13.04.2018

Rödermark-Derby steht im Mittelpunkt

Verbandsliga Süd: Vatanspor empfängt Darmstadt

Durch sein Tor in der 90. Minute sicherte Fabian Bäcker (dunkles Trikot) Germania Ober-Roden unter der Woche den Sieg beim SV FC Sandzak. Foto: Mithat Gürser

Mit dem 28. Spieltag biegt die Verbandsliga Süd am kommenden Wochenende auf ihre Zielgerade ein. Nicht nur beim Rödermark-Derby zwischen dem FC Viktoria Urberach und der TS Ober-Roden wird es wohl heiß hergehen. Bis auf die Partie SG Bruchköbel gegen Viktoria Nidda steht auf allen anderen Sportplätzen richtig viel auf dem Spiel.

FC Viktoria Urberach - TS Ober-Roden (Sonntag, 15 Uhr)

Das nächste Rödermark-Derby ist im Anmarsch. Wenn der Hessenliga-Absteiger Viktoria Urberach die TS Ober-Roden empfängt, geht es um richtig viel. Als unmittelbare Tabellennachbarn mit jeweils 33 Punkten hat die Schmidt-Elf aber einen elementaren Abstiegskampf-Vorteil, da noch satte drei Spiele mehr auf dem Plan stehen. Aus den letzten drei Spielen konnten sieben Punkte geholt werden: "Punktemäßig hat sich was getan. Das war auch notwendig. Du musst ja schon Woche für Woche mindestens einen Punkt holen, um nicht abzusteigen", rechnet Schmidt vor. Zu vergleichen wird für den Ex-Profi das Derby mit dem zurückliegenden 4:0 gegen den 1. Hanauer FC nicht sein. "Das wird ein ganz anderes Spiel. Emotionaler und nickliger, weil es ein Derby ist. Uns ist bewusst, dass die TS mehr unter Druck steht, weil wir noch mehr ausstehende Spiele haben und im direkten Vergleich momentan besser dastehen. Mit einem Punkt wäre ich schon zufrieden."

Recht ordentlich lief es bis jetzt für die Turnerschaft in 2018, abgesehen von der jüngsten 0:1-Heimniederlage gegen den FC Alsbach. Elf Punkte aus sieben Spielen reichten aber nicht aus, um sich vom Kampf gegen den Abstieg zu befreien: "Meine Mannschaft hat sich stabilisiert und kennt ihre Stärken. Wir waren in keinem Spiel unterlegen und können und auch mit Top-Mannschaften messen. Wir hätten uns bis jetzt mehr Punkte verdient gehabt, aber dass Rückschläge kommen, das war zu erwarten. Die Liga ist ziemlich ausgeglichen", ist Zivojin Juskic mit der Leistung seiner Elf bis jetzt schon zufrieden. Von einem besonderen Druck will Juskic im Vorfeld des Derbys nichts wissen: "Was für ein Druck? Bei einem Derby ist egal, wer wo steht. Klar müssen wir schon noch ein paar Punkte holen, um nächstes Jahr wieder in der Verbandsliga spielen zu dürfen. Erst einmal geht es um ein Meisterschaftsspiel, und wir wollen die Punkte holen. Umso schöner ist es natürlich, wenn wir Punkte gegen Urberach holen."

SG Bruchköbel - Viktoria Nidda (Sonntag, 15 Uhr)

Sollte es bei fünf Absteigern bleiben, ist der Abstieg der SG Bruchköbel seit den Ergebnissen der Nachholspiele am Mittwochabend auch rechnerisch besiegelt. 22 Punkte Rückstand zum rettenden zwölften Tabellenplatz sind in sieben Spielen nicht mehr aufzuholen. Somit wird es wie erwartet einen Neuanfang in der Gruppenliga Ost für die Mannschaft von Trainer Albert Repp geben. Bis zum Saisonende will sich das Team aus dem Main-Kinzig-Kreis aber ordentlich aus der Klasse verabschieden, das weiß auch Carsten Weber, der Trainer des kommenden Gegners Viktoria Nidda. "Bruchköbel ist trotz des Punktestandes keine Laufkundschaft. Sie sind schwierig zu spielen, weil sie personell nachgelegt haben und seitdem beständig gut spielen. Das ist kein Spiel, welches wir schon gewonnen haben", warnt der Coach des Tabellenvierten. Das liege auch am momentan dünnen Kader und auf den vielen Ausfällen des Büdinger Kreisvertreters, weshalb "wir uns der Schwierigkeit bewusst sind. Ich erwarte ein Spiel auf Augenhöhe und so kommunizieren wir das auch", so Weber.

