30.03.2019

Das Stoppschild ist bei Daniel Hanslik nicht in Sicht

Berater Kujtim Mustafi traut Neu-Kieler mehr als die Zweite Liga zu

Daniel Hanslik hält stolz das Trikot seines künftigen Clubs in die Höhe. Berater Kujtim Mustafi (von links) berichtet von guten Gesprächen mit Geschäftsführer Fabian Wohlgemuth und Trainer Tim Walter. Foto: Holstein Kiel

Die Nachricht, dass der ehemalige Steinbacher Daniel Hanslik vom VfL Wolfsburg II zu Holstein Kiel wechselt, schlug am Donnerstagabend ein wie eine Bombe. Der Sprung von der Regionalliga Nord in die Zweite Liga ist für den Unterhauner der nächste logische Schritt, wenngleich das Ende der Fahnenstange beim 22-Jährigen noch keineswegs absehbar ist.

„Daniels Fokus ist ab Sommer zunächst, in der Spielklasse anzukommen und sich auf die neuen Aufgaben einzustellen. Ich bin aber felsenfest davon überzeugt, dass die Zweite Liga für ihn kein Stopp ist“, betont Kujtim Mustafi, Vater von Weltmeister Shkodran Mustafi und seit einigen Jahren Berater des Sturm-Juwels. Dass der 44-Jährige von seinem Schützling vollends überzeugt ist, wird bereits nach wenigen Sätzen spürbar. Und mit der üblichen Phrasendrescherei, um den Marktwert des Spielers in die Höhe zu treiben, haben diese überhaupt nichts zu tun.

Das hat der Bebraer Mustafi auch nicht nötig, die nackten Zahlen des Angreifers sprechen für sich. Seine 19 Treffer für die zweite Mannschaft von Bundesligist VfL Wolfsburg sind die mit Abstand meisten in der Regionalliga Nord, entsprechend viele Anfragen von anderen Vereinen seien bei Hansliks Berater ins Haus geflattert. Dass ein Wechsel aus der Golf-Stadt zum Vertragsende nach zwei Jahren im Sommer unausweislich ist, habe früh festgestanden: Eine Chance im Profiteam des Bundesligisten, der mit Wout Weghorst schon einen zuverlässigen Knipser in seinen Reihen weiß, hat Hanslik trotz ein paar Trainingseinheiten und Testspielen schließlich nie erhalten.

Und so stand früh fest, dass der nächste Schritt in Liga zwei führen würde – und ebenso, dass Kiel die richtige Adresse für den 22-Jährigen sei. „Das komplette Paket hat gepasst. Der erfolgreiche Werdegang des Vereins ist nicht nur anhand der Tabelle ersichtlich, zudem hatten wir von Anfang an gute Gespräche mit Trainer Tim Walter und der Clubführung“, betont Mustafi. Einen Dreijahresvertrag hat Hanslik unterschrieben. Dieser gebe ihm „erst einmal Ruhe und Sicherheit“, glaubt Mustafi. „Bei Vertragsende wäre er mit 25 im besten Fußballeralter.“

Mustafi: "Daniels Weg kann nur nach oben gehen"

Und vielleicht hat Hanslik bis dahin schon seine ersten Bundesliga-Einsätze hinter sich. Den Aufstieg traut der Weltmeister-Vater den Störchen sogar schon in diesem Jahr zu – fünf Punkte beträgt der Rückstand auf den dritten Platz momentan, der zur Teilnahme an der Relegation berechtigt. Dort scheiterte Holstein erst in der Vorsaison, als sich ausgerechnet Wolfsburg im entscheidenden Duell durchsetzte. Mit der zweiten Mannschaft des VfL hat Hanslik in den nächsten Monaten noch einiges vor, als Tabellenerster ist die Bundesliga-Reserve momentan auf Kurs Aufstiegsspiele zur Dritten Liga. Dort würde der bayerische Regionalliga-Meister warten, nach aktuellem Stand wäre das der FC Bayern München II. „Die Torjägerkanone und der Aufstieg sind Daniels Ziele. Zuletzt hatte er zwar mit einer Fußverletzung zu kämpfen, inzwischen ist er aber wieder vollends fit“, sagt Mustafi.

Es sind ambitionierte, aber keineswegs unrealistische Ziele, die Daniel Hanslik verfolgt. Ausgebildet wurde er bei Heimatverein SV Unterhaun, dem SV Steinbach und dem JFV Bad Hersfeld und damit weitaus weniger professionell als die meisten seiner künftigen Mitspieler. Nach seinem ersten Seniorenjahr beim damaligen Verbandsligisten SVA Bad Hersfeld ging Hanslik zum SV Steinbach, den er zum Klassenerhalt in der Hessenliga schoss. Auch der anschließende Wechsel zur Wolfsburger Reserve erwies sich als goldrichtig. Zwar kam der 22-Jährige in den ersten elf Spielen überhaupt nicht zum Einsatz und stand teilweise gar nicht im 18-Mann-Kader, umso schneller folgte anschließend aber der Sprung zum unangefochtenen Leistungsträger.

„Der Schritt von Steinbach nach Wolfsburg war ein riesengroßer, da Daniel zuvor nicht in den Profifußball reinschnuppern durfte. Mittlerweile konzentriert er sich nur noch auf den Fußball, weshalb die Anpassung in Kiel wahrscheinlich zunächst schwer sein wird, allerdings nicht so sehr wie damals beim Start in Wolfsburg“, vermutet Mustafi, der den Werdegang seines Schützlings schon seit Jahren verfolgt und deshalb genau einschätzen kann, wohin die Reise führt: „Daniel hat große Ziele und verfolgt diese hochprofessionell. Wenn man weiß, was er für eine Einstellung zum Sport und auch zum Leben an sich hat, ist klar, dass sein Weg nur nach oben gehen kann.“

Autor: Steffen Kollmann

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