Hessenpokal: Alzenau dreht Spiel

Ferukoskis Zauberfuß erlegt OFC

28. April 2021, 20:03 Uhr

Hier ist der Torjubel fast schon vorbei, aber nach Marco Ferukoskis 2:1 versammelte sich beinahe die gesamte Mannschaft beim Torschützen. Foto: Johannes Götze

Die Regionalliga-Meisterschaft ist für die Offenbacher Kickers meilenweit entfernt, der DFB-Pokal nun gar unerreichbar: Bei Bayern Alzenau verlor der große Favorit das Viertelfinale völlig verdient mit 1:2 (1:0). Alzenau, in der Regionalliga sportlich kaum mehr zu retten, darf hingegen träumen und tritt im Halbfinale beim TSV Steinbach-Haiger an.

Ausgerechnet, sagt der OFC-Fan, ausgerechnet einer aus dem eigenen Stall hat das Siegtor für den Gegner erzielt: Marco Ferukoski wurde in der B- und A-Jugend beim OFC ausgebildet, danach führte ihn der Weg kurz nach Luxemburg, bevor er nun bei Alzenau für Spektakel sorgen soll. Und sein Siegtreffer war Spektakel: Aus 24 Metern halblinker Position drehte er einen direkten Freistoß in das linke Toreck. Stephan Flauder war chancenlos, der Jubel riesengroß (77.). Eine Viertelstunde blieb da dem OFC noch, um eine ganz schwache zweite Hälfte wettzumachen. Aber nur Innenverteidiger Malte Karbstein hatte noch eine Möglichkeit, scheiterte aber doppelt (81.). Das war's. Das war viel zu wenig.

Dabei hatte der OFC das Spiel mit aller Ernsthaftigkeit begonnen, spielte gefällig, aber ohne die ganz großen Möglichkeiten zu kreieren. Und so war es ebenfalls ein Freistoß, der den OFC in Front brachte: Alzenau-Kapitän Marcel Wilke, noch so ein Ex-OFCler, hatte gefoult, Tunay Deniz knallte den fälligen Freistoß mit Wucht aber ohne Genauigkeit ins Torwarteck. Der ging auf Alzenau-Keeper Leonnel Mballa (23.).

Doch Offenbach machte aus der Führung viel zu wenig, ließ Alzenau immer wieder durch schnelles Umschaltspiel in gefährliche Situationen kommen und hatte Glück, dass Mingi Kang nach feinem Spielzug über den Ex-Fuldaer Dominik Creljenec und Henok Teklab nur den Pfosten statt des leeren Tores traf (44.). Aber spätestens das war die Initialzündung für einen durchweg beherzten Auftritt nach der Pause. Nils Fischer, vorher einige Male in Abschlusspositionen zu umständlich, zog von links nach innen, ließ den viel zu passiven Marco Fritscher stehen wie einen Schuljungen und erzielte aus 20 Metern mit einem satten Rechtsschuss ins lange Ecke den verdienten Ausgleich (55.).

Beim OFC musste der Elterser Moritz Reinhard, mal wieder, 90 Minuten auf der Bank sitzen und verpasste es so, dem Rhöner Schiedsrichter Joshua Herbert (Schwarzbach) aus nächster Nähe Hallo zu sagen. Herbert pfiff souverän, benötigte nur zwei Gelbe Karten und ließ sich kurz vor Schluss nicht täuschen. Da hätte Elias Soriano gerne einen Elfmeter schinden wollen. Herbert behielt die Übersicht und der OFC musste sich an die eigene Nase fassen.

Die Statistik:

FC Bayern Alzenau: Mballa; Kummer, Crljenec, Mazagg, Haritonov – Wilke – Teklab (65. Brauburger), Martin (88. Bergmann), Kang, Ferukoski – Fischer (85. Fecher).
Kickers Offenbach: Flauer; Fritscher, Zieleniecki, Karbstein, Marcos – Deniz, Garic – Lemmer (71. Sobotta), Huseinbasic (58. Bojaj), Firat (58. Tuma) – Soriano.
Schiedsrichter: Joshua Herbert (FSV Schwarzbach).
Zuschauer: keine.
Tore: 0:1 Tunay Deniz (23.), 1:1 Nils Fischer (55.), 2:1 Marco Ferukoski (77.).

Kommentieren