Verbandsliga: Eichenzell 0:4

"Die Schiedsrichterin hat allen den Kopf verdreht"

10. Oktober 2021, 16:35 Uhr

Benedikt Rützel und Co. hatten Grund zum Hadern. Foto: Charlie Rolff

Nach einer total verkorksten ersten Halbzeit hat es die Britannia aus Eichenzell verpasst, sich im oberen Drittel der Verbandsliga Nord festzusetzen. Nach 45 Minuten lag man gegen den Lichtenauer FV auch in der Höhe verdient mit 0:4 hinten. Immerhin gelang ein deutlich besserer zweiter Durchgang, in dem man eine schlimmere Niederlage verhinderte. Der Endstand von 0:4 (0:4) war aber auch so hart genug für Eichenzell.

Die Britannia erlebte eine der schwärzesten Halbzeiten der vergangenen Jahre. 0:3 nach 14 Minuten und schließlich 0:4 nach nicht einmal einer halben Stunde, lag Eichenzell daheim schon Ewigkeiten nicht mehr zurück. Die Gründe waren vielschichtig. Einerseits der deutlich erkennbare Qualitätsunterschied. Lichtenau war am Ball mindestens eine Klasse stärker. Dazu kam die Tatsache, dass die Britannen von der ersten Sekunde an völlig von der Rolle waren und meist nur hinterher liefen.

Besonders chaotisch war die gesamte Defensivarbeit der Hausherren. Lichtenau nahm die Löcher und Fehler dankend an. Schon dem schnellen 0:1 ging ein brutaler Patzer von Spielertrainer Sebastian Sonnenberger voraus, der an der Torauslinie nicht zum Kopfball hoch stieg. Das tat ein Lichtenauer, der Salioski maß genau bediente. Doch Sonnenberger relativiert. „Ich sehe da die Schuld nicht bei mir, denn wir hatten vorher eine klare Zuteilung. Wenn dann mein Spieler sich nicht daran hält und ich plötzlich einen anderen Mann übernahmen muss, dann verliert man schnell die Orientierung.“

Dem 0:2 durch den Flachschuss von Jan Kaufmann folgte rasch auch das dritte und später das vierte Gegentor, mit dem die Messe schon endgültig gelesen war. Lichtenau ließ sich auch nicht von der Verletzung von Matthias Tadeis Gambetta beeindrucken, der schon nach acht Minuten mit einer Adduktorenzerrung vom Feld musste.

Gregor Mayer, ehemaliger Spieler und stetiger Beobachter der Eichenzeller Heimspiele, hatte den Grund für den desolaten Auftritt schnell ausgemacht. „Das liegt an der hübschen Schiedsrichterin. Die hat allen den Kopf verdreht“, hatte Mayer die Lacher auf seiner Seite. Tatsächlich aber hatte Wiebke Schneider mit dem Ausgang überhaupt nichts am Hut. Sie zeigte eine gewohnt souveräne Leistung.

Der zweite Abschnitt lief dann aus Eichenzeller Sicht wesentlich besser. Das lag an einer deutlichen Leistungssteigerung, aber auch daran, dass es Lichtenau nicht mehr ganz so ernst nahm. Sebastian Sonnenberger brachte Sebastian Körner und Alexander Ganns zur Halbzeit, was half, die Defensive etwas zu stärken.

„Ich würde die Schlappe nicht an der ersten Halbzeit, sondern vor allem an der ersten Viertelstunde festmachen. In der Kabine musste ich nicht viel sagen, denn alle wussten, was wir ändern müssen. Das haben wir auch getan und am Ende kann es auch 2:4 ausgehen“, so Sonnenberger.

Die Statistik:

FC Eichenzell: Röder; Bagci, Sonnenberger, Ströder, Gutberlet (46. Ganns), Kücükler, G. Müller, L. Müller, (46. Körner), J. Müller, Broschke, Rützel.
Lichtenauer FV: Bantis; Üstün, Mimbala, Fondos, Antoniuc, Orschel, Salioski, Grosu, (74. Kurt), Kaufmann, Maneacov, Tadeis Gambetta (8. Hoffmann).
Schiedsrichterin: Wiebke Schneider (SV Birstein).
Zuschauer: 130.
Tore: 0:1 Dennis Salioski (3.), 0:2 Jan Kaufmann (10.), 0:3 Dennis Salioski (14.), 0:4 Dennis Salioski (29.).

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