Hessenliga: Wittke trifft alte Kollegen

"Ich habe Auftrieb und Selbstvertrauen geholt"

Tino Weingarten
16. September 2021, 17:40 Uhr

Leon Wittke (in rot) trifft am Samstag auf seine ehemaligen Kollegen. Foto: Charlie Rolff

Vor der Saison wechselte Leon Wittke die Seiten, tauschte das Trikot des SV Steinbach mit dem der SG Barockstadt. In der Hessenliga trifft der 24-Jährige am Samstag (14 Uhr) erstmals auf seine alten Kollegen.

Mit einigen steht Wittke noch im engeren Kontakt, besonders mit Kumpel Tom Wiegand wird sich häufig ausgetauscht. "Ich verfolge die Spiele von Steinbach und spreche viel mit ihm. Die zwei Jahre in Steinbach waren sehr schön und es ist etwas Besonders, gegen die alten Kollegen zu spielen", sagt Wittke. Von der zweiten Mannschaft der SGB wechselte Wittke 2019 nach Steinbach, mauserte sich zu einem Hessenliga-Spieler und kehrte nun zur Barockstadt zurück, um beim Favoriten auf den Regionalliga-Aufstieg den nächsten Schritt zu gehen.

"Das war noch einmal ein Sprung nach oben, das macht es schwieriger. Ich versuche, dranzubleiben und aus meinen Einsatzzeiten das Maximum herauszuholen", betont Wittke. Dreimal wurde Wittke in der Hessenliga bislang eingewechselt, in der Verbandsliga-Mannschaft und am Mittwoch im Pokal in Hofbieber empfahl er sich mit Treffern jedoch für mehr. "Man muss immer eine Reaktion zeigen, wenn man weniger Einsatzzeiten hat. Die letzten beiden Spiele werden mir Auftrieb und Selbstvertrauen geben", ist sich der 24-Jährige sicher.

Wittke weiß, dass Steinbach die Außenseiterrolle in Fulda einnehmen wird. Das ginge schließlich allen Vereinen der Hessenliga so. "Dennoch dürfen wir keinen Gegner unterschätzen und müssen unsere Hausaufgaben machen. Steinbach hat bislang gezeigt, dass sie auf Augenhöhe mit ihren Gegnern waren und haben einige Spiele unglücklich verloren", sagt Wittke. Gelingen die Hausaufgaben, werde die Barockstadt den siebten Sieg im siebten Spiel feiern. Zweifel daran hat er wenig: "Die Mannschaft ist intakt und pusht sich. Alle kämpfen für das gemeinsame Ziel."

Steinbachs Trainer Petr Paliatka sieht die Reise in die Johannisau aus einem etwas anderen Blickwinkel. Zu enorm seien die Unterschiede zwischen seinen Steinbachern und der Barockstadt, um vor dem Aufeinandertreffen Kampfansagen zu formulieren: "Für viele wird es das erste Spiel im Stadion sein, sie sollen es genießen. Für ganz Steinbach sind solche Spieler schöne Erlebnisse, es ist ein Zeichen der Arbeit." Trotzdem: Zu viele Fehler sollen die Akteure in ihr Spiel nicht einstreuen, um nicht ein Erlebnis zu erfahren wie im letzten Spiel im Stadion 2019, als die Barockstadt 5:0 gewann.

Rehabilitiert sich Flieden?

Sechs Spiele ungeschlagen, seit vier nicht gewonnen. Allerdings überwiegt bei HSV-Coach Johannes Helmke die Freude über die ungeschlagene Serie: "Wir sind stabil. In allen Spielen war es total eng und in allen vier Unentschieden waren Siege drin. Aber den Punkt nehmen wir so mit." Es wäre keine allzu große Überraschung, wenn das Duell der Tabellennachbarn gegen Baunatal (Samstag, 15 Uhr) ähnlich eng zugeht. Zumindest erwartet Helmke das. "Dafür heißt es, sich physisch und mental nach einer englischen Woche zu fokussieren", betont der HSV-Trainer. Danach steht für Hünfeld eine zehntägige Pause an. Gut für Kopf und Beine - besser, wenn die für Helmke wichtigere Serie bestehen bleibt.

Unterschiedliche Gefühlslagen dagegen beim SV Neuhof und SV Flieden. Während Neuhof gegen Baunatal den ersten Saisonsieg feierte und vor dem Gastspiel bei Regionalliga-Absteiger Bayern Alzenau (Samstag, 15 Uhr) Selbstvertrauen getankt hat, dürfte selbiges bei den Buchonen auf ein Minimum geschrumpft sein. Mit 0:7 ging Flieden in Erlensee unter, die Zwischenbilanz liest sich mit fünf Punkten und 5:20-Toren nach sieben Spielen erschreckend. Zur Wahrheit gehört allerdings, dass Flieden mit Ausnahme der Spiele gegen Neuhof und Steinbach ausnahmslos gegen Mannschaften spielte, die Richtung Aufstiegsrunde marschieren. So stehen vier Punkte für die Play-Downs auf der Habenseite, die gegen den FSV Fernwald (Samstag, 15 Uhr) aufgewertet werden sollen. Neben dem Aspekt, sich für die Klatsche am Fliegerhorst rehabilitieren zu wollen.

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