27.12.2019

SGJ mit mehr Offensivwucht auf Rekordkurs

Verbandsliga: Nur die Derbybilanz schmälert Johannesbergs starke Saison

Vier Neue, die auf Anhieb eingeschlagen haben (von links): Marcel Mosch, Sorin Leucuta, Marius Löbig und Kornelius Raab. Foto: Kevin Kremer

Ein umgemodelter Kader mit prominenten Zugängen, ein neuer Coach und vor allem wesentlich mehr Wucht nach vorne: Die runderneuerte SG Johannesberg steht in der Verbandsliga mittlerweile für reichlich Spektakel – und wird wohl bis Saisonende um den Aufstieg mitspielen dürfen.

So lief die bisherige Runde:

In 19 Spielen ließ die SGJ gerade mal 15 Punkte. Einzig das inhomogene Feld und die Konstanz des Spitzenquintetts sorgen dafür, dass Johannesberg trotzdem „nur“ als Dritter in die Winterpause gegangen ist. Nachdem Jochen Maikranz mit einer etwas defensiveren Ausrichtung in den ersten zwei Verbandsligajahren des Vereins überhaupt auch schon sehr gut gefahren war, hat sein Nachfolger Zeljko Karamatic der Mannschaft noch etwas mehr Offensivwucht und Spielwitz einverleibt – wenngleich das Niveau im Angriff durch hochkarätige Neuzugänge im Sommer ohnehin schon enorm angehoben wurde. Dank eines starken Starts war Johannesberg von Beginn an in der Spitzengruppe dabei, setzte beim 3:0 gegen Hünfeld gleich mal ein dickes Ausrufezeichen. Ungeachtet dieses Erfolgs ist die Derbybilanz noch ausbaufähig: Die lediglich drei Niederlagen bislang setzte es ausschließlich gegen Lokalrivalen. Beim 2:2 gegen CSC Kassel und dem 0:4 gegen Hünfeld erreichte die Karamatic-Elf nicht mehr ihr volles Leistungsvermögen, auch weil immer mehr Stammkräfte mit Blessuren zu kämpfen hatten.

So haben die Neuzugänge eingeschlagen:

Jahrelang fehlten Johannesberg die Abschlussspieler. Der fand sich in Rückkehrer Sorin Leucuta (Eiterfeld/Leimbach), der achtmal traf. Robin Sorg (Thalau) kam zwar über die Rolle des Jokers nicht hinaus, traf aber trotzdem bei gerade mal 288 Einsatzminuten viermal. Die beiden Kumpels Marcel Mosch (Barockstadt) und Marius Löbig (Hadamar) brachten noch mehr Tempo und spielerische Finesse ins offensiven Mittelfeld und schenkten dem bisherigen Alleinunterhalter Niklas Zeller so noch mehr Raum zur Entfaltung. Der Rumäne Cosmin Calin kommt zwar unscheinbar rüber, hat auf Außen aber mit Abstrichen überzeugen können, in der Defensive hat Kornelius Raab (Bachrain) einen Satz gemacht, auch Last-Minute-Transfer Jonas Lembach (Flieden) erfüllte als Außenverteidiger die Erwartungen. Einzig vom als Ersatzkeeper eingeplanten Nordmazedonier Riste Shpirov hat man nicht mehr so viel gehört. Kurzum: Die Transfers waren sicher nicht ganz günstig, haben sich aber gelohnt.

In Erinnerung bleibt:

Die beiden Schlagerspiele gegen Hünfeld waren Highlights – in positiver wie in negativer Sicht. Beim 3:0 im Heimspiel klappte bei Johannesberg alles, beim 0:4 zum Kehraus auf der Rhönkampfbahn lief dagegen so gut wie nichts zusammen. Richtig Spaß bereiteten die 5:3-Spektakel gegen Eichenzell und Bad Soden, in denen die Johannesberger erst schleppend ins Spiel kamen, hintenraus aber noch einmal enorm aufdrehten und – gegen Eichenzell gar in Unterzahl – am Ende doch standesgemäße Erfolge feierten. Big Points gab es gegen Willingen.

Ausblick:

Nach dem 0:4 in der Haunestadt wird es schwer, Hünfeld noch vom Thron zu stoßen. Im Vergleich zum anderen osthessischen Verfolger aus Flieden scheint Johannesberg indes stabiler, einen Fingerzeig wird schon das zweite Restrundenspiel am 8. März am Fliedener Weiher geben. Gut möglich, dass die gewohnt robust auftretenden Willinger bis zum Schluss auf Augenhöhe mit der SGJ agieren und es am letzten Spieltag im Upland zum Showdown – zumindest um den zur Aufstiegsrunde berechtigenden Rang zwei – kommt. Ziemlich sicher wird Johannesberg die historisch beste Saison 2017/18 (58 Punkte) toppen.

Autor: Christian Halling

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