Römmich sieht „stärkste Saisonleistung“

Raus mit Applaus

13. Oktober 2021, 19:12 Uhr

Der FC Erlensee hat auch auf der Sodener Bornwiese seinen Lauf fortgesetzt. Foto: Stefan Tschersich

Die SG Bad Soden ist mit einer sehr ordentlichen Vorstellung aus dem Hessenpokal ausgeschieden. Der in der Verbandsliga Nord zuletzt dreimal in Folge sieglose Titelfavorit raffte sich vor 250 Zuschauern zu einer Klasseleistung gegen den starken Hessenligisten 1. FCErlensee auf und musste eine Niederlage quittieren, die um zwei Tore zu hoch ausfiel.

Beide Trainer äußerten sich nach 90 Minuten guten bis sehr guten Fußballs auf dem Sodener Kunstrasen zufrieden: „Wir haben gegen einen sehr spielstarken Gegner ein Riesenspiel gemacht. Leider haben wir in den entscheidenden Momenten hinten nicht aufgepasst und vorne Pech gehabt, trotzdem habe ich unsere beste Saisonleistung gesehen“, sagte Bad Sodens Trainer Anton Römmich und stellte mit Blick auf die zuletzt mauen Resultate in der Liga fest: „Das war ein Schritt in die richtige Richtung.“

Erlensees Übungsleiter Jochen Breideband, der seine in weiten Teilen über Jahre gewachsene und daher exzellent abgestimmte Truppe detailversessen dirigierte und korrigierte, nahm zwar Anstoß daran, „dass wir dem Gegner zu viel angeboten haben“, wusste aber auch, „dass die Aufgabe so anspruchsvoll war, wie wir das erwartet haben“ und stellte zufrieden heraus, „dass es uns wieder gelungen ist, in der Schlussphase noch zwei Treffer nachzulegen. Vier Tore gegen einen so starken Gegner, das ist in Ordnung. Und nun hoffen wir auf ein attraktives Los.“

Bad Sodens starke Gesamtleistung war umso höher zu bewerten, da das angeschlagenen Stammpersonal des defensiven Mittelfelds gar nicht (Simon Huhn) oder erst in der zweiten Halbzeit (Christoph Neiter) zur Verfügung stand. Ferner fehlte der gesperrte Angreifer Fernando Martinez Bizcocho sowie Mittelfeldspieler Jaron Krapf. Wie man sich an der Bornwiese gestern Abend erzählte, war das Eigengewächs nach kritischen Äußerungen zur Personalpolitik seines Vereins aus dem Aufgebot gestrichen worden. Krapf selbst – „Kein Kommentar!“ – äußerte sich dazu nicht, Römmich erklärte, „dass Jaron eine Denkpause erhalten hat und bald wieder zum Kader stößt.“

Bemerkenswert an diesem Pokalspiel waren zwei extrem frühe Strafstöße zu Beginn der beiden Halbzeiten. Nach einer Minute und 20 Sekunden war dem Erlenseer Aaron Frey der Ball an den weit abgespreizten Arm gesprungen, den Handelfmeter verwandelte Daniele Fiorentino. Nach Wiederanpfiff dauerte es nur 60 Sekunden, da hatte Sodens Außenverteidiger Alexander Okyere ein höchst überflüssiges Foul an Maurice Koloczek begangen und Jan Lüdke den Foulelfmeter zum 1:2 vollstreckt.

Der augenscheinlichste Unterschied zwischen Verbands- und Hessenligist bestand in der Sicherheit und Selbstverständlichkeit der Abläufe. Wo BadSoden dank hoher individueller Klasse gefährlich wurde, fand die gut geölte Erlenseer Maschine stellenweise wie auf Schienen einen zumeist kürzeren Weg zum gegnerischen Tor.

Bis Erlensee in der Schlussphase mit zwei Treffern den zu hohen Erfolg zurechtzimmerte, besaß die SGBadSoden in der zweiten Hälfte phasenweise die größeren Spielanteile und die besseren Torchancen, bei deren Verschwendung sich Mittelstürmer Daniele Fiorentino hervortat. Nach 64 Minuten hatte Bad Sodens sonst so gefährlicher Schütze gleich zweimal den Ausgleich auf dem Fuß, doch nach Rechtsflanke von Lukas Ehlert suchte er fahrlässig den Abschuss mit der Hacke und verfehlte den Ball, den von links dann Christian Pospischil zurück in die Mitte spielte, wo Fiorentino erneut den Abschluss verpasste.

Die Statistik:

SGBadSoden: Aulbach; Kymlicka, Pezzoni (81. Kutlu), Rintelmann, Okyere – Memeti (62. Neiter), Demuth – Noori.
1. FCErlensee: Kohlstedt; Franek, Hamann, Mohn (80. Wörner), Lüdke, Koloczek, Zimpel (65. Ahouandjinou), Forster (85. Spindler), Wagner, Meub, Frey.
Schiedsrichter: Carsten Dücker (TSG Mackenzell).
Zuschauer: 250.
Tore: 1:0 Daniele Fiorentino (2., Handelfmeter), 1:1 Tobias Meub (14.), 1:2 Jan Lüdke (46., Foulelfmeter), 1:3 Dorian Ahouandjinou (79.), 1:4 Jan Lüdke (89.).

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