Bebra neuer Kreispokalsieger

Erst 0:2, doch dann knallen die Korken

29. August 2020, 15:30 Uhr

Ein ums andere Mal ging es ordentlich zur Sache. Hier begegnen sich Bebras Marvin Schade (links) und Festspielstadts Ibrahim Oussmann. Foto: Tobias Konrad

Die Vitrine der FSG Bebra ist um einen Pokal reicher. Der Kreisoberligist setzte sich im Endspiel um den Kreispokal Hersfeld/Rotenburg auf der heimischen Biberkampfbahn gegen Ligakonkurrent SG Festspielstadt mit 3:2 (3:2) durch.

Das weite Areal am Bebraer Sportgelände war wie geschaffen für das Endspiel unter den Corona-Bedingungen. Die 250 Zuschauer, die anwesend waren, hatten ausreichend Abstand. Unter weitere 750 Besucher hätten gar kommen dürfen, das Gesundheitsamt genehmigte nämlich 1000 Anwesende. Die Dagewesenen jedenfalls erlebten ein von der ersten Minuten an zweikampfbetontes Spiel. Viele Nicklichkeiten bremsten den Spielfluss, so dass gefährliche Aktionen vor dem Tor Mangelware waren. Wenn es allerdings mal in den Strafraum ging, klingelte es umgehend im Gehäuse. Den Torreigen durfte Niko Pepik vom Elfmeterpunkt (21.) eröffnen, ehe kurz darauf Daniel Sondermann seinen Mut fasste, und nach einem 40-Meter-Solo erhöhte (28.).

Anscheinend war es genau das, was Bebra brauchte. Erst jetzt wachten die Hausherren auf, stellten nach dem Ping-Pong-Tor von Marcel Schmidt (30.), dem tollen Kopfball von Schmidt (32.) und dem Foulelfmeter von Maher Mahmud noch vor der Pause auf 3:2. Als "dumme" Gegentreffer bezeichnete Festspielstadts Trainer Thorsten Hüter die drei Einschläge. Einzig die Minuten nach der Führung missfielen ihm, "weil wir abgeschaltet haben. Da dürfen wir sie nicht wieder ins Spiel kommen lassen."

Dass sich die Gäste viel für den zweiten Durchgang vornahmen, zeigte unmittelbar nach WIederbeginn Bojan Kostadinov. Jedoch schadete er mit seinem Einsatz nur seiner eigenen Team. Im Mittelfeld ging er zum zweiten Mal zu motiviert in einen Zweikampf und sah folgerichtig die Gelb-Rote Karte (52.). Doch von der numerischen Überzahl konnte sich Bebra nchts kaufen. Im Gegenteil: Die Festspielstädter wirkten etwas aggressiver, wenngleich Offensivaktionen bis auf zwei Ausnahmen nicht vorhanden waren. Co-Trainer und Sturmspitze Emmanuel Crawford, der erst im zweiten Durchgang kam, verpasste mit seiner Direktabnahme (72.) ebenso wie Lars Schlensog (89.) knapp den Ausgleich. Selbst nach der Roten Karte gegen SGF-Spieler Niko Pepik, der wegen Nachtretens runter musste, zitterte sich Bebra, die konditionell am Ende waren, nur noch über die Zeit. "Wir haben gestern noch Standards einstudiert. Da wusste noch niemand, dass es so klappt. Nach der Führung wollten wir sicher spielen. Uns war wichtig, dass wir defensiv gut stehen. Es fehlten zwar Akzente nach vorne, aber man muss auch beachten dass einige Offensivkräfte fehlten", resümierte Doppeltorschütze Schmidt.

Die Statistik:

FSG Bebra: Hesse; Schaar, Schmidt, Schade, Hollstein, Kaufmann, Mahmud, Engel, Labudovic, Eisel, Silbermann (Fischer, Eichhorn, Holzhauer).
SG Festspielstadt: Cojocaru; Schuhmann, Oussmann, Hennighausen, Pepik, Schlensog, Sondermann, Hoffmann, Rakk, Kostadinov, Özbek (Crawford).
Schiedsrichter: Christian Hoven (ESV Hönebach).
Zuschauer: 250.
Tore: 0:1 Niko Pepik (21., Foulelfmeter), 0:2 Daniel Sondermann (28.), 1:2, 2:2 Marcel Schmidt (30., 32.), 3:2 Maher Mahmud (43., Foulelfmeter).
Gelb-Rote Karte: Bojan Kostadinov (52., Festspielstadt).
Rote Karte: Niko Pepik (86., Festspielstadt) wegen Nachtretens.

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