Derby-Attribute im Top-Spiel

"Kein Heilsbringer"

17. September 2021, 09:55 Uhr

Großenlüders Moritz Reith (links) und Hosenfelds Maximilian Braun werden sich heute Abend erneut in rassige Duelle beim Derby schmeißen. Foto: Torgranate

Vorhang auf zum Spitzenspiel der Gruppenliga Süd. Doch es ist nicht nur die Partie der beiden Über-Teams der Staffel. Wenn Großenlüder und Hosenfeld aufeinandertreffen, ist zugleich eine gehörige Portion Derby inbegriffen.

Acht Spiele, acht Siege. Der SV Teutonia Großenlüder ist das Nonplusultra und thront entsprechend auf Rang eins. Direkt dahinter: die Spvgg. Hosenfeld. Doch was heißt direkt? Bereits sechs Punkte liegen zwischen beiden Teams, wenngleich Hosenfeld eine Partie weniger bestritten hat. Im schlimmsten Fall sieht die Truppe von Torsten Weber nach dem Spiel heute (18 Uhr) nur noch ganz klein die Rücklichter des Kontrahenten. Ein weiterer Dreier und Großenlüder wäre auf neun Zähler enteilt.

Dazu soll es für die Gäste gewiss nicht kommen. Die nötigen Derby-Attribute seien laut Weber im Top-Spiel vonnöten. "Uns muss das gelingen, was Großenlüder schon die ganze Saison gelingt: defensiv gut stehen und nach vorne verteidigen. Nur durch ein geschlossenes Auftreten ist etwas möglich. Obendrauf kommt, dass in solchen Spielen die Effektivität entscheidet. Aus wenigen Chancen das Maximum rausholen", unterstreicht Weber. Mit lobenden Worten für sein Pendant Francisco Martinez spart Weber nicht, sagt kurzum, "dass man neidlos anerkennen muss, dass er derzeit alles richtig macht."

Allein im Hinblick auf die Aufstiegsrunde wäre ein Sieg mehr als wichtig für Hosenfeld. Der Trainer der Sportvereinigung erwartet ein kurzweiliges Spiel, mit einer guten Zuschauerkulisse würde ein intensives Spiel einhergehen. "Weil die Stimmung von außen sich auf den Rasen verlagert", weiß Weber. Ihm steht nahezu der komplette Kader zur Verfügung.

Mit Spaß Blockade lockern

Eine große Aufgabe hat Jürgen Krawczyk beim RSV Petersberg angetreten. Wieder einmal möchte der 68-Jährige die Kohlen beim RSV Petersberg aus dem Feuer holen, nachdem in den zurückliegenden Wochen gar nichts mehr bei den Grün-Weißen ging. Nach zwei Trainingseinheiten unter der Woche hat der erfahrene Coach die Mannschaft näher kennengelernt. Sein erster Eindruck? "Positiv. Wir hatten eine hohe Beteiligung, alle haben mitgezogen. Aber das ist normal. Jeder möchte sich bei einem neuen Trainer natürlich präsentieren", weiß Krawczyk. Einige Tests habe er vollzogen, um zu sehen, auf welchem Level die Spieler sich befinden. Nun müssen Ansätze gefunden werden, die ausgeprägt werden sollen.

Dass am Wochenende umgehend ein Doppelspieltag ansteht, passt dem Trainer nicht in den Kram. "Wir wollen das verlorene Selbstvertrauen über gute Trainingseinheiten holen. Die Blockaden im Kopf müssen gelockert werden. Deshalb setzte ich auf viel Spaß und Spiel in den Einheiten. Es braucht aber schon in den Übungen die richtige Zweikampfführung. Wie wir trainieren, so spielen wir auch", sagt der einstige Zweitligaspieler. Dass nun alles läuft, braucht aber niemand zu erwarten. "Ich bin kein Heilsbringer", sagt Krawczyk und fügt an, "dass ein Trainer nur so gut ist wie seine Mannschaft."

Mit Hönebach (heute, 19 Uhr) und Eiterfeld/Leimbach (Sonntag, 15.30 Uhr) warten hohe Hürden, die der RSV "bekämpfen" solle. Besonders an Eiterfeld hat Krawczyk gute Erinnerungen, putzte er mit dem RSV in seinem vorletzten Spiel den Gegner mit 5:0 aus dem Waidesgrund. Gelingt ihm das am Sonntag wieder, dürfte er wohl doch ein Stückchen mehr als Heilsbringer bezeichnet werden.

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