10.05.2018

Murat Sejdovic: Nummer 99 oder eins?

Verbandsliga Süd: Sandzak reist nach Wald-Michelbach

Ist sich für keine Rolle zu schade: Sandzaks Murat Sejdovic. Foto: Mithat Gürser

Eine weite Reise steht dem SV FC Sandzak am Samstag in der Verbandsliga Süd bevor. Die Frankfurter reisen in den Odenwald zu Eintracht Wald-Michelbach. Beide Vereine brauchen drei Spieltage vor Saisonende noch einige Punkte, um den Klassenerhalt zu schaffen.

Eintracht Wald-Michelbach - SV FC Sandzak (Samstag, 16 Uhr)

Wenn es um seinen Verein geht, ist sich Murat Sejdovic für keine Rolle zu schade. Der 27-jährige ist nicht nur Spieler, sondern aktives Mitglied der Sportlichen Leitung des Frankfurter Balkan-Klubs. Und immer wenn in den letzten Jahren ein "echter" Trainer mal wieder das Handtuch warf oder entlassen wurde, sprang der frühere Regionalliga-Spieler kurzerhand als Spielertrainer ein. Denn genügend Erfahrung bringt das bekannteste Mitglied der Fußball-Großfamilie Sejdovic ja mit. Schließlich spielte er bei so namhaften Vereinen wie TuS Koblenz, SV Wiesbaden, Viktoria Aschaffenburg und Rot-Weiss Frankfurt.

Von 2010 bis 2012 stand der gelernte Innenverteidiger beim bosnischen Zweitligisten NK Travnik unter Vertrag. Seit 2014 bestimmt er die Geschicke des SV FC Sandzak mit, der es in drei Jahren von der Kreisliga A bis in die Verbandsliga Süd schaffte. Seit der Roten Karte gegen Stammtorhüter Elvis Nurkovic im Gastspiel beim Hanauer FC 93 (1:2) ist noch eine weitere Funktion hinzugekommen. Seit der 23. Minute in diesem Spiel darf sich Sejdovic auch als Torwart versuchen. Sein Trikot mit der Nummer 99 tauschte er gegen Nurkovics Trikot mit der Nummer eins ein.

Sejdovic steht wieder bereit

Und der stämmige und breite Mann machte seine Sache an der Kastanienallee sehr gut. Er war nach dem 1:1-Ausgleich erst in der fünften Minute der Nachspielzeit zu überwinden. Im folgenden Heimspiel gegen Urberach (5:2) begann Ersatztorhüter Amel Ugljanin, der sich nach einer halben Stunde verletzte. Da kein weiterer Torhüter im Kader steht, musste Sejdovic schon wieder die 99 gegen die eins tauschen, kassierte zwar zwei Gegentore, konnte aber im Kasten fünf Sandzak-Tore bejubeln. Für das wichtige Spiel in Wald-Michelbach ist der Einsatz Ugljanins gesichert, trotzdem steht Sejdovic wieder bereit, um notfalls wieder zwischen den Pfosten zu stehen.

Ein Auswärtssieg bei den nur einen Punkt besseren Odenwäldern wäre Gold wert, aber auch die Hausherren haben nach ihrem überraschenden 2:0-Coup bei Viktoria Nidda Blut geleckt haben und das Ticket für eine weitere Verbandsliga-Saison buchen könnten. "Wir werden keine Mannschaft unterschätzen. Wir haben uns gefunden und agieren nun entschlossen und geschlossen. Auch beim direkten Konkurrenten wollen wir punkten", so Sejdovic zur Gesamtlage.

Autor: Pedro Acebes

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