1:2 gegen Wehen-Wiesbaden

Gießen kratzt an der Sensation – Fotos

28. April 2021, 20:02 Uhr

Der FC Gießen und Antonyos Celik (blau) kämpften leidenschaftlich, flogen aber knapp gegen den Favoriten aus Wiesbaden (hier Kevin Lankford, grün) aus dem Pokal. Foto: Charlie Rolff

Die dicke Überraschung im Hessenpokal-Viertelfinale war durchaus möglich, aber am Ende triumphierte der Favorit aus der dritten Liga: Der SV Wehen-Wiesbaden ist ohne zu glänzen und mit erheblicher Mühe als zweite Mannschaft nach dem TSV Steinbach-Haiger in die Runde der letzten vier Teams eingezogen. Das 2:1 (1:0) im Gießener Waldstadion dürfte aber dem unterlegenen Regionalligisten FC Gießen durchaus Mut für die verbleibenden acht Spiele im Abstiegskampf geben.

Beide Seiten hatten ihre Teams nach den empfindlichen Punktspiel-Niederlagen vom vergangenen Wochenende gehörig umgestellt: Beim Drittligisten aus Wehen-Wiesbaden gab es nach der 0:3-Heimpleite gegen Duisburg sechs neue Leute. Darunter ein Wechsel im Sturm: Elf-Tore-Mann Philip Tietz spielte von Beginn an, der andere Elf-Tore-Angreifer Maurice Malone saß zunächst draußen.

Gießens Coach Daniyel Cimen schickte sogar sieben neue Akteure ins Rennen, nachdem der FCG in Steinbach-Haiger mit 0:4 unterlegen war. Tolga Sahin stand für Löhe im Tor, Ex-Profi Michael Fink rückte wieder in die Anfangsformation. Hendrik Starostzik, vor vier Tagen noch Kapitän, fehlte komplett.

Gießen zeigte einen Auftritt mit viel Leidenschaft und hätte dem Spiel vor der Pause zwei Mal eine andere Richtung geben können. Erst als Zeki Erkilinc das 1:0 hätte machen müssen. Plötzlich war der Gießener Stürmer frei vor Wehens Torwart Tim Boss, doch die Nerven versagten ihm. Wobei Boss auch klasse reagierte (7.). Später, als der Drittligist nach Flanke von Lais und dem Kopfball von Korte mittlerweile führte, hätte man Gießen den Ausgleich gegönnt. Diesmal war es Jonas Arcelean, dessen Ball nur ganz knapp am Pfosten der Wehener vorbei ging (39.). Ein Remis nach 45 Minuten wäre durchaus verdient gewesen, denn dem Favoriten fehlte der letzte Biss. Toll war der Vortrag bis dahin nicht.

Daran änderte sich zunächst auch nach dem Wechsel lange nichts und die Quittung folgte, als Jonas Arcelean mit einem überlegten Schuss nach einer guten Stunde ausglich. Wehens Coach Rüdiger Rehm reagierte, brachte danach im Sturm Malone für Tietz. Und jetzt wurde Wehen auch zielstrebiger, bissiger. Der Lohn war das 1:2 nach einer Ecke per Kopfball durch Carstens. Und dennoch kratzte Gießen nochmals an der dicken Überraschung. In der 86. Minute lag der erneute Ausgleich zum 2:2 in der Luft, aber nach einem schnell ausgeführten Freistoß blockte Wehens Abwehr in höchster Not den Schuss von Korzuschek.

Die Statistik:

FC Gießen: Sahin; Boras, Fink, Heil, Weiß, Münn (71. Ibrahimaj), Trkulja, Celik, Mohr (61. Takehara), Erkilinc, Arcalean (75. Korzuschek).
SV Wehen-Wiesbaden: Boss; Lankford, Mockenhaupt, Carstens, Medic, Brumme (64. Wurtz), Kuhn, Niemeyer, Lais (79. Nilsson), Korte, Tietz (64. Malone).
Schiedsrichter: Christian Ballweg (SKG Bickenbach).
Zuschauer: 0.
Tore: 0:1 Gianluca Korte (19.), 1:1 Jonas Arcelean (62.), 1:2 Florian Carstens (77.).

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