Hessenliga: Derby in Flieden

Die Wahnsinns-Bilanz steht auf dem Prüfstand

30. September 2021, 18:00 Uhr

Während Dennis Müller (rechts) und Barockstadt den 25. Pflichtspiel-Sieg in Serie gegen Stadtallendorf feiern wollen, bangt Flieden vor dem Derby gegen Hünfeld um den Einsatz von Fabian Schaub. Foto: Charlie Rolff

Es sind unfassbare Zahlen, die die SG Barockstadt aufbietet: Seit 377 Tagen ist der Hessenliga-Primus in Pflichtspielen ungeschlagen, gewann seitdem 24-mal in Folge. Die Wahnsinns-Bilanz wird nun im Topspiel gegen Stadtallendorf auf den Prüfstand gestellt (Samstag, 14 Uhr).

In beiden Hessenliga-Staffeln gibt es nur noch zwei Teams, die ungeschlagen sind: eben Barockstadt und Stadtallendorf. Doch der große Unterschied zwischen beiden Vereinen: Während sich die Eintracht mit vier Unentschieden begnügen musste, sprangen für die SGB nur Siege heraus. Selbst die engen Spiele zieht die Truppe von Sedat Gören: Vier der vergangenen fünf Partien wurden mit einem Tor Unterschied gewonnen. „Wir glauben bis zur 95. Minute an uns, lassen uns nicht aus der Ruhe bringen“, erklärt Gören.

Ein knappes Spiel dürfte auch am Samstag auf Barockstadt warten. „Stadtallendorf hat viel Qualität. Das wird ein sehr interessantes Spiel“, sagt Gören, der glaubt, dass die Eintracht auf eine Rückkehr in die Regionalliga schielt: „Intern haben sie das sicherlich besprochen. Aber nicht jeder gibt das so nach außen bekannt wie wir.“ Als Vorbild, wie Barockstadt das in der Vergangenheit kommuniziert hat, sieht die SGB Stadtallendorf derweil nicht mehr an: „Wir schauen auf uns, und wir haben uns strukturell sehr gut entwickelt in den letzten Jahren“, betont Gören.

Personell steht dem Trainer bis auf wenige Änderungen der gleiche Kader wie beim 1:0 in Alzenau zur Verfügung. Nur Marius Löbig fällt nach einem Schlag auf den Fuß aus. Ob Mittelfeldspieler Johannes Hofmann schon zurückkehren kann, entscheidet sich kurzfristig. Der Neuzugang aus Gießen unterzog sich am Montag einem MRT, dieses hat in der vorderen Oberschenkelmuskulatur nur einen Bluterguss und keinen Muskelfaserriss festgestellt.

Kann Schaub spielen?

Der SV Flieden empfängt am Samstag (15 Uhr) derweil erneut einen osthessischen Rivalen. Nach dem 1:4 am Mittwoch gegen Steinbach soll das Heimspiel gegen den Hünfelder SV aber deutlich erfolgreicher bestritten werden. „Leider konnten wir den kleinen Überraschungssieg in Baunatal nicht veredeln. Uns fehlt derzeit die Konstanz, was vielleicht auch daran liegt, dass wir seit vier, fünf Wochen mit der gleichen Elf spielen und viele Doppelspieltage zu absolvieren haben“, vermutet Kapitän Sascha Rumpeltes.

Viele Fliedener würden sich allerdings nicht beschweren, wenn sich der Kader der Buchonia im Vergleich zum Steinbach-Spiel nicht verändern würde. Das würde nämlich bedeuten, dass Fabian Schaub mitwirken könnte. Der Sturmtank musste gegen Steinbach mit einer Zerrung ausgewechselt werden, nach 1:0-Führung verlor Flieden 1:4. Rumpeltes, der selbst aufgrund Adduktorenproblemen vorzeitig raus musste, gegen Hünfeld aber wieder mit dabei sein dürfte, mag noch nicht prognostizieren, ob Schaub spielen kann – weiß aber aus Erfahrung der vergangenen Saison, dass die Buchonia auch ohne die vermeintliche Lebensversicherung Spiele gewinnen kann. Zum Beispiel beim 3:0 gegen Hünfeld im bis dato letzten Aufeinandertreffen im Oktober 2020.

„Wir müssen das Spiel mit dem nötigen Kampf annehmen. Gegen die direkten Konkurrenten müssen wir unsere Punkte holen“, weiß der Kapitän, der selbst wenige Monate in Hünfeld spielte. Gegen den HSV wird die Buchonia wieder auf dem Rasenplatz am Weiher spielen und zudem Oktoberfest feiern.

Als vierte und letzte osthessische Mannschaft – der SV Steinbach ist spielfrei – ist der SV Neuhof im Einsatz. Sonntag (15 Uhr) geht es nach Erlensee. Der Tabellenzweite verlor jüngst das Derby in Hanau mit 1:3, während Neuhof durch das 2:2 in Hünfeld und den Steinbacher Sieg auf den letzten Platz gerutscht ist.

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