Boris Loch Rekordhalter

Die Lewandowskis der heimischen Ligen

Ralph Kraus
05. Juni 2021, 09:00 Uhr

Marcel Trägler (links) schoss 2012/2013 62 Tore für die SG Blankenau/Stockhausen und über 150 Tore in drei Jahren. Dieser Wert ist in allen A-Ligen der Region unerreicht. Foto: Charlie Rolff

Robert Lewandowski hat den Uralt-Rekord der Bundesliga von Gerd Müller geknackt. Seine 41 Saisontore machen ihn unsterblich. Er traf damit einmal mehr als Müller – das schien über Jahrzehnte unmöglich, nachdem Müller diese Liste 49 Jahre anführte.

Doch wie sieht es eigentlich in den heimischen Ligen aus? Wo liegen da die Rekorde? Wir haben recherchiert, wer in den ewigen Listen der einzelnen Ligen die Nase vorne hat. Dabei sind wir auf eine ganze Reihe bekannter Namen gestoßen. Teilweise sind die Spieler noch aktiv.

Hessenliga

Im Oberhaus Hessens liegt ein Borusse aus Fulda vorne – und das schon sehr lange: Georg Kuczera schoss in der Saison 1954/1955 stolze 39 Treffer. Damals hieß die Spielklasse allerdings noch I. Amateurliga. Dicht heran kam in der Saison 1974/1975 der Bürstädter Karl-Heinz Vogt, der 38-mal ins Schwarze traf, gefolgt von Helmut Hampl (Hessen Kassel), der es 1978/1979 auf 37 Treffer brachte. Die beste Bilanz der vergangenen 41 Jahre hat mit Marco Fladung wieder ein heimischer Akteur inne. Im Meisterjahr von Borussia Fulda 1996 erzielte Fladung 35 Treffer. Sein Onkel Norbert Fladung hatte für Hünfeld 1963/1964 34 Tore erzielt und wurde so ebenfalls Hessenliga-Torschützenkönig.

Verbandsliga Nord

Rekordhalter der Verbandsliga Nord sind zwei Nordhessen: 2011/2012 wurde Harez Habib von Hessen Kassel II mit 39 Torerfolgen Torschützenkönig, in der Saison darauf erreichte der Dörnberger Pascal Kemper die gleiche Trefferzahl. Die meisten Titel als Torschützenkönig gewann Sören Gonnermann vom SV Weidenhausen. Der holte sich fünf Mal in den vergangenen sechs Jahren die Krone. Als 2016/2017 ein anderer Torschützenkönig wurde, blieb die Torjäger-Trophäe dennoch in Weidenhausen, da mit Jan Gerbig ein Teamkollege gewann. Dicht dran am Rekord waren die 37 Treffer Gonnermanns aus der Spielzeit 2018/2019. Je 36 Treffer gelangen Tim Würfel (FSC Lohfelden, 2006/2007) und Jörg Odensass (ebenfalls FSC Lohfelden, 2010/2011).

Gruppenliga

Christian Winter schoss in der Saison 2010/2011 den Vogel ab. Im Trikot von Hessen/Spvgg. Hersfeld erzielte der Stürmer 48 Saisontore und liegt damit in der ewigen Bestenliste klar vorne. Die 40er-Marke ist in der Gruppenliga bisher fünf Mal gefallen. Fabian Kallee knackte sie in seiner Zeit beim SV Niederaula gleich dreifach. 2003/2004 traf er 42mal, 2004/2005 traf er gemeinsam mit dem Ausbacher Marco Zimmermann 40-mal. Eine Saison später verbesserte er diese Leistung und erhöhte auf 44 Treffer. Ebenfalls auf 40 Saisontore kam 1995/1996 Markus Wingenfeld, als er den TSV Neuenberg damit in die Landesliga Nord schoss. Unvergessen bleiben aber ebenfalls einige alte Haudegen: Helmut Oestreich (VfL Lauterbach, 1971/1972) und Norbert Weidlein (SG Hohenzell, 1977/1978) schossen je 38 Treffer. Peter Odenwald traf 1961/1962 35-mal für den SV Neuhof und Justus „Duddi“ Kürle mit seinen 37 Toren für den SV Asbach in 1957/1958.

