12.02.2019

Pfeiffer nervt Mangel an Regelkenntnis

Schlüchterner Kreisfußballwart zieht nach Futsal-Kreismeisterschaft zwiespältige Bilanz

Schlüchterns Kreisfußballwart Dietmar Pfeiffer. Foto: khw

Was ist gut, was ist eher schlecht gelaufen? Gibt es Veränderungsbedarf? Wie stellt sich der Kreisfußballausschuss auf die Herausforderungen künftiger Hallenmeisterschaften im Seniorenbereich ein? Kaum hatte die SG Oberzell/Züntersbach ihren dritten Hallentitel in Serie eingefahren, sprachen die Kinzigtal Nachrichten diesbezüglich mit Kreisfußballwart Dietmar Pfeiffer.

Herr Pfeiffer, können Sie mit Verlauf der Futsal-Kreismeisterschaften vollends zufrieden sein?

Im Großen und Ganzen schon. Wir haben tolle und spannende Spiele gesehen. Die Zuschauerresonanz war hervorragend, und man hat gesehen, dass sowohl der Fußballanhang als auch die beteiligten Vereine und Akteure, nicht zuletzt auch bedingt durch die lange Winterpause, das Masters als willkommene Abwechslung sehen. Was mir ein wenig Sorgen bereitet, ist die Tatsache, dass es immer noch Spieler, scheinbar aber auch noch einige Funktionäre und Trainer gibt, die große Probleme mit den Regeln haben. Die banalsten Beispiele: Der Ball wird nach Futsal-Regeln nicht eingerollt, sondern eingekickt, und ein Strafstoß wird aus sechs Metern Torentfernung ausgeführt. Der Fußballkreis Schlüchtern hat in Sachen Futsal Pionierarbeit geleistet und es nervt mich, wenn ich sehe, dass der Ball vom Seitenaus immer noch eingerollt und das Spielgerät bei einem Strafstoß immer noch auf den Siebenmeterpunkt gelegt wird. Vielleicht sollten wir den Vereinen in Sachen Regelkunde noch einmal einen kleinen Auffrischungsunterricht anbieten.

Mehr Vereine als sonst haben auf eine Teilnahme verzichtet. Wo sehen Sie die Gründe dafür?

Von den Vereinen wird immer wieder erhöhte Verletzungsgefahr ins Spiel gebracht. Das kann ich nicht nachvollziehen. Die Vereine sollten bei ihrer Entscheidung auch bedenken, dass wir mit den Einnahmen die Jugendarbeit unterstützen. Wenn sich immer weniger Vereine für die Teilnahme entscheiden, ist es auch für uns nicht ganz einfach, das Turnier unter allseits sportlichen Gesichtspunkten durchzuführen. Außerdem vertrete ich die Meinung: Die Zu- oder Absage steht und fällt mit den Trainern und Verantwortlichen vor Ort.

Denken Sie dabei auch an die Reserve-Mannschaften? Im Vorfeld gab es leise Kritik, dass die Reserven dem ein oder anderen A- oder Kreisoberligisten einen sicher geglaubten Platz im Masters „gestohlen“ hätten?

Das ist vollkommener Blödsinn. Es ist und bleibt richtig, die Reserveteams in den Spielbetrieb einzubinden. Dass dies in diesem Jahr etwas anders lief, war der Tatsache geschuldet, dass sich mein Stellvertreter, Harald Maienschein aufgrund kurzfristiger Absagen gezwungen sah, den Spielplan gleich zweimal über den Haufen zu schmeißen. Schließlich hatten wir einen Spieltag weniger, und es mussten Lösungen gefunden werden. Wir sind bereit, über alles nachzudenken. Pure Kritik hilft uns jedoch nicht weiter.

Hat sich mit der SG Oberzell/Züntersbach das beste Hallenteam durchgesetzt?

Nach Beendigung der Gruppenspiele hatte ich den SV Herolz auf dem Schirm, der sich aber im Sechsmeterschießen einem überaus stark motivierten SV Niederzell beugen musste. Dass drei der vier Finalspiele erst vom Punkt entschieden wurden, macht deutlich, wie spannend und eng es in der Finalrunde zuging. Am Ende hätte jeder der vier Finalisten den Pott holen können.

Hat die Futsalrunde in Schlüchtern auch in den kommenden Jahren eine Zukunft?

Argumente für den Hallenfußball gibt es genug, nicht zuletzt sind auch die Aktiven mit großem Spaß und Elan dabei. Schließlich müssen die Wintermonate überbrückt werden, und ein bisschen Abwechslung in der täglichen Trainingsarbeit tut sicherlich jedem gut. Ich hoffe, dass der eine oder andere Verein seine Gründe für die Absage noch einmal überdenkt. Die Zuschauer kommen jedenfalls gerne, und wir sollten nichts unversucht lassen, die Hallenrunde für alle Beteiligten auch künftig so attraktiv wie möglich zu gestalten. / khw

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