Aufgrund von Pokalspielen und Nachholspielen geht die Belastung für Nidda in den kommenden zwei Wochen hoch. Fünf Pflichtspiele stehen in den kommenden 15 Tagen an, "danach reguliert es sich wieder", erklärt Weber. "Da bleibt nichts anderes übrig, als die Belastung so zu dosieren sowie die Intensität zu regulieren", beschreibt der Coach das Trainingsprogramm. In Sachen Saisonziel legt Weber das Hauptaugenmerk auf die Punktzahl: "Die ist wichtiger als die Platzierung. Wir wollen so viele Punkte wie möglich holen und uns Woche für Woche weiterentwickeln."

1. Hanauer FC - Eintracht Wald-Michelbach (Sonntag, 15 Uhr)

Über 120 Minuten spielte der Hanauer FC am Mittwochabend im Hanauer Kreispokal gegen den VfR Kesselstadt und setzte sich am Ende knapp mit 2:1 durch. Am Sonntag empfängt der FC in der Verbandsliga Süd nun die Eintracht zum Heimspiel. Die zurückliegende 0:4-Niederlage in Urberach ist abgehakt und der Aufsteiger hofft, dass es gegen Wald-Michelbach wieder ein andere Begegnung wird. "Unsere Spieler wissen, dass sie etwas wieder gut zumachen haben. Ich hoffe, dass sie so auftreten, wie gegen Friedberg, denn wir wollen die Nummer eins im Kreis und der beste Aufsteiger bleiben. Doch ich bin guter Dinge, dass das klappt", äußerte sich Hanaus Sportlicher Leiter Giovanni Fallacara zuversichtlich. Außerdem erwartet er eine spannende Partie und bezeichnete den Gegner als "Wundertüte", weshalb sich der FC voll und ganz auf sich fokussieren möchte.

Nach dem 1:1-Unentschieden im Hinspiel hofft Eintrachts Trainer Ralf Ripperger auch in Hanau etwas Zählbares mitzunehmen, um den Vorsprung, der aktuell zwei Zähler beträgt, auf die Abstiegsränge auszubauen. "Dafür werden wir wieder eine total fokussierte Leistung abrufen müssen", weiß der Coach, worauf es in Hanau ankommen wird. Gleichzeitig soll an den 4:2-Erfolg gegen Bruchköbel angeknüpft werden, auch wenn Ripperger mit der gezeigten Leistung nicht ganz einverstanden war: "Einige von uns haben sich total verausgabt und alles gegeben. Ein paar hatten aber auch hier Luft nach oben. Insgesamt müssen wir noch mehr die Ordnung halten und fokussierter bleiben." Für diese Aufgabe müssen die Wald-Michelbacher auf Dennis Schitz und Malcom Darffour verzichten, auch bei René Brunner ist es fraglich, ob er zum Einsatz kommen wird. Bei den Gastgebern hingegen ist Ervin Skela wieder mit an Bord, während Sascha Ries und Michael Fink ausfallen. Zudem ist noch unklar, ob Dennis Gogol rechtzeitig fit ist.

