11.05.2018

Fallacara: "Sie werden kein Feuerwerk abbrennen"

Verbandsliga Süd: Bensheim vor richtungsweisendem Spiel

Niddas Jan Sommer (links) verletzte sich im Büdinger Kreispokalfinale (2:0-Sieg in Gedern) und wird bis zum Saisonende ausfallen. Foto: Steffen Turban

In der Verbandsliga Süd ist noch nichts entschieden. Während acht Teams darum kämpfen, nicht auf den drei verbleibenden Abstiegsplätzen zu landen, geht es für Bad Vilbel (gegen den SC Hanau) und Türk Gücü Friedberg (bei Rot-Weiß Darmstadt) um die ersten beiden Ränge und somit um den Aufstieg in die Hessenliga. Derweil möchte der Hanauer FC mit einem Heimsieg gegen Bad Homburg den dritten Platz verteidigen.

FV Bad Vilbel – SC Hanau 1960 (Sonntag, 15 Uhr)

Bei der 1:3-Niederlage im Friedberger Kreispokalfinale gegen Türk Gücü Friedberg saß Hanaus Sportlicher Leiter Okan Sari im Publikum, um den kommenden Gegner aus Bad Vilbel genauer unter die Lupe zu nehmen. "Bad Vilbel hat das Spiel gemacht und Türk Gücü die Tore. Wenn es am Sonntag wieder so kommen würde und wir die Treffer erzielen, dann hätte ich nichts dagegen", sagte Sari, der aber auch weiß, dass von seinem Team alles abverlangt werden wird. Das zeigte sich bereits im Hinspiel als der Sportclub einen Zäher beim 1:1-Unentschieden holte.

"Wir haben leider zwei Punkte liegen gelassen, aber Bad Vilbel ist auch eine spielerisch starke Mannschaft. Eine der stärksten gegen die wir in dieser Saison gespielt haben", ist sich Hanaus Sportlicher Leiter sicher. Gleichzeitig verriet Sari das Saisonziel der Hanauer: "Wir wollen Vierter werden und mit dieser Einstellung fahren wir nach Bad Vilbel." Für die Brunnenstädter geht es in der Tabelle noch um weitaus mehr als für die Gäste. Der FV steht aktuell an der Spitze, hat aber nur einen Zähler Vorsprung auf Türk Gücü Friedberg. Trainer Amir Mustafic wird in jedem Fall am Sonntag wieder an der Seitenlinie stehen, da das Funktions- und Betretungsverbot vom Verbandssportgericht nur bis zum 11. Mai Gültigkeit hat.

Rot-Weiß Darmstadt – Türk Gücü Friedberg (Sonntag, 15 Uhr)

Die wohl schwierigste Aufgabe im Tabellenkeller hat Rot-Weiß Darmstadt zu bewerkstelligen. Die Lohrer-Elf wird am Sonntag den Tabellenzweiten aus Friedberg empfangen. Darmstadts Coach sprach vor dieser Partie von "Abstiegskampf pur". Mit 38 Zählern steht der Hessenliga-Absteiger zwar über dem Strich, hat aber nur einen Zähler Vorsprung auf die Konkurrenz. "Ich hoffe, wir können uns das Finale gegen Germania Ober-Roden erkämpfen. Im Optimalfall holen wir zwei Siege und sind durch. Ob ein Punkt gegen Friedberg reichen wird, wird sich zeigen", so Dominik Lohrer, der weiß, dass es auch darauf ankommt, was die Konkurrenten im Abstiegskampf machen.

In der kommenden Woche sind die Darmstädter nämlich spielfrei und müssen sich deshalb bereits gegen Türk Gücü eine gute Ausgangslage verschaffen. Doch das wird nicht einfach, denn vor allem vor heimischem Publikum lief es in dieser Saison nicht gut für die Rot-Weißen. Lediglich 12 Zähler konnten in 14 Begegnungen geholt werden, auswärts waren es mehr als doppelt so viele (26 Punkte). "Ich hoffe, der Knoten platzt. Immerhin war eine Tendenz in den letzten Partien zu erkennen und es so auch so bleiben, dass wir über dem Strich stehen", gibt sich Lohrer kämpferisch.

