04.12.2019

Chancentod und Schleuderfuß in London

Auf einen Glühwein spezial mit Jannes Ehresmann und Moritz Reith

Ein Glühwein vor dem herrlichen Anblick der Tower Bridge in London. Torgranate-Volontär Michel Ickler (Bildmitte) plauderte mit Jannes Ehresmann (links) und Moritz Reith.

Gut 3000 Frankfurt-Fans sind der Eintracht ohne Tickets für das Gastspiel gegen Arsenal nach London gefolgt. So auch Jannes Ehresmann (21, RSV Petersberg) und Moritz Reith (22, SV Großenlüder), die sich in der englischen Hauptstadt "auf einen Glühwein spezial" getroffen haben.

Die Gruppenliga ist diese Spielzeit eine Wundertüte. Träumt ihr eher vom Aufstieg oder habt ihr Sorge, dass es am Ende runter gehen könnte?

Reith: Einmal in der Verbandsliga nach Willingen und zurück wäre super, aber vor der Presse müssen wir natürlich 0815-Antworten geben. Deswegen ist es für uns wichtig, so früh wie möglich den Klassenerhalt perfekt zu machen. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir im Sommer um Haaresbreite abgestiegen sind.

Ehresmann: Wir müssen realistisch sein, es sind schließlich nur drei Punkte auf einen Abstiegsplatz. Ein Platz unter den ersten sieben wäre nach unserem Katastrophen-Start schön, wenngleich von Ab- bis Aufstieg noch alles drin ist.

Ihr habt zwei Jahre in Petersberg zusammen gespielt. Das irrwitzige 4:4 im Hinspiel fand keinen Gewinner. Von Toren her siegte aber Ehresmann 2:1, obwohl ihr beide nicht als Torjäger bekannt seid ...

Beide: Da würden wir gerne an unseren Jugendtrainer Dominic Becker verweisen, der uns Schleuderfuß (Reith) und Chancentod (Ehresmann) getauft hat.

Ehresmann: Aber davon abgesehen ging das Privatduell natürlich klar an mich. Ich kann mich nur noch an die zweite Halbzeit erinnern und da haben wir euch quasi an die Wand gespielt und den Drei-Tore-Rückstand zur Pause aufgeholt.

Reith: Man muss das Spiel im Ganzen sehen und darf sich nicht auf die einzelnen Tore fokussieren. Aber ich möchte auch nur kurz betonen, dass mein Tor um einiges schöner war. Zudem wurde ich diese Saison vom Sturm ins zentrale Mittelfeld beordert und nicht wie du von der Abwehr in den Sturm.

Ehresmann: Wir sind halt beide flexibel einsetzbare Spieler.

Reith: Absolut. Ich spiele da, wo ich gebraucht werde.

Ehresmann: Oder eben da, wo du am wenigsten kaputt machst.

Ihr studiert beide außerhalb von Fulda, seid aber trotzdem wichtige Spieler in eurer Mannschaft. Wie klappt das?

Reith: Also konditionell ist das manchmal ein kleines Problem. Das merke ich immer ab der 70. Spielminute. Denn im Studium wird man dann doch das ein oder andere Mal zum Alkohol verführt. Aber ich trainiere immer freitags und das reicht auch. Generell können bei uns einige Spieler nicht während der Woche trainieren.

Ehresmann: Ich halte mich durch mein Sportwissenschafts-Studium fit und versuche, so viele Trainingseinheiten wie möglich mitzunehmen. Ich habe auch die Möglichkeit, bei einer Mainzer Mannschaft zu trainieren. Das Angebot nehme ich mal mehr und mal weniger wahr. / mic

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