Hadamars Höhenflug leicht erklärt

"Im Moment passt einfach alles"

14. September 2021, 21:00 Uhr

Velibor Velemir (links) ist das Pendant zur SG Barockstadt in der Hessenliga Gruppe B. Foto: Charlie Rolff

Was die SG Barockstadt der Staffel A ist, ist der SV Rot-Weiss Hadamar in Staffel B. Vier Punkte sind die Fürstenstädter dem Rest der Liga bereits enteilt, die Brust könnte vor dem Kreisderby am Mittwoch (19 Uhr) bei der TuS Dietkirchen nicht größer sein. Für die Spurensuche des Erfolgs braucht's derweil nicht lange.

"Im Moment passt einfach alles", sagt Hadamars Teammanager Mark Zingel und führt auf Nachfrage aus, "dass das Mannschaftsgefüge stimmt, sich tatsächlich alle Spieler verstehen, fast alle fit sind, die Vorbereitung richtig gut verlief und die Mannschaft nicht nur Fußball spielt, sondern sich die Siege erkämpft". Vier Siege, zwei Remis – noch ungeschlagen nach sechs Spielen. Dabei wenig ausrechenbar, bereits sieben verschiedene Torschützen haben sich eingetragen. Mit Luca Teller sticht ein 21-jähriger Youngster heraus, der als gelernter Rechtsverteidiger schon viermal traf.

Dass die Vorbereitung richtig gut lief, ist aber vielleicht der größte Faktor. Denn mit einer solchen Aussage besitzt Zingel im hessischen Amateurfußball beinahe ein Alleinstellungsmerkmal. Trainer Stefan Kühne hat seine Erfahrung als ehemaliger Zweitligaprofi in die Waagschale geworfen – und nach langer Pause auf dosiertes Training und wenig Testspiele gesetzt. Vielleicht das Geheimnis des Erfolgs. "Manchmal ist weniger tatsächlich mehr", sagt Zingel, verweist aber auch darauf, dass sich die Mannschaft im Gros sehr gut fit gehalten hätte.

Tabellenplatz eins ist das Zwischenergebnis, das Zingel keinesfalls überbewerten möchte. "Mehr als eine Momentaufnahme ist das nicht. Barockstadt, Stadtallendorf, Dreieich. Andere Mannschaften werden am Ende ganz oben stehen." Understatement? Zingel verneint das und verweist auf die engen Spiele, auf die enge Liga. "Unser Ziel ist, dass wir in den Play-offs landen, damit den Klassenerhalt frühzeitig gesichert haben."

Ein neuerlicher Derbysieg würde helfen, das 3:2 im Hinspiel vor wenigen Wochen war das typische Duell der Nachbarn. "Und in Dietkirchen ist das noch einmal was anderes. Die Zuschauer sticheln die Mannschaft an. Am Reckforst ist es immer unbequem zu spielen. Um dort zu bestehen, brauchen wir einen Mix aus allem." So wie bislang in der hocherfolgreichen Spielzeit.

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