Türk Gücü Friedberg - FC Alsbach (Sonntag, 15 Uhr)

Personell und sportlich hat sich Türk Gücü Friedberg festgelegt. Mustafa Fil und Gültekin Cagritekin bleiben die Übungsleiter der Burgstädter, und beim ausgelobten Ziel Tabellenplatz Zwei dürfte auf den Spitzenreiter nach dem 3:0-Auswärtssieg beim TSV Vatanspor Bad Homburg unter der Woche auch kein Störfeuer mehr zukommen. "Wir müssen schauen, dass wir da weitermachen, wo wir am MIttwoch aufgehört haben. Das wird ein schweres Spiel gegen Alsbach. Die haben gerade erst bei der TS Ober-Roden gewonnen und sind in der Tabelle in einer befreiten Position", analysiert Türk Gücü Friedbergs sportlicher Leiter Gökhan Satir die Lage. Im Vatanspor-Spiel verletzten sich Vuk Toskovic und Selim Aljusevic. Unklar ist auch, ob Kevin Effiong auflaufen kann. Dafür ging Kapitän Florian Decise wieder über die vollen 90 MInuten in Bad Homburg.

Minimalistisch hangeln sich die Alsbacher in der Tabelle immer weiter nach oben. 13 Punkte aus sieben Spielen bei einer Tordifferenz von 10:8. Zu Hause mussten sich die Alsbacher gegen die spielstarken Friedberger mit 2:4 geschlagen geben. Bereits nach 20 Minuten stand es da 2:2: "Friedberg spielt einen Hurra-Fußball. Selbst wenn sie führen, werden sie von Mustafa Fil weiter angepeitscht. Über 80 Tore haben sie bis jetzt geschossen, das soll schon was heißen in der Liga. Unsere Defensive muss kompakt stehen, und vielleicht können wir den ein oder anderen Konter fahren. Einen Sahnetag brauchen wir schon, wir sind aber nicht chancenlos", sieht Pressesprecher Andreas Rothermel die Alsbacher klar in der Außenseiterrolle. Beim FC ist Joachim Fricker immernoch krank und Cengiz Gencer und Dennis Bender hadern mit muskulären Problemen. Alexis Bonias (OP Handgelenk) fällt sowieso länger aus, während sein Bruder Nikolas als Torwart schon wieder mit dem Lauftraining begonnen hat.

Germania Ober-Roden - FC 07 Bensheim (Sonntag, 15 Uhr)

Nach dem 3:2-Auswärtssieg beim SV FC Sandzak empfangen die Germanen nun den FC Bensheim. Wieder geht es um viel, nämlich drei Zähler gegen den Abstieg. Obwohl der Aufsteiger den sechsten Tabellenplatz belegt, hat das nicht so viel zu bedeuten. "Unser Sieg gegen Sandzak war ein Sieg für die Moral. Jetzt gilt es, die Leistung und den Einsatz im Heimspiel gegen Bensheim zu bestätigen. Dann haben wir eine sehr gute Chance zu gewinnen. Aber Vorsicht ist geboten, denn die Punktausbeute in 2018 verläuft für beide Mannschaften vergleichbar. Daher wird es wieder ein enges und sehr umkämpftes Spiel um wichtige Punkte", fasst Germanias sportlicher Leiter Daniel Hoffstadt zusammen.

Die Gäste wollen natürlich auch Zählbares aus Ober-Roden mit nach Hause nehmen. Mit seinen Bensheimern wird es dann der vorerst letzte Auftritt von Übungsleiter Ludwig Brenner an der Frankfurter Straße gewesen sein, denn zum Saisonende beendet der 58-Jährige die Zusammenarbeit mit dem FC. Der Tabellenfünfzehnte bestreitet sein drittes Auswärtsspiel in Folge. Die letzten beiden Partien gingen zu Null verloren.

TSV Vatanspor Bad Homburg - Rot-Weiß Darmstadt (Sonntag, 15 Uhr)

