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Große Ligen teilen

04. Juni 2021, 12:00 Uhr

Johannes Götze. Foto: Charlie Rolff

Spätestens Mitte August soll die neue Saison starten. Die wichtigste Frage aber steht weiterhin aus: In welchem Modus wird gespielt? Die unterschiedlich großen Ligen von C-Liga bis Hessenliga machen eine einheitliche Lösung unmöglich. Unser Redakteur Johannes Götze zeigt auf, welche Lösung am sinnvollsten ist.

Es sieht danach aus, als ginge nun alles Schlag auf Schlag. Allerspätestens Mitte August wird der Ligabetrieb starten, vielleicht bereits am 1. August. Das ist gut so, damit die Vereine noch ein paar schöne Tage für Außengastronomie nach den Spielen nutzen können. Die Schatzmeister werden es danken – genau wie die leidgeplagten Zuschauer.

Doch wie soll die Saison vonstattengehen? Eine Liga mit 42 Spieltagen plus diverse Hessen- und Kreispokalspiele durchzudrücken, ist im Amateurbereich nicht zu verantworten – gerade nach einer solch langen Pause und im Hinblick auf die Tatsache, dass Corona noch nicht vorbei ist. Wer will mit Gewissheit sagen, dass in drei Monaten nicht eine Mutante auftaucht, gegen die die Impfstoffe wirkungslos sind?

Was vonnöten ist: Individuelle Spielsysteme, die eine Bewertungsgrundlage ermöglichen, um nächstes Jahr sportliche Meister zu küren und juristisch nicht angreifbar sind. In der Hessenliga bitte mithilfe einer Ligateilung. Die beiden Teams, die sich durchsetzen, spielen anschließend in Hin- und Rückspiel den Meister aus. Die beiden Letztplatzierten steigen aus jeder Staffel ab, die Drittletzten spielen den fünften Absteiger ebenfalls in Hin- und Rückspiel aus. Das sind zwar weniger Spiele als gewöhnlich, dafür haben die Osthessen vier Heimspielderbys garantiert.

Passt die Ligateilung in der Hessenliga wie die Faust aufs Auge, stellt sich die Sachlage beispielsweise in der Verbandsliga ganz anders dar. Sechs Osthessen, elf Nordhessen. 17 Teams. Dort könnte beinahe schon eine reguläre Runde, aber zumindest eine Einfachrunde inklusive anschließender Teilung Sinn ergeben. Die Gruppenliga wiederum kann geteilt werden. Relativ problemlos. Was letztlich entschieden wird, sollte im Dialog zwischen Vereinen und Staffelleitern geschehen. Das steht dem Ansehen des Verbands genauso gut zu Gesicht, wie dem Fußball „echte“ Meister.

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