Nicht mit dem SV Flieden

Mal wieder der pure Wahnsinn am Weiher

26. September 2020, 15:50 Uhr

Was eine Aufholjagd vom SV Flieden (hier Marius Kullman, blau) gegen Dietkirchen und Moses Nickmann. Foto: Charlie Rolff

60 Minuten kauften die Gäste aus Dietkirchen dem SV Flieden den Schneid ab und schlugen die Hausherren fast mit den eigenen Waffen. Aber nicht mit dem SV Flieden, der Moral bewies und kurz vor Schluss durch einen Doppelschlag zurückschlug und mit 2:1 (0:1) gewann – Wahnsinn.

Den Gegner das Spiel machen lassen und mit schnellen Pässen in die Spitze gefährlich werden: Genau das ist das Spiel des SV Flieden und genau diese Spielweise zeichnete heute den Turn- und Sportverein aus Dietkirchen aus, der den Hausherren das Spiel überließ. Ein cleverer Schachzug von Gästetrainer Thorsten Wörsdörfer, denn die Hausherren hatten damit ihre Probleme und wirkte über weite Strecken im Spiel nach vorne ideenlos. Zudem fiel neben Fabian Schaub mit Tobias Rehm ein weiterer Zielspieler in der Spitze aus. Sein Ersatz: Mittelfeldmann Aaron Neu, der mit der Stürmerposition sichtbar nicht vertraut war, sich aber in die Partie kämpfte.

Wie einfach hingegen Fußball sein kann, zeigte TuS Dietkirchen, der die Herzen der Packing-Fans hat höherschlagen lassen. Mittels schneller Pässe in die Spitze kamen die Gäste zu Abschlüssen und bereiteten der Fliedener Hintermannschaft einige Probleme. Beispiel: Sascha Rumpeltes konnte den Ball in der Zentrale nicht festmachen, Kevin Kratz schaltete schnell und schickte Colin Schmitz. Dieser zog in die Mitte und traf kompromisslos ins lange Eck – 0:1 (9.).

Ohne Frage, schönen Fußball zeigte keiner der beiden Mannschaften, doch die Mannen aus dem Königreich hatten mit dem vielen Ballbesitz schlichtweg ihre Probleme. In der ersten Halbzeit wurden sie lediglich durch einen Freistoß von Marius Kullmann (43.) gefährlich – bezeichnend für die ersten 45 Minuten. Wie es besser geht: mit Fußball, den Flieden nach 60 Minuten anfing zu spielen. Prompt kamen die Blau-Weißen zu ihren ersten Chancen, doch Gideon Betz (55.), Noah Odenwald (59.) und Marc Götze (66.) fehlte die letzte Konsequenz im Abschluss. Letztgenannter verbrachte sogar das Kunststück, den Ball aus zwei Metern über das Tor zu schießen – unfassbar.

Ab diesem Zeitpunkt nahm die Partie an Fahrt auf, da die Hausherren mehr ins Risiko gingen und sich kurz vor Schluss belohnten. Nach einem Freistoß von Christian Birkenbach schaltete Niko Zeller am schnellsten, der aus kurzer Distanz zum 1:1 abstaubte (87.). Danach überschlugen sich die Ereignisse: Erst sah Gideon Betz binnen zehn Sekunden die Ampelkarte (89.), weil er sich vor den Ball stellte und anschließend meckerte, dann ging Birkenbach im Strafraum zu Boden – Elfmeter (90.+2). Der eingewechselte Andre Leibold blieb cool und schob zum hart umkämpften Sieg ein. Mal wieder der pure Wahnsinn am Weiher.

Die Statistik:

SV Buchonia Flieden: L. Hohmann, Kullmann, Zeller, Kress, Hack – Gaul, Rumpeltes – Betz, Götze (84. Leibold), Kamran (46. Odenwald) – Neu (74. Birkenbach).
TUS Dietkirchen: Laux – Weis, Rademacher, Bergs, Nickmann – Meloni (67. Dankof), Hautzel, Kratz, Schmitz (86. Böcher) – Zuckrigl, Cakir (46. Müller).
Schiedsrichter: Pascal Loschke (Fuldatal). Zuschauer: 203. Tore: 0:1 Colin Schmitz (9.), 1:1 Niko Zeller (87.), 2:1 Andre Leibold (90.+2, Foulelfmeter). Gelb-Rote Karte: Gideon Betz (89., Flieden). Rote Karte: Thorsten Wörsdörfer (Trainer von Dietkirchen) wegen Schiedsrichterbeleidigung.

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