Reinhard über Barockstadt-Wechsel

Der Fußball steht weiter an erster Stelle

08. Juli 2021, 12:00 Uhr

Moritz Reinhard will künftig bei der SG Barockstadt wieder regelmäßig auf dem Platz stehen. Foto: Verein

Von einer großen Überraschung kann wahrlich nicht mehr gesprochen werden. Wie bereits kolportiert, zieht es den Elterser Moritz Reinhard von Regionalligist Kickers Offenbach zu Hessenligist SG Barockstadt. Ein logischer Schritt, wie der 25-Jährige unterstreicht.

"Ich freue mich darauf, nach Hause zu kommen", sagt Moritz Reinhard. In zweieinhalb Jahren bei Kickers Offenbach lernte er den Profifußball kennen, Sonnen- genauso wie Schattenseiten. Das vergangene Jahr war hart, nicht nur aufgrund der langen Corona-Saison. Zwar darf Reinhard Beruf und Hobby in der Regionalliga weiter ausüben, an den Wochenenden bleibt ihm aber nicht mal mehr eine Nebenrolle. Nur noch in sechs Spielen – verteilt auf 108 Minuten – steht der Mittelstürmer auf dem Rasen.

Der 25-Jährige sucht die Fehler nicht bei anderen, weiß, dass die Konkurrenz hochkarätig und erfahren war. Dennoch: "Gar nicht zu spielen, nur trainieren, kein richtiges Ziel vor Augen zu haben – da geht der Spaß verloren", gesteht Reinhard, der nach einem Gespräch mit Trainer Sreto Ristic keine besseren Zukunftsperspektiven sah. Deshalb einigten sich Verein und Spieler auf eine Auflösung des noch ein Jahr laufenden Vertrags. Viel Positives bleibt hängen. Das Heimspiel am Bieberer Berg vor mehr als 10.000 Zuschauern gegen Waldhof Mannheim. Oder der Saisonauftakt 2019/20 gegen Ulm, als er vor 7.000 Fans mit dem Treffer zum 1:0 eine riesengroße Euphorie entfacht. Insgesamt neunmal darf der Elterser für die Kickers jubeln.

Reinhards "Wahnsinns-Erfahrung"

Reinhard spricht von einer "Wahnsinns-Erfahrung", die vor ein paar Jahren noch undenkbar gewesen wäre. Seine gesamte Fußballerlaufbahn verbringt er bei Heimatclub Elters, wird von den Kickers als Gruppenliga-Spieler der SG Elters/Eckweisbach/Schwarzbach entdeckt und verpflichtet. Reinhards Talent fiel zuvor bereits ambitionierten Vereinen auf, mit den Barockstadt-Vorreitern TSV Lehnerz und Borussia Fulda steht er schon damals in Kontakt. Den Schritt wagt er nicht, weil er sein Sportökonomie-Studium in Bayreuth vorantreibt und nicht regelmäßig trainieren kann.

Bei Offenbach ist er zweieinhalb Jahre Profi, nun möchte Reinhard wieder ein Studium beginnen. Einen Master im Bereich BWL strebt der 25-Jährige an, um sich noch breiter aufzustellen. Der Studiengang "Internationales Management" an der Fuldaer Hochschule ist Plan A, die Bewerbung bereits geschrieben. "Der Fußball steht aber weiter an erster Stelle", unterstreicht der Barockstadt-Neuzugang. Deshalb wechselt er beispielsweise nicht zum Hünfelder SV – wo er mit Maximilian Fröhlich in gutem Kontakt steht – oder gar Heimatverein Elters.

Neuer Doppelsturm mit Rummel?

"Bei Barockstadt haben wir die Möglichkeit, in den semiprofessionellen Fußball zu kommen. Ich hoffe, dass wir das Ziel Aufstieg verfolgen können – das sollte der Anspruch von allen sein", macht Reinhard keinen Hehl aus seinen Ambitionen. Gerade nach dem bitteren Nichtaufstieg in der Saison zuvor dürfte die Motivation der SGB-Spieler größer denn je sein – und was den Kader betrifft, muss sich Barockstadt hinter keinem anderen Verein verstecken.

Im Angriff ist die Qualität mit Reinhards Verpflichtung jedenfalls weiter gestiegen. Reinhard, Dominik Rummel, Marcel Trägler, Tobias Göbel, Hüseyin Cakmak – es wird spannend zu sehen sein, wem Trainer Sedat Gören den Vorzug gibt. Und ob künftig mit einem oder zwei Stürmern gespielt wird. Auf der Neun fühlt sich der Neuzugang am wohlsten, im Doppelsturm mit Torjäger Rummel könnten sich beide gut ergänzen, glaubt Reinhard – und betont dabei in seinem Naturell als Teamplayer schon im Vorhinein: "Die Saison ist trotz der Teilung lang. Einzelne Spieler gewinnen Spiele, aber nur als echte Mannschaft landet man ganz vorne."

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