29.11.2019

Ene, mene, mu, raus bist du!

Nüsttaler Kunstrasen nicht mehr bespielbar

Fast quadratisch, ziemlich praktisch, aber nicht (mehr) gut genug: Der Kunstrasenplatz in Hofaschenbach darf von Elferteams im Pflichtspielbetrieb nicht mehr genutzt werden. Foto: Johannes Götze

In einem hinter den Kulissen beinahe eine Ewigkeit geführten Rechtsstreit ist vor einigen Wochen eine finale Entscheidung gefallen, die den DJK 1. FC Nüsttal trifft: Der Kunstrasenplatz in Hofaschenbach darf nicht mehr bespielt werden.

2008 wurde der Platz vom damaligen Bezirksfußballwart Hermann Dücker (Silges) und Kreisfußballwart Erhard Zink (Herbstein) in Betrieb genommen und für Pflichtspiele freigegeben. Die Tatsache, dass der Platz die Mindestmaße dabei deutlich unterschreitet, war den Funktionären weiland nicht verborgen geblieben. Der Platz misst in der Länge 72 Meter und ist somit 18 Meter kürzer als im Regelwerk klar vorgeschrieben. Jahrelang war dies egal, Nüsttal wich nur aus, wenn der Rasenplatz von der Gemeinde für untauglich befunden wurde oder aber Flutlicht notwendig war.

Erst ein Spiel im Jahre 2017 rief die Sportrichter auf den Plan, weil der TSV Ufhausen Einspruch gegen die Spielwertung einlegte. Zunächst duellierten sich beide Teams auf dem Rasenplatz, das Spiel musste ob der einsetzenden Dunkelheit abgebrochen werden, Ufhausen führte zu diesem Zeitpunkt. Das Wiederholungsspiel stieg Ende November 2017, Nüsttal siegte 4:2. Diesmal auf Kunstrasen.

Ufhausen klagte, weswegen letztinstanzlich der Hessische Fußball-Verband im Mai 2019 entschied, dass die Spielwertung bestehen bleibt, gleichwohl aber die Empfehlung an den Kreisfußballausschuss Lauterbach/Hünfeld ausgesprochen wurde, bezüglich der Austragung für Meisterschaftsspiele in der Zukunft für Klarheit zu sorgen. Den Ausführungen des Verbandes zum Fall folgend sperrte Zink nun den Platz für alle Pflichtspiele von Großfeldteams. "Wir haben es Jahre lang geduldet, denn wo es keinen Kläger gibt, gibt es auch keinen Richter. Aber nun blieb uns gar keine andere Wahl. Die Aussagen des Verbandes waren eindeutig", erklärt Zink seinen Entscheid.

Autor: Johannes Götze

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