Halimi und Paliatka

Die wichtigste Zeit geht verloren

Tino Weingarten
13. April 2021, 11:30 Uhr

Eine schwierige Saison ohne viel Wettkampfpraxis liegt hinter Homan Halimi (links) und Petr Paliatka (rechts). Fotos: Charlie Rolff

Mit der Aussicht, näher am Profifußball zu sein, wechselten Homan Halimi und Petr Paliatka vom JFV Viktoria Fulda zum Nachwuchs des SV Wehen Wiesbaden. Die Pandemie sorgt allerdings für mehr oder weniger große Hürden.

Von der Sache her habe er Glück gehabt, sagt Petr Paliatka. Der U17-Nachwuchsspieler vom SV Wehen Wiesbaden kann normal trainieren und seit einigen Wochen sind auch Freundschaftsspiele wieder möglich - nachdem sich die Spieler einem Corona-Test unterzogen haben. „Für die Spieler in der A-Jugend, die jetzt rauskommen und nicht übernommen werden, wird es viel schwieriger, einen Verein zu finden“, behauptet der 16-Jährige.

Sein Kumpel Homan Halimi steckt in dieser Situation, als 2002er-Jahrgang steht der Stürmer vor dem Sprung in den Herrenbereich. Zwar ist die Trainings- und Spielsituation bei Halimi dieselbe wie bei Paliatka, mit dem Unterschied, dass der A-Jugendliche einige Schritte weiter ist. „Es ist sehr schade, dass Wettkampfspiele und Trainingseinheiten verlorengegangen sind, gerade in einer so wichtigen Zeit als Jugendspieler“, sagt Halimi.

Die fehlende Wettkampfpraxis könnte zu einem großen Nachteil werden, denn nur so machen Spieler weitere wichtige Schritte in ihrer Entwicklung. Und sollte sich die sportliche Leitung des SV Wehen Wiesbaden dagegen entscheiden, Halimi mit einem Anschlussvertrag auszustatten, wüssten andere Vereine nicht, auf welchem Stand der Stürmer aktuell ist. „Ich versuche, jeden Tag mein Bestes zu geben, um mich weiterzuentwickeln und den Sprung zu schaffen“, gibt sich Halimi, der mit drei Toren in den bisherigen fünf Spielen bester Schütze der Hessenliga-Mannschaft ist, kämpferisch.

Derzeit ist das Leben der Jungs, die im vergangenen Sommer vom JFV Viktoria Fulda ins Nachwuchsleistungszentrum des Drittligisten gewechselt sind, auf den Fußball ausgerichtet. „Wir haben zurzeit keine Schule, dadurch kann ich auch vormittags zum Training gehen. Unser Trainer erwartet auch, dass wir vormittags mehr Einheiten machen“, so Paliatka. Und im Anschluss? Bleiben die Spieler in der Wohnung. „Wenn sich einer von uns ansteckt, können wir nicht spielen“, begründet der 16-Jährige. Denn die Freundschaftsspiele, unter anderem gegen Borussia Dortmund oder den FSV Mainz 05, sind derzeit das Wichtigste für alle Spieler.

Homan Halimi und die U19 des SV Wehen Wiesbaden haben bereits die Gewissheit, dass die Saison in der Hessenliga abgebrochen wird. Die U17 um Petr Paliatka ist in dieser Hinsicht noch nicht weiter: „Im März sah es so aus, als würden wir weiterspielen. Aber jetzt ist es nicht mehr sicher, ob die Saison fortgesetzt wird.“ Genau wie Halimi absolvierte auch Petr Paliatka bisher fünf Spiele in der Liga. Es ist eine Spielzeit, die die Entwicklung beider Spieler zumindest nicht gefördert hat. Für den 16-jährigen Paliatka aufgrund der noch vor ihm liegenden zwei Jahre in der U19 etwas leichter zu verkraften.

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