Wir haben uns umgehört

Geisterspiele? Das sagen die Kreisfußballwarte

27. Oktober 2020, 08:31 Uhr

Nein, nicht einmal ein Zuschauer wird sich bei Geisterspielen auf die Plätze verirren dürfen. Foto: Ralph Kraus

Geisterspiele scheinen unausweichlich. Doch wie stehen eigentlich die Kreisfußballwarte dazu? Wir haben uns bei Erhard Zink (Lauterbach/Hünfeld), Thorsten Beck (Fulda), Dietmar Pfeiffer (Schlüchtern) und Rainer Schmidt (Hersfeld/Rotenburg) umgehört.

Erhard Zink

„Jetzt bin ich tatsächlich mal froh, dass wir in unseren Ligen nur jeweils 14 Mannschaften haben“, sagt Zink mit einer Prise Galgenhumor. Denn so zumindest stünden die Chancen gut, die Saison im Kreis Lauterbach/Hünfeld durchzubekommen. Ein Freund von Generalabsagen sei er nicht, würde gerne bis zur Winterpause einigermaßen durchkommen: „Und das zur Not auch mal mit einem oder zwei Heimspielen ohne Zuschauer.“ Mehr aber sei für die Vereine nicht mehr verträglich, dann sollte lieber die Saison für eine gewisse Zeit ausgesetzt werden. Abhängig sei man hierbei von den behördlichen Vorgaben, die sich beinahe stündlich ändern könnten.

Thorsten Beck

Fuldas Chef blickt mit Blick auf die aktuellen Corona-Zahlen skeptisch auf die kommenden Wochen: „Ich gehe davon aus, dass wir vielleicht schon am nächsten Wochenende gar keine Zuschauer mehr zulassen können, wenn der Inzidenz-Wert auch noch die 100 überschreitet.“ Entsprechend wolle er zunächst die aktuellen Entwicklungen abwarten, plädiert aber grundsätzlich dafür, „auch mal ein Heimspiel ohne Zuschauer auszutragen, was noch keinen Verein finanziell umwerfen würde“. Vor diesem Hintergrund würden die Chancen steigen, die Saison nach der Winterpause auch einigermaßen zu Ende spielen zu können.

Dietmar Pfeiffer

Schlüchterns Fußballchef hatte gestern noch keine offizielle Mitteilung, dass in weiten Teilen seines Fußballkreises bis zum 10. November keine Zuschauer mehr zugelassen sind. Und dennoch erklärte er, „dass sich der Fußballkreis Schlüchtern an die Verfügungslage der Landkreise halten wird, so wie das im HFV vereinbart ist“. Ergo: Vorerst werden Fußballspiele im Main-Kinzig-Kreis ohne Zuschauer stattfinden. Pfeiffer gibt an, „dass ich bereits in der Vorwoche eine Umfrage bei den Vereinen gestartet hatte. Rund 50 Prozent tragen die Entscheidung mit, vorerst ohne Zuschauer zu spielen.“ Dass dies für die Vereine allerdings keine Dauerlösung darstellen könne, sei ebenfalls klar.

Rainer Schmidt

Im Norden hat der neue Kreisfußballwart schon vorgesorgt und die Vereine befragt: „Die Rückmeldungen sind eindeutig: Ich habe über 20 erhalten und nur ein Verein würde die Kröte schlucken wollen, auch ohne Zuschauer zu spielen. Entsprechend wird es, sofern es eine entsprechende behördliche Auflage geben sollte, bei uns kein Spiel ohne Zuschauer geben.“ Noch aber sieht die Lage besser aus, weswegen Schmidt sagt, „dass der Ball rollt, solange uns Petrus und das Virus Fußball vor mindestens 100 Zuschauern spielen lassen“. Bei einer noch größeren Beschränkung seien die Kosten für die Vereine allerdings zu hoch.

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