dass er uns damit keinen Dienst erwiesen hat und das darf einem so erfahrenen Spieler wie ihm nicht passieren."

Autor: Pedro Acebes

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