Barockstadt klagt wohl

Enttäuscht und wütend

29. April 2021, 18:23 Uhr

Vorstand Martin Geisendörfer (links) und Kapitän Patrick Schaaf äußern sich zur Barockstadt-Entscheidung. Fotos: Charlie Rolff

Die SG Barockstadt darf nicht in die Regionalliga Südwest aufsteigen. Diese Entscheidung der Gesellschafter des Süddeutschen Fußball-Verbandes kam für die Beteiligten und die Öffentlichkeit total überraschend. Entsprechend ist die Stimmungslage ein Mix aus Enttäuschung und auch Wut. Vorstandsmitglied Martin Geisendörfer erwägt eine Klage, Kapitän Patrick Schaaf ist als Sportler enttäuscht.

Martin Geisendörfer, Vorstand SG Barockstadt

"Ich bin komplett sprachlos und weiß eigentlich überhaupt nicht, was ich zu dieser Entscheidung sagen soll. Es gibt überhaupt keinen Grund, die Zahl der Absteiger in der Regionalliga zu reduzieren, denn die war klar und deutlich festgelegt. Wir werden uns mit dieser Entscheidung nicht abfinden. Der erste Weg wird sein, dass wir versuchen, uns mit den anderen betroffenen Vereinen zu beratschlagen und möglicherweise zusammen zu tun. Wie das Vorgehen dann aussehen wird, das kann ich jetzt noch nicht sagen, aber wir als SG Barockstadt werden uns das nicht so einfach gefallen lassen und unsere rechtlichen Möglichkeiten garantiert ausschöpfen.

Für mich ist die Entscheidung reine Willkür, zumal andere Verbände auch ihre Aufsteiger benannt haben. Ich denke da an den Nordosten. Vielmehr möchte ich aktuell lieber nicht sagen. Aber ich bin auch mal gespannt, wie die beiden vermeintlichen Absteiger aus Stadtallendorf und Alzenau auf diese Entscheidung reagieren werden. Mit welcher Begründung ist in der Abstiegsfrage die Zahl zwei entstanden? Das erschließt sich mir nicht."

Patrick Schaaf, Kapitän SG Barockstadt

"Egal, mit wem du in den letzten Tagen geredet hast - alle hatten das Gefühl, dass es in Richtung Aufstieg geht. Entsprechend kam die Entscheidung total überraschend. Die ganze Mannschaft hatte sich gefreut, Regionalliga spielen zu dürfen. Dann hätten wir auch endlich Gewissheit gehabt, dass wir schon bald wieder trainieren und auch spielen können. So bleibt alles offen und weiter herrscht die Ungewissheit, wann wir endlich wieder unseren Sport ausüben dürfen.

Man darf sich wundern, wie argumentiert wurde: Einerseits heißt es von den Gesellschaftern des Süddeutschen Fußballverbandes, dass wir nicht 50 Prozent der Spiele gespielt haben und daher keine ausreichende Leistung gebracht haben. Andererseits entscheidet man aber, dass es statt sechs nur zwei Absteiger geben wird. Damit werden also vier Teams mit dem Nichtabstieg belohnt, die sportlich versagt haben. Wo ist denn da die sportliche Leistung? Für mich ist diese Entscheidung reine Willkür und in keiner Weise nachvollziehbar. Da wird mit zweierlei Maß gemessen.

Zumal wir ja unsere Leistung schlichtweg nicht erfüllen durften. Es hat ja keiner freiwillig mitten in der Saison aufgehört zu spielen. Wenn ich dann sehe, dass Dreieich oder Hanau direkt hinter uns überhaupt nicht hätten aufsteigen wollen, dann frage ich mich, ob wir jetzt doppelt bestraft worden sind, denn ich bin mir sicher, dass uns niemand mehr eingeholt hätte.

Vor einem Jahr ist mit Hessen Kassel sogar der Zweite mit nach oben gegangen. In der Regionalliga gibt es nun zum zweiten Mal weniger oder - so wie im Vorjahr - keine Absteiger. Vielleicht ist es auch eine Frage der Lobby."

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