22.01.2020

Fair und torreich geht's zu

A-Liga Hünfeld/Hersfeld

Markus Weber ist der Torwart des fairsten Teams der Liga: dem SV Germania Kirchhasel. Foto: Charlie Rolff

Oben wie unten gibt es in der A-Liga Hünfeld/Hersfeld Überraschungen. Wer hat die besten Chancen auf die Kreisoberliga, wer muss den Sturz in die B-Liga fürchten? Wir haben uns im Norden der Region etwas genauer umgeschaut.

Die Lage

Die Tabelle ist verzerrt, weil einerseits ein paar Spiele dem Wetter zum Opfer fielen und andererseits an jedem Spieltag zwei Teams spielfrei sind. Und dennoch wird deutlich, dass noch vier Teams kräftig um ein Ticket für die Kreisoberliga Nord mitmischen können. Unten ist Niederaula/Kerspenhausen II etwas abgeschlagen. Vor wenigen Monaten sah es ähnlich düster aus, doch dann folgte das Happy-End über die Relegation. Die Konkurrenz im Keller ist gewarnt.

Top

Vielleicht ist es Thomas Winters Bundesligaerfahrung geschuldet, dass seine Großentafter mit engen Spielen umzugehen wissen. Neun Siege hat Blau-Weiß eingefahren, die drei mit zwei Toren Differenz sind dabei die höchsten. Die Niederlagen waren hingegen immer deutlich. 2:6, 1:4, 1:3. Wenn es mal schiefgeht, dann richtig. Aber das geht es selten, weswegen Großentaft nach der gehörig vergeigten Relegation sofort wieder zu den Spitzenteams der Liga gehört und trotz herber personeller Verluste in den vergangenen zwei Jahren permanent Schritte nach vorne macht.

Flop

Eiterfeld/Leimbach II verstärkte sich vor der Saison prominent, bediente sich bei Nachbar Ufhausen und konnte beinahe die komplette Runde auf Torjäger Kittichai Gutberlet zurückgreifen. Doch auch die 16 Tore von Gutberlet verhalfen nur zu zwei Siegen, weswegen sich die Gruppenliga-Reserve im so nicht zu erwartenden Abstiegskampf wiederfindet.

In Erinnerung bleibt

Die Muskelverletzung von Fabian Kallée. Der Spielertrainer des SV Unterhaun erzielte in acht Spielen elf Tore, steht aber seit Ende September nicht mehr zur Verfügung. Der Liga fehlt somit eines der Gesichter – zumindest am Platz. Dass Unterhaun auch ohne den 39-Jährigen ordentlich klarkommt, beweist der Punkteschnitt. Mit Kallée holte der Tabellendritte exakt zwei Zähler pro Spiel. Ohne Kallée gar minimal mehr.

Zahlenspiel

Kallée ist wenig überraschend der effektivste Torschütze. Der beste ist hingegen Baran Demir von Spitzenreiter Ausbach/Friedewald. Der Stürmer hat in dieser Saison eine regelrechte Leistungsexplosion hinter sich gebracht und traf bereits 20-mal. Die meisten Tore insgesamt erzielte dennoch Unterhaun, das mehrere Kantersiege davontrug. 7:1, 7:2, 6:0, 6:1, 6:2. Wenn der SVU im Flow ist, ist er kaum zu stoppen. Ganz ohne Platzverweis ist bislang nur Germania Kirchhasel geblieben. In Zeiten, in denen sich Gelb-Rote Karte häufen, ein starker Wert und Paradebeispiel für Disziplin auf dem Platz. Richtig unfair geht es in der Liga aber ohnehin nicht zu: Kein Team kassierte mehr als eine Rote Karte, insgesamt blieben acht Vereine ohne glatt Rot. Ebenfalls herausragend.

Ausblick

Favorit ist die SG Ausbach/Friedewald, die einen erstaunlichen Wandel hinter sich gebracht hat. Vermeintliche Leistungsträger wurden abgegeben, dafür vermehrt auf hungrige Spieler gesetzt. Vom Leistungspotenzial dürfte der SV Unterhaun als größter Konkurrent entgegentreten, liegt bei einem Spiel mehr allerdings schon vier Punkte zurück. Während in Großentaft Platz zwei nicht erwartbar war, muss Wölf liefern. Der Traum der Kreisoberliga wurde öffentlich kundgetan, in (zu) vielen Spielen aber leichtfertig Punkte abgegeben. Noch ist die Straub-Truppe aber nicht abgeschlagen. Unten wird sich Soisdorf strecken müssen, um die Relegation zu umgehen, allerdings befindet sich das Team nach beinahe einem Jahr ohne Sieg mittlerweile wieder auf einem guten Weg.

Autor: Johannes Götze

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