11.08.2018

Eigene Achillesferse wird zum Siegfaktor – Fotos

Hessenliga: SG Barockstadt gewinnt erstes Heimspiel

Dominik Crljenec (rechts) setzte sich mit der SG Barockstadt gegen den FSC Lohfelden um Roy Keßebohm durch. Foto: Charlie Rolff

Die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz hat das allererste Hessenliga-Heimspiel ihrer Geschichte mit einem Erfolg versehen können: Vor 900 Zuschauern an der Lehnerzer Richard-Müller-Straße gelang der Kaminski-Elf ein verdienter, wenn auch schwer erkämpfter 3:2 (2:1)-Erfolg gegen den FSC Lohfelden.

Es waren die ähnlichen kleinen Zipperlein wie in der Vorwoche beim 0:1 in Hünfeld, die der Barockstadt das Leben schwer machten: Hier und da ein kleines Abstimmungsproblem, viele vergebene Möglichkeiten und Defizite beim Verteidigen von Standards sorgten dafür, dass der gerechte Sieg zwei Minuten vor Ende beinahe doch noch aus den osthessischen Händen geglitten wäre, als der eingewechselte Admir Saric einen Dropkick gegen den Pfosten setzte und dem FSC das 3:3 verwehrt blieb.

Einen dritten Nackenschlag zu verdauen, das wäre für die Heimelf unmöglich gewesen. Deren zwei, wie beim frühen 0:1 nach einer Bogenlampe von Maurice Fiolka (4.) und dem 2:2 von Enis Salkovic kurz nach der Pause, konnte die SG Barockstadt allerdings kompensieren. So agierte die SGB doch äußert mutig im 4-2-3-1-System mit den hoch stehenden Außenverteidigern Niklas Odenwald und Benjamin Fuß, zeigte bisweilen gepflegte Kombinationen, hatte im in die Startelf gerückten Patrick Broschke einen wahnsinnig agilen Rechtsaußen und entfaltete gerade zwischen der 15. und 35. Minute einen enormen Druck aufs Lohfeldener Gehäuse.

Mit Bieber muss der nächste Stürmer verletzt raus

Demnach drehte Fulda-Lehnerz die Partie schon im ersten Durchgang folgerichtig, als Leon Pomnitz zunächst per abgefälschtem Schuss ausglich (18.), ehe der im Vergleich zu Broschke etwas blassere Außenbahnspieler Marcel Mosch nach einer Flanke von Patrick Schaaf die 2:1-Führung beisteuerte (43.). Der Siegtreffer war Innenverteidiger Markus Gröger vorbehalten, der diesmal nach einem Freistoß von Schaaf den Kopf richtig hinhielt (60.). Waren die Standards hinten die Achillesferse der Barockstadt, so erwies sich dieseh vorne letztlich als siegbringendes Mittel, wobei auch aus dem Spiel heraus genügend Chancen da waren.

Stichwort Achillesferse: Die schmerzte "Wandspieler" Christopher Bieber, der eine Viertelstunde vor Schluss rausmusste. "Er hatte unter der Woche einen Schlag draufbekommen. Ich möchte da jetzt noch nichts prognostizieren, sondern abwarten, wie sich das bei Christopher entwickelt", befand Coach Alfred Kaminski, der für Bieber Florian Münkel brachte, der es in der Schlussphase fertig brachte, dass gleich zwei seiner Schüsse noch von der Linie gekratzt wurden.

"Wir wollten es für die Zuschauer halt etwas spannend machen zum Auftakt", erklärte Kaminski schmunzelnd, dem die Kulisse von 900 Zuschauern gefallen hatte, auch weil von draußen hier und da Emotionen auf den Platz transportiert wurden. "Es darf auch gerne ein bisschen Theater sein, wir brauchen die Zuschauer", so Kaminski, der seine Analyse damit schloss, "dass hier und da noch nicht alles rund läuft, weil wir - wie schon erwähnt - zusammenwachsen müssen. Mit dem heutigen Spiel können wir trotzdem zufrieden sein."

Die Statistik:

SG Barockstadt Fulda-Lehnerz: Mujezinovic - Fuß, Gröger, Torcuatro, Odenwald - Schaaf, Crljenec - Broschke, Pomnitz (79. Poredski), Mosch (86. Sonnenberger) - Bieber (77. Münkel).
FSC Lohfelden: Orth - Beyer, Schneider, Boukhoutta, Keßebohm - Szczygiel (77. Saric) - Zukorlic, Fiolka (88. Aytemür), Gül (46. Bandowski), Meuser - Salkovic.
Schiedsrichter: André Klein (Kickers Obertshausen). Zuschauer: 900. Tore: 0:1 Maurice Fiolka (4.), 1:1 Leon Pomnitz (18.), 2:1 Marcel Mosch (42.), 2:2 Enis Salkovic (53.), 3:2 Markus Gröger (60.).

Autor: Christian Halling

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