Nach der 0:3-Niederlage gegen Türk Gücü Friedberg am Mittwoch geht es bereits am Sonntag für die Bad Homburger weiter. In der englischen Woche empfängt Vatanspor die Rot-Weißen aus Darmstadt zum Abstiegskracher. Lediglich drei Punkte trennen beide Mannschaften, die im Tabellenkeller stehen. Für die Gastgeber steht dabei eine entscheidende Woche bevor, denn bereits am darauffolgenden Mittwoch ist das Nachholspiel gegen den SC Hanau 1960. "Diese beiden Partien werden ausschlaggebend sein. Außerdem haben wir gegen Darmstadt ein Big-Point-Spiel, weshalb wir am Sonntag eine Serie starten wollen. Dann sieht es gut aus", so der Sportliche Leiter Hüseyin Güven, der hofft, dass die Mannschaft "leidenschaftlich und mit Herz" auftritt. Faktoren, die gegen Friedberg fehlten, und die nun wieder auf den Platz gebracht werden sollen, um die Gäste aus Darmstadt in der Tabelle auf Abstand zu halten. Aus personeller Sicht fehlen beim TSV nur die Langzeitverletzten.Güven hofft, dass Emin Yalin seine Oberschenkelverhärtung bis Sonntag auskuriert hat.

Die Mannschaft von Dominik Lohrer hingegen möchte ebenfalls siegen, um an den Bad Homburgern vorbeizuziehen. "An unserer Situation hat sich gefühlt seit Wochen nichts getan, deshalb darf man sich jetzt keine Fehler mehr erlauben", so Darmstadts Trainer, der darauf hofft, dass sein Team auf das 3:3-Unentschieden bei der Usinger TSG am vergangenen Wochenende aufbauen kann. Mit der Leistung zeigte sich Lohrer dabei zufrieden, ärgerlich waren aus Darmstädter Sicht aber die Gegentore, die durch individuelle Fehler verursacht wurden. "Die Jungs haben nicht aufgegeben und eine gute Moral gezeigt. Ein Erfolg in Bad Homburg würde uns Kraft geben für die kommende Woche und die noch ausstehenden Spiele", ist sich der Trainer sicher. Wie Vatanspor haben auch die Rot-Weißen in der kommenden Woche ein Nachholspiel bei Viktoria Nidda. Bei den Darmstädtern ist hingegen der Einsatz von Noel Luca Wembacher fraglich.

FV Bad Vilbel - SV FC Sandzak (Sonntag, 15 Uhr)

Der FV Bad Vilbel zog am Mittwochabend mit dem 2:1-Sieg beim Gruppenliga-Spitzenteam SC Dortelweil in das Finale des Friedberger Kreispokals ein. Gegner im Endspiel wird Türk Gücü Friedberg sein, mit denen sich die Brunnenstädter auch einen Zweikampf um die Meisterschaft liefern. Im Kampf um den direkten Aufstieg in die Hessenliga ist der FV zwar seit Mittwoch wieder auf Rang zwei abgefallen, aber Bad Vilbel hat drei Partien weniger als der Wetterauer Mitkonkurrent absolviert. Das Team von Trainer Amir Mustafic peilt weiter das Maximale an, dabei soll der Tabellenzwölfte SV FC Sandzak nicht zum Stolperstein werden. "Das ist eine echte Männer-Mannschaft. Sie sind stark in den Zweikämpfen und haben gute Fußballer. Bei Standards sind sie stark und sie könnten uns gefährlich werden. Wir werden sie nicht unterschätzen", warnt FV-Trainer Amir Mustafic vor dem kommenden Gegner und bekräftigt: "Wir wollen einen weiteren Sieg nachlegen."

Die Gäste kommen mit dem neuen Trainer Edin Softic, der Mustafic auch privat bekannt ist. Der bisherige Spielertrainer Murat Sejdovic, der weiter als Pressesprecher fungiert, sieht im FV Bad Vilbel "ein Spitzenteam mit viel Qualität und einem Super-Trainer, der die Mannschaft über Jahre geformt hat und nun in die Hessenliga führen wird." Dennoch habe sein Team "keine Angst, sondern Respekt vor dem klaren Favoriten." Gegen die Germania aus Ober-Roden habe Sandzak eine "unglückliche Niederlage erlitten und nun wollen wir in Bad Vilbel motiviert spielen und uns dort nicht verstecken. Wir haben einen Plan, der hoffentlich aufgeht. Jedenfalls hat keiner etwas zu verschenken", kündigt Sejdovic an.

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