13.12.2019

Keinerlei Druck nach dem größten Erfolg der Geschichte

Hessenliga: Dauer der Saison macht sich in Dietkirchen bemerkbar

Dennis Leukel (links) und Dietkirchen wollen am Samstag gegen Neuhof (hier Branimir Velic) ganz anders auftreten als noch vor einem halben Jahr. Foto: Rene Weiss

Es ist schon kurios: Mit dem SV Neuhof, TuS Dietkirchen und dem 1. Hanauer FC mussten drei Hessenliga-Clubs aufgrund der Aufstiegsspiele im Sommer Zusatzschichten einlegen. Und ausgerechnet zwei dieser drei Teams, Dietkirchen und Neuhof nämlich, treffen sich als einzige Mannschaften zum Jahresabschluss (Samstag, 14 Uhr) am dritten Adventswochenende. Begleiterscheinungen, die nicht spurlos an den Vereinen vorbeigegangen sind.

Denn während Neuhof zuletzt aus sieben Spielen nur zwei Zähler eingefahren hat, gab es für Dietkirchen im gleichen Zeitraum keinen einzigen Punkt. Aus guten Gründen, wie Trainer Thorsten Wörsdörfer erklärt: "Da wäre einerseits die Dauer der Saison mit der kurzen Sommerpause, andererseits aber auch die Anforderungen an die Liga. Für unsere Fehler werden wir momentan massiv bestraft", erklärt der 52-Jährige. Denn obwohl spielerisch zuletzt durchaus ansprechender Fußball gespielt wurde, ließ die Chancenverwertung zu wünschen übrig. "Außerdem hat zum Saisonbeginn der Defensivverbund wesentlich besser funktioniert und wir haben weniger Fehler gemacht."

Umso wichtiger wäre es für den TuS, mit einem Erfolgserlebnis gegen Neuhof in die Winterpause zu gehen. Dann würde der Aufsteiger auf einem Nichtabstiegsplatz ins Jahr 2020 starten. Zudem stehen im neuen Jahr direkt das Rückspiel gegen Neuhof und das Duell gegen den direkten Konkurrenten Bad Vilbel an. "Wenn wir in diesen Spielen nicht punkten, wird es nicht einfacher. Wir haben eine junge Mannschaft, die in gewissen Bereichen am Limit arbeitet, ich hoffe aber, dass sie für das letzte Spiel noch einmal alles ausblenden kann. Denn mit drei Punkten hätten wir einen sehr guten Abschluss auf ein tolles Jahr", so der ehemalige Bundesliga-Profi.

Gespielt wird wohl auf jeden Fall, denn während in Wörsdörfers Heimat im Westerwald zwar Schnee liegt, ist die Region Limburg vom Wintereinbruch verschont geblieben. Vergleiche mit dem Aufstiegsrundenspiel vor einem halben Jahr auf Kunstrasen möchte der TuS-Coach die Partie gegen Neuhof aber nicht. "Da haben sich die Jungs zu viel vorgenommen. Spieler hatten Krämpfe, die nie zuvor welche hatten. Von mir bekommen die Jungs jetzt überhaupt keinen Druck, schließlich haben wir im Sommer den größten Erfolg der Vereinsgeschichte eingefahren. Für uns war und ist die Hessenliga ein Abenteuer."

Autor: Steffen Kollmann

Kommentieren