19-jähriger Nobody schießt SGB ab

Eshele stiehlt allen die Show

04. Oktober 2021, 16:05 Uhr

Ephraim Eshele kam zur Halbzeitpause ins Spiel und beendete die Monster-Serie der SG Barockstadt. Foto: Charlie Rolff

„Irgendwann verlierst du ein Spiel, so ist Fußball“, sagte SGB-Coach Sedat Gören recht lapidar nach der verdienten, aber zu hohen 0:3-Niederlage gegen Eintracht Stadtallendorf. Einer Niederlage mit fast historischem Ausmaß, die sich angedeutet hatte.

Mehr als ein Jahr hatte Fulda jedes Pflichtspiel gewonnen. Fast zwei Jahre nicht mehr vor eigenem Publikum verloren. Echte Superlativen geschaffen. Schnee von gestern. Gästetrainer Dragan Sicaja hatte es kommen sehen: „Die Spiele davor waren schon eng, der Mannschaft hat man da schon angemerkt, dass sie angeschlagen ist. Und gegen uns war sie ausgelaugt. Nach dem 1:0 hatte ich nie das Gefühl, dass wir nicht als Gewinner vom Platz gehen.“

Er zog den Hut vor seiner Mannschaft, die Barockstadt gerade im zweiten Durchgang immer wieder durch permanent hohes Anlaufen in Stresssituationen versetzte. Das Erfolgsmittel im dann vollführten 4-4-2-System mit zwei echten Mittelstürmern. Sicaja hatte in der Halbzeit nachgelegt, noch offensiver aufgestellt und damit alles richtig gemacht.

Ephraim Eshele war der Superstar, stellte nach seiner Einwechslung alle in den Schatten – und das nicht nur wegen 204 Zentimetern Körpergröße. Erst bestrafte er den ungenügenden Abwurf von SGB-Keeper Tobias Wolf, anschließend leitete er seine Treffer sogar selbst ein. Dreierpack mit 19 Jahren im Hessenliga-Topspiel. „Wie im Traum“, sagte der Hüne nachher, der vorher noch nie in der Hessenliga getroffen hatte.

Er genoss die Momente, die Dominik Rummel schon so oft in der Johannisau genießen konnte. Am Samstag nicht. Genauso wenig wie Leon Pomnitz, Marius Löbig, Johannes Hofmann oder Marcel Trägler. Was sich wie die Offensivabteilung eines Regionalliga-Aufsteigers liest, ist die Verletztenliste der SG Barockstadt. Sicaja ist das nicht entgangen, SGB-Coach Sedat Gören ohnehin nicht. „Das ist dann eben eine Frage der Qualität“, sagte er und fügte an, „dass nicht alles zu ersetzen ist, schon gar nicht gegen so eine Mannschaft wie Stadtallendorf. Uns hat in vielen Situationen die Ruhe gefehlt.“ Und die Kraft, nach dem 0:1 zurückzukommen – gegen den wohlweislich größten Kontrahenten im Titelkampf.

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