Kreisoberligen

In den drei Kreisoberligen (früher A-Ligen) beginnen die uns noch vorliegenden Torschützenlisten mit der Saison 1971/1972. Während im Norden und der Mitte-Staffel jeweils nur ein einziges Mal die 40er-Marke erreicht oder überschritten wurde, schafften das im Süden schon vier Spieler. Die Nase vorne hat hier Jeffrey Feller, der 2002/2003 46 Treffer für FT Fulda ins Netz legte. Julian Ankert traf 2017/2018 43-mal für die SG Oberzell/Züntersbach. Je 40 Tore in einer Spielzeit konnten Norbert Weidlein (SG Hohenzell, 1984/1985) und Loic Djounang (Spvgg. Hosenfeld, 2016/2017) für sich einstreichen. Die Führung im Norden hat Benjamin Blum mit seinen 42 Toren für den FV Wehrda aus der Saison 2000/2001. In der Mitte-Staffel liegt Henrik Scholz (SV Hofbieber) vorne, der 2013/2014 41 Treffer erzielte.

A-Ligen

Marcel Trägler heißt der Spitzenreiter in den verschiedenen heimischen A-Ligen. Der Knaller waren seine 62 Tore für Blankenau/Stockhausen 2012/2013. Im Jahr davor hatte er bereits 50 Saisontreffer erzielte. Trägler schoss in drei aufeinanderfolgenden Jahren in der A-Liga Fulda/Lauterbach über 150 Treffer. Den zweiten Platz hat sich Benedikt Kreß von der SG Gundhelm/Hutten geholt, der 2017/2018 53 Treffer markierte. Nah dran an der 50er-Marke waren unter anderem Jörg Knöß (SV Queck, 2006/2007, 48 Tore), Claus Schepp (Haimbacher SV, 1998/1999, 47 Tore), Serdar Kabul (FSV Thalau, 2010/2011, 46 Tore), Martin Kreis (HAS Heblos, 1996/1997, 46 Tore) und Jeffrey Feller (FT Fulda, 2001/2002, 45 Tore).

B-Ligen

Boris Loch erzielte in der Saison 2010/2011 67 Saisontore. In diesem Bild ist eins davon. Foto: Ottmar Schleich

Je tiefer es geht, umso unvollständiger sind die Torschützenlisten. Dennoch haben wir einige Akteure gefunden, die ordentlich drauf losgeballert haben. Ganz vorne ist Boris Loch vom TuSpo Bad Salzschlirf zu finden. Nach unseren Recherchen gab es keinen Spieler, der jeweils mehr Tore in einer Saison erzielt hat. 67-mal traf Loch im Salzschlirfer Meisterjahr in der Lauterbacher Gruppe 2010/2011. Damit hat er auch eine ganz alte Bestmarke geknackt. Denn 1972/1973 schoss Karl-Heinz Schrimpf für HAS Heblos 66 Tore. Im Jahr darauf schaffte Schrimpf noch einmal eine ähnliche Bilanz, als er 63 Saisontore nachlegte. Schrimpfs 66 Treffer hatte Mubarik Dogar 2016/2017 für die SG Oberrode ebenfalls erreicht. Außerdem erwähnenswert sind drei Spieler, die die 50er-Marke erreicht oder überschritten haben. Nur ein Tor fehlte Nexat Husseini, um in seiner Galasaison 2006/2007 in den 60er-Club aufzusteigen, 59 Tore erzielte Husseini damals für die SG Dammersbach/Nüst. 53 Tore gingen auf das Konto von Horst Klüber. Der Stürmer der SG Marbach schaffte diese Bilanz 1972/1973. Dritter im Bunde ist Hartmut Bott. Der schoss für den SV Steinbach II 2002/2003 50 Treffer.

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