04.05.2018

Im Bruder-Duell "müssen beide punkten"

Gruppenliga Frankfurt Ost: Im Krotzenburg-Derby sind die Gäste gefragt

Rosenhöhe-Trainer Tevfik Kilinc könnte seinem Bruder Murat mit einem Sieg im direkten Duell weh tun. Foto: Steffen Turban

Die heiße Schlussphase der Gruppenliga Frankfurt Ost ist eingeläutet. Bevor es für die Teams auf die Zielgerade geht, müssen die letzten Weichen für die absoluten Entscheidungen gestellt werden. So begegnen sich die SG Rosenhöhe und der 1. FC Langen im Duell der Trainerbrüder Kilinc zwischen Aufstiegshoffnung und Abstiegsangst. Unterdessen geht es im Krotzenburg-Derby zwischen den Germanen um entscheidende Punkte. Und: was passiert im Dreier-Fernduell an der Spitze?

FSV Bad Orb – SV Somborn (Sonntag, 15 Uhr)

Das Duell der beiden Schlusslichter ist bedeutungslos. Eine traurige Saison absolvierten beide Mannschaften. Somborn, im vergangenen Jahr noch knapp dem Abstieg entgangen, ist Letzter und hat aus den bisherigen 30 Partien nur mickrige sechs Punkte geholt. Das Torverhältnis von 34:124 spricht zudem Bände. Bad Orb muss als Aufsteiger direkt wieder runter in die Kreisoberliga, hat 15 Punkte geholt, aber die letzten drei Plätze nie verlassen.

JSK Rodgau – SG Marköbel (Sonntag, 15 Uhr)

Sowohl Spitzenreiter Rodgau als auch Abstiegskandidat Marköbel haben drei Punkte vor Augen. Die Rodgauer stehen zwar an der Spitze, haben mit Altwiedermus und Erlensee aber zwei Verfolger im Nacken, die nur einen Punkt hinter den Jügesheimern lauern. Marköbel steht auf dem ersten Abstiegsplatz, zwei Punkte hinter Dietzenbach und Obertshausen, die aktuell gerettet wären. „Marköbel steht unter einem gewissen Ergebnisdruck“, weiß JSK-Trainer Andreas Humbert über den Gegner, der erfahrungsgemäß aus seiner starken Defensive heraus agiert, in der Schlussphase der Saison aber auch vorne seine Tore machen muss. „Jahr für Jahr ist Marköbel speziell in der Rückrunde unberechenbar. Wir gehen das ernst und konzentriert an“, so Humbert, der meint: „Ein frühes Tor würde uns in die Karten spielen.“

SG Rosenhöhe Offenbach – 1. FC Langen (Sonntag, 15 Uhr)

Im Duell der Trainer-Brüder zwischen Murat Kilinc, der Langen coacht und Tevfik, der die Geschicke bei der Rosenhöhe leitet, könnten die Vorzeichen nicht unterschiedlicher sein. Während die Rosenhöhe aktuell bei 56 Punkten steht und damit vier Zähler Rückstand zum Erreichen der Aufstiegsrunde hat, kämpft Langen zwar ebenfalls mit einem Vier-Punkte-Rückstand – jedoch zu den Nichtabstiegsplätzen.

Die Langener haben in den vergangenen Wochen gute Leistungen gezeigt, sich aber nicht dafür belohnt. „Ich kann dem Team keinen Vorwurf machen, die Leistung stimmt. Uns fehlt einfach noch Erfahrung und es zählt in den kommenden Spielen, die Leistung zu bestätigen, mehr Tore zu schießen und zu punkten“, so Murat Kilinc, für den bei der Rosenhöhe nur ein Dreier zählt, „um den Anschluss ans rettende Ufer zu herzustellen“. Für seinen Bruder Tevfik freut er sich zwar, im Endeffekt „ist das aber ein ganz normales Spiel. Klar ist es etwas Besonderes, aber für uns hoffe ich, dass sie am Sonntag ihre Aufstiegschancen ad acta legen“. Tevfik wiederum fordert Wiedergutmachung zum Spiel in Oberndorf vergangenen Sonntag (2:5): „Das hat nicht so geklappt, wie wir uns das wünschen. Wir müssen wieder das hinkriegen, was uns auszeichnet. Das Ziel ist jetzt: 60 Punkte plus X.“ Die Begegnung gegen seinen Bruder ist auch für Tevfik etwas Besonderes: „Es ist natürlich schön, dass man mal gegeneinander spielt. Aber am Ende müssen beide punkten.“

Sportfreunde Seligenstadt – VFB Oberndorf (Sonntag, 15 Uhr)

Nachdem Oberndorf bereits vor Wochen das Ziel der 45-Punkte-Hürde genommen hatte, ist der Aufsteiger entspannter denn je. Die kommenden Wochen habe man Bonusspiele und wolle die Saison gut ausklingen lassen. Umso überraschter war VFB-Sprecher Gerald Geiger über die starke Leistung gegen Spitzenteam Rosenhöhe am vergangenen Sonntag (5:2) und freute sich, wie engagiert die Mannschaft auftritt. Mit den Sportfreunden wartet nun eine Mannschaft, die im Laufe der Saison stets im unteren Mittelfeld zu finden war, die in den vergangenen Wochen jedoch noch etwas abgerutscht ist und mit aktuell 42 Punkten vier Spiele vor dem Ende nur noch vier Zähler Vorsprung zu den Nichtabstiegsplätzen hat. Ob Oberndorf auch den Einhardstädtern die Tour vermiest?

