Viele Spiele verlieren an Bedeutung

Die Zeit des Taktierens beginnt

21. September 2021, 07:30 Uhr

Wie viele Punkte nehmen wir eigentlich mit ins nächste Jahr? Das fragt sich bestimmt nicht nur Petersbergs Michel Ickler. Foto: Charlie Rolff

Der neue Modus macht es möglich: Dadurch, dass viele Klassen wie die Gruppenliga im kommenden Jahr in Auf- und Abstiegsrunden eingeteilt werden, ergeben sich völlig neue Rechenspiele. Daher beginnt die Zeit des Taktierens.

Die Doppelspieltage in der Gruppenliga sind Geschichte, nach fast zwei Dritteln der absolvierten Spiele lassen sich klare Tendenzen ablesen. Die ersten vier der Nord-Staffel scheinen ihr Ticket für die Aufstiegsrunde gebucht zu haben, die unteren vier müssen wohl in die Abstiegsrunde. Allerdings könnte Aulatal Horas noch abfangen. Im Süden scheint das Führungsquartett sehr stabil, allerdings ist Oberzell/Züntersbach zuzutrauen, Freiensteinau und Co. noch Druck zu machen.

Da nur die Punkte gegen die Teams, die in der gleichen Klasse landen, in die Auf- und Abstiegsrunde mitgenommen werden, verlieren manche Spiele langsam aber sicher an Bedeutung. Petersbergs 1:1 kostete Eiterfeld/Leimbach beispielsweise die Tabellenführung – für das kommende Jahr hatte die Partie aber nahezu keinerlei Relevanz. Die SG würde bei einer zum jetzigen Zeitpunkt ausgerechneten Bilanz (siehe Tabellen) den ersten Platz belegen – noch vor Großenlüder. Das Aushängeschild aus dem Süden würde trotz überragender bisheriger Saisonbilanz nur drei Partien und neun Punkte mitnehmen.

Noch überhaupt keinen Sieg hätten Hünfeld II und Petersberg in der Abstiegsrunde auf dem Konto – beide fuhren ihre einzigen Dreier gegen Mannschaften ein, die nach derzeitigem Stand in der Aufstiegsrunde landen. „Gegen die direkten Konkurrenten haben wir uns das ganz anders vorgestellt“, gibt HSV-Trainer Niclas Rehm zu, der weiß, dass der Druck in den direkten Duellen wie am Sonntag in Künzell von Woche zu Woche steigt. „So etwas ist natürlich in den Köpfen drin. In Bronnzell wussten wir auch, dass es eigentlich um nichts geht. Da muss man das Spielsystem auch mal hinterfragen“, betont Rehm.

Der Trainer weiß deshalb auch, dass Verstärkungen aus dem Hessenliga-Team gerade in den direkten Duellen gut tun würde. Zumal es in der Abstiegsrunde ein Hauen und Stechen geben wird. Wenn nur eine osthessische Mannschaft aus der Verbandsliga absteigt, müssen aus der Gruppenliga-Abstiegsrunde sechs von zehn Teams runter. „Brutal“ nennt Rehm das, zumal mit Künzell nach derzeitigem Stand eine Mannschaft auf einem Abstiegsplatz steht, die in direkten Duellen ein positives Torverhältnis aufweist.

Ganz anders ist die Stimmung bei Elters/Eckweisbach/Schwarzbach. Alle zehn Saisonpunkte holten die Rhöner gegen direkte Konkurrenten. „Gegen jeden, der mit uns unten steht, haben wir gepunktet. Das ist in der Endabrechnung das wichtige“, betont Trainer Stefan Huck. Auch Oberzell/Züntersbach müsste nicht in Panik verfallen, wenn es nicht für die Aufstiegsrunde reichen sollte – alle direkten Duelle um den Abstieg wurden gewonnen.

Die Tabellen nach derzeitigem Stand:

Aufstiegsrunde
1. Eiterfeld/Leimb., 5 Spiele, 13:4 Tore, 11 Punkte
2. Großenlüder, 3, 9:2, 9
3. Schlüchtern, 3, 9:2, 6
4. Hönebach, 4, 10:12, 6
5. FT Fulda, 4, 5:4, 5
6. Bronnzell, 3, 7:8, 3
7. Horas, 4, 6:13, 3
8. Freiensteinau, 2, 3:8, 0
9. Hosenfeld 2, 0:9, 0

Abstiegsrunde
1. Elters/E./S., 5 Spiele, 14:9 Tore, 10 Punkte
2. Oberz./Zünt., 3, 9:2, 9
3. Aulatal, 4, 10:6, 8
4. Müs, 5, 13:11, 7
5. Künzell, 4, 9:8, 6
6. Kressenb./Ulmb., 4, 6:6, 6
7. Kerzell, 3, 6:8,,4
8. Gundh./Hutten, 5, 12:19, 3
9. Hünfeld II, 4, 4:9,,2
10. Petersberg, 3, 2:7, 1

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