29.05.2018

Cigdem wird Trainer bei Vatanspor

Verbandsliga Süd: Stürmer beendet Karriere bei Rot-Weiss

Sein letztes Spiel für Rot-Weiss Frankfurt bestritt Ibrahim Cigdem (rotes Trikot) am 10. März beim 4:2-Sieg gegen Lohfelden. Foto: Mithat Gürser

Der neue Trainer des Süd-Verbandsligisten TSV Vatanspor Bad Homburg heißt Ibrahim Cigdem. Der 32-jährige Stürmer von Hessenliga-Absteiger Rot-Weiss Frankfurt beendet seine aktive Spielerkarriere und kehrt als Trainer nach Bad Homburg zurück, wo er bis zum letzten Sommer der umjubelte Torjäger war.

Eigentlich hatte TSV-Sportmanager Hüseyin Güven den verlorenen Sohn kontaktiert, um ihn als Spielertrainer zurück in das Sportzentrum Nordwest zu holen. "Das kam aber für mich nicht in Frage, zumal ich generell von der Position des Spielertrainers wenig halte", erklärt Cigdem, der bei Vatanspor seine erste Trainerstelle im Seniorenbereich antritt. Im Jugendbereich hat er bereits erfolgreich Teams bei Rot-Weiss sowie Blau-Gelb Frankfurt trainiert und macht gerade seine B-Lizenz. Als neuer Trainer soll Cigdem für neue Impulse sorgen: "Ich habe dem Klub mein Konzept für die kommenden Jahre vorgestellt und sie waren begeistert. Wir wollen einen Umbruch vollziehen und die Mannschaft verjüngen", betont Cigdem. Ruhe und Stabilität im Verein sind die oberste Prämisse für Cigdem, der sich durch das neue Fundament vor allem Kontinuität wünscht.

"Es kann ja nicht sein, dass jedes Jahr 15 neue Spieler kommen und die gleiche Anzahl an Leuten geht. Wir wollen eine homogene Mannschaft aufbauen, die in zwei oder drei Jahren höhere Ziele anpeilen kann", blickt der neue Trainer voraus. Cigdem hätte nach dem Hessenliga-Abstieg auch am Brentanobad bleiben können und hatte bereits gute Gespräche mit dem neuen Trainer Slobodan Komljenovic und dem Verwaltungsrats-Vorsitzenden Jürgen Strödter geführt. "Vor allem Jürgen hat sich sehr für mich eingesetzt und war bemüht, mich zu halten. Ich wäre aber nur in Verbindung mit einem Trainerposten in der Jugend geblieben", sagt Cigdem. Eine Forderung, die vom Verein offenbar nicht erfüllt werden konnte. Hinter TSV-Sportmanager Hüseyin Güven liegen unterdessen anstrengende Wochen und Monate. Als der Vereinspräsident vor wenigen Wochen zurücktrat, musste der umtriebige Sportmanager quasi alle Vereinsaufgaben selbst stemmen.

Existenz des Vereins stand auf dem Spiel

Zuletzt fungierte Güven auch als Kassenwart, Schriftführer und Jugendleiter. "Es haben sich leider keine neuen Leute für die Vorstandschaft gefunden", bedauert Güven. Zwischenzeitlich habe auch die Existenz des Vereins auf dem Spiel gestanden. Dazu kam der unerwartete Abstiegskampf, der durch eine schlechte Winter-Vorbereitung und den Abzug von sechs Punkten wegen des unberechtigten Eisatzes von Emin Yalin verursacht wurde und letztlich mit Rang 13 glimpflich ausgegangen ist. Wäre neben Rot-Weiss Frankfurt auch Viktoria Griesheim aus der Hessenliga abgestiegen, würden die Bad Homburger im nächsten Jahr in der Gruppenliga spielen. Die Lösung Cigdem sei laut Güven die beste Entscheidung für die unmittelbare Zukunft des Vereins, der nun in seine vierte Verbandsliga-Saison geht. "Es ist natürlich ein gewisses Risiko, einen Neuling als Trainer zu holen. Aber wir kennen Ibo. Er ist jung, hungrig und ehrgeizig. Wir werfen ihn nicht ins kalte Wasser", so Güven.

Nicht verlängert wird also die Zusammenarbeit mit dem bisherigen Trainer Jörg Loutchan, der zuletzt mit einer schweren Erkrankung im Krankenhaus stationär behandelt wurde und von Co-Trainer Turan Pekdemir vertreten wurde. "Für Jörg tut es mir leid, aber wir mussten schnell handeln. Ich habe ein reines Gewissen, denn ich musste entscheiden, ob wir den Verein retten oder wir alle den Bach runter gehen", erklärt Güven. Betonen möchte der Sportmanager, dass "ich selten mit einem so guten Trainer zusammen gearbeitet habe. Fachmännisch, charakterlich, menschlich und vom Niveau her war das hervorragend." Cigdem freut sich unterdessen auf seine Rückkkehr nach Bad Homburg: "Ich hatte ohnehin vor, in das Trainergeschäft einzusteigen. Es ist nicht selbstverständlich, seine Trainerkarriere in der Verbandsliga zu starten. Für dieses Vertrauen bedanke ich mich bei Vatanspor."

Autor: Pedro Acebes

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