1. FC 06 Erlensee – FC Hochstadt (Sonntag, 15 Uhr)

Im Fernduell um die Spitze mischt auch Erlensee mit. Gegen Hochstadt steht der Aufsteiger von den Konkurrenten Altwiedermus und Rodgau an diesem Spieltag vor der vermeintlich leichtesten Aufgabe. Hochstadt hat zwar eine erfahrene Mannschaft und muss erst einmal geschlagen werden, steht aber bereits als Absteiger fest. Für Erlensee ist ein Sieg Pflicht, um im Aufstiegsrennen zu bleiben. Drei Punkte müssen also her, bevor es in den letzten drei Partien auf die Zielgerade geht. Als Nächstes stehen die Spiele gegen Oberndorf, Langen (die noch gegen den Abstieg kämpfen) und am Ende bei der Rosenhöhe an, die ebenfalls noch kleine Aufstiegshoffnungen hegt.

SVG Steinheim – SV Eintracht Altwiedermus (Sonntag, 15 Uhr)

Für Altwiedermus steht zwar ein schweres Auswärtsspiel in Steinheim an, klar ist beim SVE aber auch: Nach oben geht einiges. Als Tabellendritter liegt die Eintracht momentan mit 61 Punkten punktgleich mit Erlensee auf Platz zwei, ganz oben steht der JSK Rodgau mit nur einem Zähler mehr. Es geht also eng zu an der Spitze. „Für uns ist alles drin. Wir haben auch noch zwei Heimspiele, die allerletzte Partie sogar zuhause gegen Dietzenbach“, spielt SVE-Sprecher Frank Thomas auch auf die Heimstärke seiner Mannschaft an. Zunächst geht es aber nach Steinheim. „Steinheim hat eine sehr gute Mannschaft mit einer klasse Offensive, die im Stande ist, viel zu leisten. Die werden uns auch nichts schenken.“ Das mögliche Aufstiegsrecht werde der Aufsteiger im Falle wahrnehmen: „Klar ist das eine große Sache, die man stemmen müsste. Wir sind wohl der kleinste Verein der Gruppenliga, aber wie sollten wir den Jungs verkaufen, das nicht zu tun?“

Germania Großkrotzenburg – Germania Klein-Krotzenburg (Sonntag, 15 Uhr)

Derby-Zeit bei den Germanen! Im Krotzenburger Derby geht es vor allem bei den Gästen mehr denn je darum, auf Teufel-komm-raus zu punkten. Die Mannschaft von Trainer Wolfgang Kaufmann ist Zehnter und mit 42 Punkten nur vier Zähler von den Abstiegsrängen entfernt. Vergangene Woche spielte Klein-Krotzenburg erst Donnerstag in Oberndorf und dann gegen Steinheim, holte starke vier Punkte. „Am Ende waren diese vier Punkte sogar ein Muss, wenn man sieht, wie die Konkurrenz gespielt hat“, erklärt Gäste-Trainer Kaufmann und weiß: „Derby hin oder her. Wir brauchen Punkte und zwar dringend. Ich hoffe, das wird man an unserem Auftreten erkennen.“

FSV Bischofsheim – Türk Gücü Hanau (Sonntag, 15 Uhr)

Nachdem das Urteil vom Spiel gegen Langen rechtskräftig ist, wurden Bischofsheim die drei Punkte abgezogen. Damit hat der FSV nun 27 Zähler und ist vier Spieltage vor dem Ende abgestiegen. Die Begegnung mit Türk Gücü Hanau könnte daher zu einer bedeutungslosen Partie verkommen. Die TGH befindet sich schließlich mit 48 Punkten und Platz sieben seit Wochen jenseits von Gut und Böse und bezeichnete die aktuelle Runde auch schon als quasi beendet.

FC Dietzenbach – Kickers Obertshausen (Sonntag, 15 Uhr)

Punktgleich stehen beide Mannschaften unmittelbar vor den Abstiegsrängen, dahinter lauert Marköbel mit zwei Zählern weniger. Sollte die Partie einen Gewinner hervorbringen, findet dieser sich drei Spiele vor dem Ende in einer komfortablen Situation. Das weiß auch Obertshausens Siggi Herth: „In diesem Spiel können wir einen guten Schritt Richtung Klassenerhalt machen. Dietzenbach ist gut drauf. Das heißt aber noch lange nicht, dass sie gegen uns gewinnen.“ Dietzenbach holte zuletzt in der Tat wichtige Punkte. Seit vier Spielen ist der FCD ungeschlagen. Für Herth steht dennoch fest: „Wir wollen das Maximum aus den letzten Spielen holen und ohne Wenn und Aber am Saisonende feiern.“

Autor: Valentin Schwing

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