20.10.2019

Irrwitziges Spiel bringt Tabellenführung - Fotos

Verbandsliga: Acht Tore am Johannesberg

Daniele Fiorentino trifft hier zum 3:1 für Bad Soden. Foto: Kevin Kremer

Ein irres Spiel bringt der SG Johannesberg die Verbandsliga-Tabellenführung, während sich die SG Bad Soden wohl von höheren Ambitionen verabschieden muss. Im Fuldaer Westen unterlagen die "Sprudelkicker" mit 3:5 (3:1).

Alle Beteiligten mussten sich nach Abpfiff ein paar Minuten Zeit nehmen, um die Partie einigermaßen sachlich einordnen zu können. Zu wild und intensiv waren die vorangegangen 90 Minuten, zu schwankend die guten wie schwachen Phasen beider Teams. „Deswegen ist Fußball ja so geil“, sprudelte es aus Johannesbergs Trainer Zeljko Karamatic heraus, der diese Aussage wohl nicht getroffen hätte, wenn er in Anton Römmichs Haut, nämlich der des unterlegenen Trainers, gesteckt hätte. „Wir haben es nicht verdient, hier zu verlieren“, merkte Römmich mit leerem Blick an.

Römmich erinnerte sich an die Gegentore zurück: Die ersten beiden waren unglückliche Eigentore, das dritte und fünfte jeweils abgefälscht. Und noch bitterer: Vor Johannesbergs Treffern Nummer zwei, drei und vier gingen jeweils Großchancen seines Teams voraus, die Daniele Fiorentino, Tuna Moaremoglu und Kevin Paulowitsch mehr oder weniger fahrlässig vergeigten. Besonders Fiorentino darf sich ärgern, denn hätte er in die beste Phase der Gastgeber hinein das 4:1 erzielt, wäre ihm der Titel „Man of the match“ gewiss gewesen. Er hatte Johannesberg eine Halbzeit lang allein beschäftigt, weil er unheimlich präsent, laufstark und spritzig daherkam. Bei allen drei Treffern hatte er seine Füße im Spiel.

"Das gibt uns Selbstvertrauen"

Doch weil Soden, wie Römmich betonte, zwar auf das vierte Tor gehen wollte, Johannesberg den Druck aber irre hoch hielt, verdiente sich jenen Titel am Ende Marcel Mosch. Das Eigentor zum 2:3 erzwang er, das 3:3 erzielte er selbst – obwohl er genau wie Niklas Zeller ungewohnt viele Löcher stopfen musste. Mit Marius Löbig tat sich aber ein weiterer Spieler hervor, der die Treffer vier und fünf aus der Distanz erzielte und das Eigentor zum 1:2-Anschlusstreffer erzwang. Karamatic bezog beide ehemalige Hessenliga-Spieler in seine Analyse ein und fand ausschließlich positive Worte, wenngleich er mit der Abwehrleistung vor der Pause auch hart ins Gericht hätte gehen können.

Die Tabellenführung, so viel war schon im obligatorischen Kreis nach Abpfiff sicher, feiert Johannesberg ausgiebig und darf entspannt auf die kommenden Wochen mit drei machbaren Heimspielen in Serie blicken. „Der Sieg gegen so starke Sodener, die einfach einen guten Ball spielen, wird uns enormes Selbstvertrauen geben“, ist sich Karamatic sicher, der respektvoll anfügte, „dass wir das genießen, aber wissen, wie stark auch die Konkurrenz ist“.

Die Statistik:

SG Johannesberg: Hofacker – Lembach, Raab, Moise, Mondo – Kengni Fotsing (40. Leucuta) – Gjocaj, Zeller, Mosch (78. Mosch), Löbig – Calin (76. Sorg).
SG Bad Soden: Ersöz – Lairich (46. K. Paulowitsch), Neiter, Salentik (80. Ilir), Kymlicka – Demuth, Moaremoglu, Pospischil, Krapf – Amani, Fiorentino.
Schiedsrichter: Carlo Faulhaber (DJK Bad Homburg).
Zuschauer: 250.
Tore: 0:1 Khaibar Amani (4.), 0:2 Jaron Krapf (14.), 1:2 Adrian Salentik (15., Eigentor), 1:3 Daniele Fiorentino (20.), 2:3 Tuna Moaremoglu (57., Eigentor), 3:3 Marcel Mosch (72.), 4:3 Marius Löbig (74.), 5:3 Marius Löbig (84.).

Autor: Johannes Götze

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