Die Gäste aus Friedberg werden mit viel Selbstvertrauen anreisen. Am Donnerstag siegte die Mannschaft von Mustafa Fil im Friedberger Kreispokalfinale gegen den ärgsten Rivalen aus Bad Vilbel mit 3:1 (wir haben berichtet). Das dürfte für zusätzliche Motivation in der Endphase sorgen, immerhin treffen die beiden Teams am letzten Spieltag aufeinander. Doch ehe es soweit ist, ist Türk Gücü erst einmal am Sonntag in Darmstadt gefordert. Die Hausherren plagen dabei personelle Sorgen. Während Ali Mehmet Koyuncu und Maurice Götz wieder fit sind, sind einige Spieler durch den Darmstädter Kreispokal angeschlagen. Am Donnerstag musste sich die Lohrer-Elf im Spiel um Platz drei knapp im Elfmeterschießen mit 3:4 gegen Seeheim-Jugenheim geschlagen geben.

SG Bruchköbel – FC 07 Bensheim (Sonntag, 15 Uhr)

"Ein großes Kompliment an Bruchköbel, die uns alles abverlangt haben", äußerte sich Bad Homburgs Sportlicher Leiter Hüseyin Güven rückblickend zum vergangenen Spieltag, als Vatanspor mit 5:1 gegen die SGB siegte. Der Tabellenletzten plant bereits für die kommende Saison in der Gruppenliga Frankfurt Ost und hat nun noch drei Partien vor der Brust. Den Beginn macht das Heimspiel gegen die Bensheimer, ehe es zum Derby beim Hanauer Sportclub geht. Am letzten Spieltag kommt dann der FC Alsbach. Sollte in diesen Begegnungen keine Zähler mehr geholt werden, würde der Verein mit 14 Punkten absteigen. Auf der anderen Seite könnte die SGB noch entscheidend in den Abstiegskampf eingreifen, wenn sie gegen Bensheim oder die Alsbacher etwas Zählbares holen würden.

Die Bensheimer, der kommende Gegner der SG Bruchköbel, befindet sich nämlich noch im Kampf um den Ligaverbleib. Mit 33 Zähler belegt der FCB Rang 15 und hat fünf Punkte Rückstand auf das rettende Ufer. Ein Sieg in Bruchköbel ist daher Pflicht, um weiterhin eine Chance auf den Klassenerhalt zu haben. "Es ist nicht der leichteste Gegner, wie es scheint. Wir fahren mit Respekt dahin und hoffen auf den Dreier", so Bensheims Funktionär Daniel Nischwitz, der hofft, dass das Team früh trifft und nicht in Rückstand gerät. Trotz der aktuellen Lage herrscht bei den Bensheimern aber keine schlechte Stimmung, wie Nischwitz versicherte. Zwar ist die Situation noch prekärer als in der vergangenen Saison, doch vieler der Fußballer würden diese Situation bereits kennen. "Wir wollen alles holen, was noch geht, aber wir wissen auch, wenn wir in Bruchköbel nicht gewinnen, war's da", machte Nischwitz deutlich.

1. Hanauer FC – TSV Vatanspor Bad Homburg (Sonntag, 15 Uhr)

Die Laune in Hanau könnte besser nicht sein. Als Tabellendritter ist der FC aktuell der beste Aufsteiger in dieser Saison und konnte auch die drei vergangenen Partie gewinnen. Wenn es nach dem Sportlichen Leiter Giovanni Fallacara geht, soll diese Serie auch anhalten. "Wir wollen ungeschlagen ins Pokalfinale gehen. Außerdem sind die Jungs hungrig und haben keine Lust auf einen lauen Sommerkick", sagte Fallacara sichtlich stolz. Am Pfingstmontag wird nämlich das Finale des Hanauer Kreispokals gegen den Sportclub aus Hanau ausgetragen. Nur eine knappe Woche später kommt es zum Abschluss der Runde auch in der Liga zu diesem Derby, weshalb Fallacara von einem "besonderen Showdown" sprach. Um in diesen mit einem positiven Gefühl zu gehen, soll das Heimspiel gegen die Bad Homburger gewonnen werden.

"Ich gehe nicht davon aus, dass sie ein Feuerwerk abbrennen werden, sondern die defensive Variante wählen. Deshalb werden wir das Spiel machen und müssen aufpassen, nicht in einen Konter zu laufen", äußerte sich Hanaus Funktionär zur kommenden Begegnung. Die Gäste werden ebenfalls mit einem guten Gefühl antreten, schließlich siegte Vatanspor am vergangenen Wochenende mit 5:1 gegen Bruchköbel. Zwar lief dabei nicht alles so, wie sich das Bad Homburgs Sportlicher Leiter vorgestellt hatte, doch Hüseyin Güven hofft, dass der Sieg Selbstvertrauen gibt. Ein Punktgewinn ist dabei die Zielsetzung, um im Abstiegskampf noch alles in der eigenen Hand zu haben. "Wir müssen mit Kampf- und Laufbereitschaft sowie Ehrgeiz dagegen halten. Außerdem sollten wir in der Defensive geduldig bleiben und sicher stehen", so Güven, der am Sonntag gemeinsam mit Co-Trainer Turan Pekdemir an der Seitenlinie stehen wird, da Trainer Jörg Loutchan aus gesundheitlichen Gründen nicht dabei sein kann.

