Hessenliga: Einiges spricht für Teilung

Neuhof und Steinbach scheren aus

12. April 2021, 09:40 Uhr

Wird die Hessenliga geteilt, dürften sich Steinbachs Kubilay Kücükler (links) und Hünfelds Nicolas Häuser auf zwei Altkreis-Derbys freuen. Bei einer Einfachrunde vielleicht nicht. Foto: Kevin Kremer

Die aktuelle Saison ist gerade ganz offiziell durch den Hessischen Fußball-Verband abgebrochen worden, da lud Hessenliga-Klassenleiter Matthias Bausch die Vereinsvertreter direkt zu einer virtuellen Sitzung ein, um ein Meinungsbild zur kommenden Saison einzuholen.

Ganz gleich wie die noch immer offene Aufstiegsfrage rund um die SG Barockstadt ausfällt, wird die Hessenliga in der kommenden Saison mindestens 21 Teams umfassen. Und nach den Erfahrungen der jüngsten beiden abgebrochenen Serien ist der HFV gewillt, alternative Spielmodelle vorzustellen. Neben einer regulären Saison mit Hin- und Rückspielen schlug der HFV eine Ligateilung mit anschließenden Play-off- und Play-down-Spielen sowie eine Einfachrunde mit anschließender Ligateilung vor. 19 der 20 derzeitigen Hessenligisten nahmen am Austausch teil – und nicht ein einziger äußerte in der virtuellen Runde den Wunsch, eine reguläre Saison zu spielen. Mehr als die Hälfte sprach sich für eine Ligateilung aus, einige wünschten alternative Modelle hierzu.

Auf einer Wellenlänge liegen Sebastian Möller (Manager, SG Barockstadt), Frank Happ (2. Vorsitzender, Buchonia Flieden) und Mario Rohde (Fußballchef, Hünfelder SV). Sie alle wünschen sich eine geteilte Liga. „Meiner Meinung nach ist dies wirtschaftlich am lukrativsten und sportlich am fairsten“, sagt Möller, der von einer Einfachrunde wenig hält, „weil man dann vielleicht das Glück hat, die Derbys zu Hause zu spielen oder das Pech hat, gegen die direkte Konkurrenz auswärts anzutreten.“ Gerecht sei das nicht.

Happ sagt, „dass ich nullkommanull Verständnis für eine reguläre Saison hätte. Ich gehe davon aus, dass wir keinesfalls im Juli Fußball spielen können, es eher September als August wird. Nach so einer langen Pause sind vier Wochen Vorbereitung nicht mehr ausreichend, da benötigen wir eher acht Wochen.“ Und der Spielplan dürfe dann nicht zu eng getaktet sein, schließlich gelte es Zeiten für Quarantänefälle einzukalkulieren. Ein Höchstmaß an Flexibilität müsse gewährleistet sein. Happ geht sogar so weit, die Liga zu teilen und anschließend keine Aufstiegs- und Abstiegsrunden zu spielen, sondern die beiden Staffelsieger um den Meister antreten zu lassen. „Dann tut das mit vielleicht nur 20 Saisonspielen wirtschaftlich unfassbar weh, allerdings könnten wir eine Saison vielleicht mal wieder zu Ende bringen.“

Rohde: Ohne Zuschauer geht es nicht

Rohde und Happ sind einer Meinung, wenngleich Rohde noch „das Salz in der Suppe“ als ausschlaggebendes Argument anführt: die Zuschauer. „Auf keinen Fall darf es einen voreiligen Saisonstart geben, der uns plötzlich wieder Zuschauer untersagt. Davon leben wir, davon lebt der Amateurfußball.“ Rohde ist gar der Meinung, „dass sich alternative Spielmodelle für die Zukunft als gute Lösung ausweisen könnten“.

Ausgeschert sind Neuhof und Steinbach. Während Neuhof in der Sitzung noch von alternativen Modellen sprach, macht sich der SVN im Nachgang für eine reguläre Saison mit möglichst frühem Start, kurzer Winterpause und verlängerter Spielzeit stark. „Irgendwann ist die Pandemie vorbei“, sagt Trainer Alexander Bär, der durch eine Einfachrunde oder eine Ligateilung eine „extreme Abwertung der Liga fürchtet“. Und ein Hessenligist müsse den vielen Doppelspieltagen gerecht werden. In die gleiche Kerbe schlägt der SVS, der sich bereits im Vorfeld für eine „normale Saison“ stark gemacht hatte, der virtuellen Sitzung aber fernblieb.

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