22.08.2018

Schwanheims Höhenflug soll keine Eintagsfliege sein

Verbandsliga Mitte: Furioser Germania-Start

Tomas Pelayo steht nun mit Mirko Kelava ein gleichberechtigter Trainer zur Seite. Foto: Jörg Schulz

Germania Schwanheim auf Platz drei der Verbandsliga Mitte - die Frankfurter sorgen derzeit mächtig für Furore. So schnell kann es gehen, vier Siege zum Auftakt und die Blau-Weißen grüßten die verblüffte Konkurrenz von der Tabellenspitze. Die 2:4-Heimniederlage gegen den FC Waldbrunn bedeutete am vergangenen Sonntag die erste Niederlage der jungen Saison, doch der Höhenflug muss dadurch noch nicht beendet sein.

Den beiden Heimsiegen zum Auftakt gegen die DJK Flörsheim (2:1) und die TSG Wörsdorf (6:2) folgte ein 3:2-Auswärtssieg bei der ambitionierten Zweitvertretung des neuformierten Hessenligisten FC Gießen. Zusammen mit dem 2:1-Heimerfolg über den TSV Bicken wanderten also in den ersten vier Saisonspielen satte zwölf Zähler auf das Punktekonto des Klubs von der Schwanheimer Bahnschranke. Der eine oder andere "Ligaexperte" wollte den Schwanheimer Höhenflug am vermeintlich leichten Auftaktprogramm mit drei Aufsteigern und dem in der letzten Saison fast abgestiegenen Bickenern festmachen, dem tritt Germania-Trainer Tomas Pelayo aber resolut entgegen: "Definitiv ist das kein Zufall oder an vermeintlich leichten Gegnern festzumachen. Unser Main-Taunus-Rivale Flörsheim ist mit seinen erfahrenen Spielern kein normaler Aufsteiger und bei Gießen II sind in Watzenborn einige Akteure aus dem Hessenliga-Team runtergezogen worden", erklärt der spanische Übungsleiter, der in seinem dritten Schwanheimer Jahr nun von seinem gleichberechtigten Trainerpartner Mirko Kelava unterstützt wird.

Natürlich sei der jetzige Tabellenstand nicht mehr als eine Momentaufnahme, doch "wir sind qualitativ gut und in der Breite stärker geworden. Der Sieg am ersten Spieltag gegen Flörsheim hat uns Sicherheit gegeben und im zweiten Spiel gegen Wörsdorf haben wir die Torchancen souverän genutzt", urteilt der Coach. Beim FC Gießen II gerieten die Schwanheimer früh auf die Siegerstraße, führten nach wenigen Minuten schon mit 2:0. "Sicherlich eine neue Qualität von uns, so früh in Führung zu gehen", lobt Pelayo sein junges Team. Schwanheim betreibt seit vielen Jahren eine exhaustive Jugendarbeit und spielt beispielsweise mit den A-Junioren seit vielen Jahren in der Hessenliga.

Mirko Kelava gleichberechtigter Trainer

Das macht den Klub aus dem Frankfurter Südwesten, der traditionell dem Main-Taunus-Kreis angehört und deswegen in der Verbandsliga Mitte spielt, zu einem klassischen Ausbildungsverein. "Unsere finanziellen Mittel sind im Gegensatz zu anderen Vereinen in der Klasse begrenzt und limitiert. Wir setzen auf junge und hungrige Spieler mit Potenzial", stellt Pelayo fest. Der Spanier ist ein Verfechter des offensiven Fußballs, sein Team stürmt oft unbekümmert nach vorne und kreiert permanent Torchancen. Mit Kelava an seiner Seite, der von Hessenliga-Absteiger Rot-Weiss Frankfurt an die Bahnschranke kam, teilt sich der lautstarke Coach die Aufgaben. "Wir sind in der Trainingsgestaltung identisch und arbeiten im Team. Unsere Rollenverteilung ist gleichberechtigt. Ich bin keiner, der alles alleine macht, sondern brauche einen zuverlässigen Partner. So war es ja auch mit Mirkos Vorgänger Tarek Fouad", zeigt sich Pelayo als Teamplayer.

Da Kapitän und Torhüter Fabio Begher verletzt ausfällt, steht derzeit Nicolas Stilger im Tor. "Er war letztes Jahr noch dritter Tormann und meistert seine Aufgabe mit Bravour", ist Pelayo mit dem Keeper vollauf zufrieden. Mit Serhan Karabas, Raisi Zalla (beide zurück vom SV Zeilsheim), Ivan Samardzic (FC Kalbach), sowie Justin Matthews (Rot-Weiss Frankfurt) kann der Weg nur über den Aufbau von Talenten führen. "Das ist der Weg von Germania Schwanheim. Mit der jungen Truppe sind wir derzeit voll im Soll und es kann eine tolle Saison werden", sagt Pelayo. Die Worte des Trainers lassen den Rückschluss zu, dass der momentane Höhenflug keine Eintagsfliege sein soll.

Autor: Pedro Acebes

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