Über Eichenzell und das jähe Profi-Ende

Kornagel in der Rolle des Mechanikers

Tino Weingarten
18. November 2021, 14:13 Uhr

Zurück in der Region: Daniel Kornagel (rechts) trägt ab der Rückrunde das Trikot des FC Eichenzell. Foto: Siggi Larbig

Mit Daniel Kornagel hat Verbandsligist FC Eichenzell einen Offensivspieler verpflichtet, der die ins Stottern geratene Tormaschine mit ankurbeln soll. Mit gemischten Gefühlen blickt Kornagel auf sein abruptes Ende in Australien zurück und freut sich auf die bevorstehenden anderthalb Jahre in Eichenzell.

Derzeit ist der Alltag von Daniel Kornagel noch hektisch. Wohnhaft in seiner Heimat in Dermbach geht es zur Arbeit nach Bad Hersfeld, während der Umzug nach Fulda ebenfalls bewältigt werden will - mit samt der Behördengänge. Ruhe kehrt am 1. Dezember ein, wenn sowohl Wohnsitz als auch Arbeitsplatz kompakt in Fulda sein sollen. Kornagel ist wieder zurück in der Region, nachdem sein Profi-Abenteuer in Australien jäh gestoppt wurde.

Kaum angekommen, brach die Corona-Pandemie über die Welt hinein. Und brachte auch Australien zum Erliegen. "Damals dachte ich, dass ich für drei Monat heim fliege und dann wieder zurückkommen kann. Ich habe bis Januar gewartet, weil da die neue Saison losging, aber es gingen noch keine Flüge. Und irgendwann muss man sich von dem Gedanken dann verabschieden", blickt Kornagel auf seine kurze Zeit in Australien zurück. Vier Einsätze absolvierte der 28-Jährige für Adelaide Raiders.

So waren es gemischte Gefühle, die Kornagel bei dieser Entscheidung begleiteten: "Es war wegen der Zeitverschiebung nicht so leicht, den Kontakt zu Familie und Freunden zu halten. Deshalb habe ich mich sehr darauf gefreut, sie wieder um mich zu haben. Aber es ist natürlich mega schade, weil ich viel investiert habe und Corona einiges zerstört hat." Als es im Laufe des Jahres wieder möglich war, nach Australien zu fliegen, hat Kornagel verzichtet. "Das hätte mitten in der Saison keinen Sinn gemacht", sagt er.

Yildiz und Sonnenberger die "Drahtzieher"

Um eine Erfahrung in seinem Leben reicher wird Kornagel in der Winterpause zum FC Eichenzell wechseln. Der Kontakt zur Britannia kam über Spielertrainer Sebastian Sonnenberger und Ferhat Yildiz zustande. Mit beiden versteht sich Kornagel privat. "Sonne hat mich kontaktiert und gefragt, wie es bei mir aussehen würde. Wir haben uns dann mal unterhalten, auch mit Heiko Rützel", sagt der 28-Jährige. Mit dem Ergebnis, "dass es für mich sehr viel Sinn macht. Das ist ein gutes Gesamtpaket und Eichenzell hat sich sehr gekümmert."

Die Britannia sorgte für eine Arbeitsstelle und bietet als Verbandsligist ein attraktives sportliches Umfeld. Auch, wenn es nach einem grauen Herbst in der Tabelle abwärts ging. "Die letzten Ergebnisse spiegeln nicht das wider, was in der Mannschaft steckt", betont Kornagel. In der Rückrunde soll es wieder bergauf gehen. Dafür muss die Britannia allerdings das Problem in der Offensive lösen. Gerade einmal 18 Tore schoss die Britannia in der Hinrunde, bester Torschütze ist Spielertrainer und Innenverteidiger Sebastian Sonnenberger mit vier Treffern.

"Da bringe ich qualitativ natürlich was mit, das ich einbringen kann. Aber sowas liegt nicht nur an einer Person, da gehört das ganze Team zu", macht der 28-Jährige deutlich. Zumal Kornagel erst einmal wieder das Gefühl der Normalität zurückerlangen muss. Eineinhalb Jahre ist sein letztes Mannschaftstraining her. "Deshalb hat es Sinn gemacht, dass ich zur Wintervorbereitung einsteige, um auf ein gutes Fitnesslevel zu kommen und alles step by step anzugehen", sagt der ehemalige Hünfelder und Borusse.

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