22.05.2019

Ein schmaler Grat zwischen Augsburg und Mainz

Gruppenliga-Abstiegskampf: Großenlüder braucht Hilfe von Thalau und Künzell

Timo Müglich (links) und der FSV Thalau stehen am letzten Spieltag ebenso im Fokus wie Christian Isselstein und der TSV Künzell. Foto: Charlie Rolff

Nur für drei Gruppenliga-Mannschaften geht es am letzten Spieltag noch um etwas: Während Schlitzerland (gegen Thalau) mit einem Punkt und Kerzell (gegen Künzell) mit einem Sieg aus eigener Kraft den Klassenerhalt feiern können, muss Großenlüder (gegen Schlusslicht Rothemann) nicht nur gewinnen, sondern auch auf Schützenhilfe hoffen.

"Erstmal müssen wir unsere eigenen Hausaufgaben machen", betonte Teutonen-Coach Adrian Giemza schon nach dem vergangenen Spiel, wohlwissend aber, dass das nicht genug sein könnte. Hilfe von Thalau und Künzell ist nötig, entsprechend viele Nachrichten und Anrufe haben die jeweiligen Trainer - nicht nur von Lüderer Seite - bekommen. "Du musst versuchen, deine Leistung zu bringen, um Gleichheit zu schaffen", betont beispielsweise Jörg Meinhardt vor seinem letzten Spiel als Thalauer Coach. "Das sind wir den anderen Mannschaften schuldig. Dazu feiern wir selbst Samstagabend unseren Abschluss und wollen davor eine ordentliche Leistung gezeigt haben."

In dasselbe Horn bläst Künzells Trainer Markus Pflanz, der das Team von DFB-Stützpunkt-Kollege Michael Jäger in die KOL und damit die SG Löschenrod um seinen Arbeitskollegen Frank Atzler in die A-Liga befördern könnte. "Dem Gegner reicht ein Punkt wahrscheinlich nicht, er wird alles tun, um zu gewinnen. Aber das werden wir auch. Wir wollen unbedingt siegen, um unsere schwache Auswärtsbilanz mit einer zweistelligen Punktezahl abzuschließen."

Beide Trainer haben selbstverständlich auch den letzten Bundesliga-Spieltag verfolgt, bei dem Augsburg und Mainz in ähnlichen Situationen steckten wie Thalau und Künzell. Während Mainz gegen Hoffenheim 4:2 gewann und Frankfurt damit ins internationale Geschäft beförderte, ließ sich Augsburg mit 1:8 in Wolfsburg abschlachten. "Das fand ich richtig, richtig traurig", so Pflanz über die Augsburger Leistung, während Meinhardt ergänzt, "dass für Wolfsburg an diesem Tag alles gepasst hat. Es ist manchmal ein schmaler Grat, es kommt darauf an, mit welcher Einstellung man in das Spiel geht. Es ist auch eine Charakterfrage."

Einen Vorwurf, dass die eigenen Teams nicht alles gegeben haben, wollen beide Trainer am Samstagabend nicht über sich ergehen lassen - auch wenn der eigene große sportliche Anreiz fehlt: "Solche Situationen bringt der Sport manchmal eben mit sich. Wenn sich eine Mannschaft am Ende nicht rettet, kann man es sich einfach machen und auf andere zeigen, weil diese vielleicht am letzten Spieltag nicht alles gegeben haben. Dann sage ich aber, dass die Mannschaft, die absteigt, in den 29 Spieltagen davor nicht alles gegeben hat", betont Pflanz.

Kommentieren