23.08.2019

Buchonia gewinnt mit „Scheiß-Fußball“

Verbandsliga: Gäste kaufen Johannesberg in Zweikämpfen Schneid ab

Fliedens Matchwinner Andreas Drews (vorne) behauptet den Ball gegen Jan-Niklas Rintelmann (rechts) und Niklas Zeller. Foto: Christian Halling

Im Spitzenspiel der Verbandsliga Nord hat die Erfahrung des SV Flieden durchgeschlagen: In abgezockter Manier sorgte Kapitän Andreas Drews für den Sieg der Gäste gegen eine Johannesberger Mannschaft, die in den Zweikämpfen meist zweiter Sieger war.

Drews, der diesmal wieder mal als „Wandspieler“ auf der Zehn aufgeboten worden war, konnte sich nach dem Abpfiff ein schelmisches Lachen nicht verkneifen: „Da kann der Herr Mosch 50-mal im Spiel zu uns sagen, dass wir einen Scheiß-Fußball spielen: Gewonnen haben letztlich wir.“ Und das, weil die Fliedener in der einen entscheidenden Aktion wacher und reifer agiert hatten. Kurz vor der Pause hatten sich die Johannesberger nach einem vermeintlichen Foul an Niklas Zeller mit Referee Marvin Roos behängt, Fabian Schaub wiederum schnell geschaltet, rasch Marc Röhrig geschickt, ehe Drews den Ball im Strafraum in seiner typischen Manier über die Linie murmelte.

Es war eine von wenigen Torraumszenen im Spiel, hatte doch die Buchonia der SGJ rasch ihr Spiel aufgezwungen: Trotz mehr Ballbesitz agierten die Hausherren oft zu ungeduldig, rückten total von ihren spielerischen Stärken ab. „Ich verstehe nicht, warum wir wie Flieden dann dauernd auf die langen Bretter zurückgegriffen haben. Das ist nicht unser Stil“, haderte Heimkeeper Mitja Hofacker, während sein Trainer Zeljko Karamatic befand, „dass wir mehr Zweikampfhärte brauchen. Wir wurden bei den zweiten Bällen viel zu oft abgekocht.“

Genau zwei Chancen der SGJ ließ die Buchonia im ganzen Spiel zu: Einmal, als Patrise Gjocaj, der sich Mitte der zweiten Hälfte eine total unnötige Gelb-Rote Karte abholte, aus zehn Metern freistehend neben das Tor köpfte (10.). Und dann in Minute 72, als der eingewechselte Lars Jordan mal freie Bahn hatte, Lukas Hohmann aber zur Stelle war. „Ich habe einfach einen klasse Keeper“, freute sich Fliedens Coach Zlatko Radic, der seiner ganzen Mannschaft ein gutes Zeugnis ausstellte: „Alle haben ihre Aufgaben sehr gut gemeistert.“

„Uns wirft das nun nicht um, unsere Mannschaft hat Charakter und wir werden noch stärker zurückkommen“, gab sich Radics Gegenüber Karamatic hingegen hernach trotzig bis angriffslustig. Allerdings wird abzuwarten sein, ob die gestern nicht einsatzfähigen Defensivkräfte Paolo Mondo und Eric-Stéphane Kengni-Fotsing bis zum Melsungen-Spiel am Mittwoch ebenso wie der früh angeschlagen ausgewechselte Marius Löbig wieder einsatzfähig sein werden. Zu seinem Debüt für die SGJ kam durch Moschs Ausscheiden Cosmin Calin auf der linken Seite. Der Rumäne war nach seinem Wechsel von A-Ligist Neuenstein zur SGJ gestern erstmals spielberechtigt.

Die Statistik:

SG Johannesberg: Hofacker – Velkovski, Moise, Rintelmann, Lembach (87. Sorg) – Reksius, Mosch – Gjocaj, Zeller, Löbig (14. Calin) – Leucuta (60. Jordan).
SV Buchonia Flieden: L. Hohmann – N. Hohmann, Leibold, Zeller, Rumpeltes – Gaul, Kreß – Götze (90. Grosch), Drews (90.+2 Rehm), Röhrig (82.) – Schaub.
Schiedsrichter: Marvin Roos (Echzell). Zuschauer: 500. Tor: 0:1 Andreas Drews (44.). Gelb-Rote Karte: Patrise Gjocaj (76., Johannesberg).

Autor: Christian Halling

Kommentieren

Vermarktung:

Mehr zum Thema