12.07.2018

Somun: "Müssen unsere Spielweise modifizieren"

Verbandsliga Süd: Speuzer-Trainer im Interview

Speuzer-Trainer Mehmet Tunay Somun. Im Hintergrund sein Bornheimer Kollege Maik Rudolf. Foto: Steffen Turban

Als Mehmet Tunay Somun den FFV Sportfreunde 04 im Sommer 2015 als Trainer übernahm, war der Klub von der Mainzer Landstraße noch ein mittelmäßiger Frankfurter Kreisoberligist. Drei Jahre später schlagen die Speuzer in der Verbandsliga Süd auf. Wir haben mit dem Aufstiegstrainer über die neue Saison und das Sommertheater bei den Sportfreunden gesprochen.

Mehmet, gegen den Hessenligisten VfB Ginsheim gab es ein 1:3. Wie bewertest Du dieses Ergebnis?

Ich bin mit der Leistung der Mannschaft zufrieden. Wir hatten acht Neuzugänge in der Anfangsformation. Diese Mannschaft hat so noch nie zusammen gespielt. Gegen eine ligahöhere Mannschaft wie Ginsheim haben wir es recht ordentlich gelöst. Es war lange ausgeglichen. Ginsheim hatte zwar mehr Spielanteile, aber man hat nicht gesehen, dass sie uns an die Wand gespielt haben. Durch den unberechtigten Elfmeter zum 1:2 gab es bei uns einen Knick. Dann haben wir noch das 1:3 kurz vor dem Ende bekommen. Wir befinden uns noch früh in der Vorbereitung und dafür haben wir uns gegen den Hessenligisten gut präsentiert. Darauf lässt sich aufbauen. Ich bin optimistisch für die nächsten Wochen.

Was gab es beim Elfmeter zu beanstanden?

Es war ein Getümmel im Strafraum, wo eigentlich alle Spieler zum Ball gehen, um zu klären. Viele Entscheidungen des Schiedsrichters waren für mich nicht nachvollziehbar. Wir müssen die Entscheidung so akzeptieren, aber dadurch wurde unser gutes Spiel bis dahin kaputt gemacht.

Inwiefern hat das Sommerthema mit den vier Abtrünnigen Unruhe gebracht?

Das Thema ist abgeschlossen. Es wurde genug darüber geredet und kommuniziert. Ich schaue jetzt nach vorne und konzentriere mich auf die neuen Jungs. Kurzzeitig war das natürlich schon ein Thema. Mittlerweile redet aber keiner mehr darüber. Wir sind optimistisch und freuen uns, dass wir uns so schnell verstärken konnten. Gegebenenfalls werden weitere Spieler folgen. Aber auch wenn kein Spieler mehr dazu kommt, habe ich absolutes Vertrauen in diesen Kader und ich denke, dass wir unsere Ziele mit dieser Truppe erreichen können.

Es ging rasant von der Kreisoberliga Frankfurt in die Verbandsliga Süd. Inwiefern muss dein Team seine Spielweise ändern?

Wir waren in der Kreisoberliga und in der Gruppenliga sehr dominant was Ballsicherheit und Ballbesitzfußball angeht. Das wollen wir beibehalten, soweit es möglich ist. In Phasen, in denen wir den Ball nicht haben, müssen wir schauen, dass wir gegen den Ball gut arbeiten. Neben Abwehr- und Mittelfeldpressing wollen wir auch Offensivpressing spielen. So können wir auch in der dritten Zone den Ball erobern. Das muss man sehen, inwieweit wir das mit dem Kader hinbekommen können. In der Verbandsliga wird man nicht so viel Zeit am Fuß haben, da kommen bessere Gegner und athletischere Spieler auf uns zu, die auch taktisch besser ausgebildet sind. Deswegen müssen wir auch unsere Spielweise modifizieren.

Neuzugang Ernad Dananovic wurde von den wenigen Zuschauern schon gelobt. Wie hast Du ihn gesehen?

Ernad ist sehr präsent auf dem Platz. Durch seine Robustheit und seiner Zweikampfstärke tut er unserem Spiel sehr gut. Er hat sich sehr gut eingefügt und man hatte den Eindruck, er würde schon seit zwei, drei Jahren bei uns spielen. Mit seinem Einstand bin ich sehr zufrieden.

Am ersten Spieltag beginnt die Verbandsliga-Saison beim Mitaufsteiger Bornheim.

Gegen den Aufsteiger und Kreispokalsieger im ersten Spiel in der neuen Liga in Bornheim zu spielen, darauf freuen wir uns natürlich. Das ist eine tolle Mannschaft mit einem tollen Trainer. Die drei Spiele gegen die SGB inklusive dem Kreispokalfinale boten einen hohen Unterhaltungswert. Ich denke, dass das am 5. August so weiter gehen wird.

Autor: Pedro Acebes

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