Viktoria Urberach – Usinger TSG (Sonntag, 15 Uhr)

Nach dem 3:0-Erfolg im Finale des Kreispokals Hochtaunus gegen Königstein und den damit verbundenen Einzug in den Hessenpokal bleibt der Usinger TSG nur wenig Zeit zur Erholung. Am Sonntag steht nämlich bereits die nächste Partie in der Liga auf dem Programm. "Einigen steckt das Pokalspiel heute noch in die Knochen, deshalb könnte es sein, dass wir rotieren", äußerte sich Spielertrainer Marcel Kopp zur personellen Situation. Unter anderem musste Tim Tilger am Donnerstagabend verletzungsbedingt zur Pause raus. Hinter ihm sowie Max Miot-Paschke steht deshalb ein Fragezeichen.

Der Fairness den anderen Teams gegenüber möchte die TSG auch in Urberach nichts herschenken und mit der bestmöglichen Mannschaft auflaufen, wie Kopp versicherte. Der Usinger Spielertrainer erwartet dabei ein hartes Stück Arbeit, das auf sein Team zukommen wird. Immerhin befindet sich die Viktoria mitten im Abstiegskampf und benötigt noch jeden Zähler bis zum Saisonende. "Ich denke uns fehlt noch ein Punkt, damit wir sicher durch sind. Den wollen wir holen, aber ich denke, das Spiel wird nicht schön anzuschauen sein", so Kopp. Der Spielertrainer erwartet dabei eine umkämpfte Partie gegen die Rödermarker, die unter der Wochen einen wichtigen 1:0-Sieg im Abstiegskampf gegen Alsbach feierten.

TS Ober-Roden – Viktoria Nidda (Sonntag, 17 Uhr)

Zwei spielfreie Ligawochen liegen hinter der Tunerschaft aus Ober-Roden. Aus dem Rhythmus sind sie dennoch nicht gekommen, da sie das Halbfinale und Finale des Dieburger Kreispokals ausgetragen haben. Dabei setzte sich die TSO zunächst im Halbfinale gegen Germania Ober-Roden knapp mit 6:5 durch, ehe das Finale klar mit 5:0 beim TSV Lengfeld gewonnen werden konnte. "Es war nicht alles prima, aber wir waren effektiv und haben in zwei Partien elf Tore gemacht", freute sich Interimstrainer Zivojin Juskic über den Gewinn des Dieburger Kreispokals.

In der Verbandsliga Süd wartet nun "eine schwierige Aufgabe" auf sein Team, wie Juskic vor dem Heimspiel gegen Viktoria Nidda betonte. Während die Gäste im gesicherten Tabellenmittelfeld steht, kämpfen die Ober-Rodener noch um den Ligaverbleib. "Nidda kann befreit aufspielen und wir brauchen unbedingt die Punkte", erläuterte der Interimstrainer die unterschiedlichen Ausgangslagen. Für diese Aufgabe werden bei der TSO Paul Wolf und Ali Kazimi ausfallen. Der Aufsteiger aus Nidda hat da weitaus größere personelle Sorgen. Mit Noah Michel, Michael Meinzer, Marc Kneifl und Robin Sommer, der sich im Büdinger Kreispokalfinale (2:0-Sieg gegen den FC Gedern) verletzte, fallen gleich vier Stammspieler bis zum Saisonende aus.

Hinter Christoph Pilch steht derweil noch ein Fragezeichen für Sonntag, wie Trainer Carsten Weber erklärte. "Die größte Aufgabe wird es für uns als Trainerteam sein, die letzten Prozentpunkte bei den Spielern heraus zu kitzeln. Außerdem müssen wir die Balance zwischen Offensive und Defensive finden", fügte Niddas Coach hinzu und schließt nicht aus, dass er am Sonntag rotieren wird. "Es könnte sein, dass wir schon einiges für die neue Saison ausprobieren. Aber die Zielsetzung eines Sportlers sollte es immer sein, gewinnen zu wollen", so Weber abschließend.

Autor: Selina Eckstein

Kommentieren

Vermarktung: