12.03.2019

Ein Abschlag wird vom Winde verweht

A-Liga Fulda: Torhüter Felix Weber netzt gegen Maberzell/Gläserzell

Leon Schaub (links) war zwar als Dreifach-Torschütze erfolgreich, die Story des Spiels schrieb aber Keeper Felix Weber. Archivfoto: Kevin Kremer

Obwohl die Wetter- und vor allem Windbedingungen am Sonntag äußerst grenzwertig waren, wurde doch auf einigen Plätzen Fußball gespielt. In Hofaschenbach auf dem kleinen Kunstrasen zum Beispiel, wo der DJK 1. FC Nüsttal in der A-Liga Fulda Maberzell/Gläserzell mit 5:1 schlug. Auch dank eines kuriosen Treffers von Keeper Felix Weber.

Fast unmittelbar nach dem Seitenwechsel kam der Ball zum Schlussmann, der den Ball per Abschlag in die gegnerische Hälfte befördern wollte. Doch durch den Wind flog das Kunstleder weiter als gedacht, so weit, dass er an die Unterkante der Latte prallte. ohne davor einmal aufgesetzt zu haben. Von dort aus ging die Kugel ins Tor, wenngleich die Steinmauer, die direkt hinter dem Gehäuse angebracht ist, dafür sorgte, dass der Ball zurück ins Feld flog. Schiedsrichter Udo Neuland (Flieden) gab den Treffer korrekterweise, Nüsttals Trainer Jens Klinkert und Weber brauchten dennoch erst einmal einen kurzen Moment, um zu realisieren, was geschehen war.

"Erst einmal habe ich es gar nicht gerafft", verrät der 26-jährige Torhüter. "In der ersten Halbzeit kamen die Bälle noch kaum bis zur Mittellinie. Ich habe dann nicht einmal richtig dagegengetreten, ohne Wind wäre das Ding nie so reingeflogen." Seinem Torwartkollegen auf Seiten der gegnerischen Spielgemeinschaft, Sylvain Bleuel, wollte er aufgrund der Windgegebenheiten keinen Vorwurf machen, schließlich hat auch Weber am Nüsttaler Kunstrasen schon einmal ein Gegentor von der Mittellinie aus einstecken müssen.

Kurioserweise war es Webers Saisonpremiere für die erste Mannschaft, in der Hinrunde war der Maschinenbaustudent noch die Nummer zwei im Tor. "Simon Rübsam und er sind relativ gleichauf, in der Wintervorbereitung hat sich Felix aber einen kleinen Bonus erkämpft. Dass er dann so ein Ding macht, ist natürlich überragend", so Trainer Klinkert, der seine Entscheidung nicht nur aufgrund Webers Tor keineswegs bereuen sollte. Auch der Morleser selbst sprach nach dem Spiel von einem "Debüt nach Maß".

Sein Kunststück zu wiederholen versuchte Weber aber nicht, auch so sprang am Ende ein 5:1-Erfolg heraus. "Die Bedingungen waren an der Grenze zum Regulären. Letztlich hatten wir den besseren Matchplan mit unseren langen Bällen, wenngleich Maberzell/Gläserzell eine super Moral gezeigt hat und niemals aufgesteckt hat", konstatierte Klinkert. Vergessen werden Weber und sein Coach diesen 10. März 2019 aufgrund des kuriosen Treffers aber ganz sicher nicht.

Autor: Steffen Kollmann

Kommentieren